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Geraint Thomas – die Geburt eines neuen Stars

Geraint Thomas stellt Teamkollege Chris Froome in den Schatten und ist nun auch bei Sky die Nummer 1. Er verteidigt bei der extrem kurzen 17. Etappe souverän die Führung, derweil fällt Froome auf den dritten Rang zurück.
Tom Mustroph, Saint-Lary-Soulan
Geraint Thomas (ganz rechts) zeigt sich derzeit in besserer Form als Verfolger Chris Froome. (Bild: Christophe Ena/AP (Col du Portet, 25. Juli 2018))

Geraint Thomas (ganz rechts) zeigt sich derzeit in besserer Form als Verfolger Chris Froome. (Bild: Christophe Ena/AP (Col du Portet, 25. Juli 2018))

Am Ende löste diese experimentelle Etappe doch noch ein, was sie versprach. Auf richtige Attacken musste man allerdings bis in den letzten Anstieg warten. Dort zog erst Quintana davon. Dann zermürbte der Slowene Primoz Roglic Froome. Der Niederländer Tom Dumoulin profitierte davon und rutschte auf Platz 2 vor.

Lange Zeit prägten aber enttäuschte Hoffnungen diese Etappe. Gut, es gab eine Startaufstellung wie bei der Motorradweltmeisterschaft. Geraint Thomas als Gesamtführender in der ersten Startreihe, rechts und links hinter ihm der Gesamtzweite Chris Froome und der Dritte Tom Dumoulin. Auf den Aussenpositionen dahinter vervollständigten der Vierte und der Fünfte, Primoz Roglic und Romain Bardet, die Pfeilformation. Anders als von den Organisatoren erhofft, stiegen die Top-Fahrer aber nicht mit voller Kraft in die Pedalen. Lediglich Helfer und Etappenjäger nutzten die Gelegenheit zur Flucht. Unter sie hatte sich auch Altstar Alejandro Valverde gemischt. Der Movi­star-Profi hielt sich als Relais-Station für seine Captains Mikel Landa und Nairo Quintana vorn auf.

Froome lobt Konkurrent Thomas

Am zweiten Anstieg des Tages, dem Col de Val Louron-Azet, gab es in der Favoritengruppe nur kleinere Attacken von Bardet und dem Gesamtzehnten Dan Martin (UAE). Sie richteten allerdings keinen Schaden an. Sky kontrollierte die Gruppe, wurde dann aber von Movistar-Helfer Marc Soler abgelöst. Soler fuhr und fuhr, als stünde er auf der Gehaltsliste von Team Sky. Niemand traute sich eine Attacke zu. Die vermeintliche Explosivetappe zum Col du Portet schien doch nichts anderes als eine ganz normale Bergetappe zu werden. Sky kontrollierte, die Rivalen zauderten, und vorn versuchten ein paar Ausreisser, das Rennen ihres Lebens zu fahren.

Dann, endlich, am Fusse des Col du Portet, begann das Rennen doch noch. Quintana nutzte die Führungsarbeit vom Teamkollegen Soler und schoss aus dem Peloton heraus. Die Sky-Profis redeten erregt in ihre Mikrofone – erhielten dann aber offenbar die Anweisung, den Kolumbianer ziehen zu lassen. Als nur zwei Kilometer später der Slowene Roglic antrat, folgte ihm der Gesamtzweite Froome. Das Duo entfernte sich, und es war nicht klar, ob Froome den Rivalen markieren wollte oder die Attacke nutzte, um selbst Zeit auf seinen Teamkollegen Thomas zu gewinnen. Sunweb-Kapitän Dumoulin übernahm nun die Verfolgung. Thomas hielt sich in seinem Schatten.

Dumoulin schloss die Lücke, während Quintana vorn kurzzeitig Hilfe vom Teamkollegen Valverde bekam. Kontinuierlich verringerte der Kolumbianer den Rückstand auf Kangert und holte ihn 8,5 km vor dem Gipfel ein. In der Favoritengruppe attackierte etwa 5 km vor dem Ziel der Niederländer Kruijswijk, später noch Teamkollege Roglic. Vergebliche Mühe. Zwei Kilometer vor dem Ziel beschleunigte Dumoulin. Froome war jetzt distanziert. Thomas aber hielt stand, wurde sogar noch Etappendritter. Er ist der neue König der Tour. «Ich bewahre mir ja immer etwas Hoffnung. Aber über die letzten zweieinhalb Wochen war Thomas eindeutig der Stärkste. Ich habe in keinem Moment Zeit auf ihn gewinnen können», wand ein enttäuschter Dumoulin seinem Rivalen einen Lorbeerkranz. Und Froome sagte: «Natürlich bin ich etwas enttäuscht. Aber Geraint ist verdient vorn. Und ich hoffe, dass das bis Paris so bleibt.» Nur noch eine Pyrenäenetappe bleibt, um Froome ein weiteres Mal zu enttäuschen.

Wenn der Sprinter in den Bergen fährt

Die ersten 100 m waren absolviert, da war Arnaud Demare schon aus dem Peloton herausgefallen. Der muskulöse Sprinter von Team FDJeux ist der letzte reine Sprinter in den Pyrenäen. Sein Verbleiben hatte er bis dato, so raunte es im Peloton, allerdings vor allem dem Festhalten am Teamfahrzeug zu verdanken. Noch vor der Hälfte der 17. Etappe, nach dem ersten von drei Anstiegen, hatte er bereits 15 Minuten Rückstand. Das Zeitlimit lag bei 38 Minuten. Es würde knapp werden. Vor dem Aufstieg zum letzten Gipfel lag der Rückstand bei 20 Minuten. Demare musste sich bravourös am Col de Val Louran-Azet geschlagen haben. Dass er auf dem letzten Anstieg nur neun Minuten auf Kletterer Nairo Quintana verlor, erboste aber den bereits ausgeschiedenen Sprintrivalen André Greipel. «Jemand sollte Demare sagen, dass es GPS-Tracking bei der Tour gibt. Hochachtung dafür, nur neun Minuten auf einem 17 km langen Anstieg zu verlieren», twitterte Greipel. Der Verdacht: Demare habe sich erneut am Auto hochziehen lassen. Für die heutige Flachetappe ist er haushoher Favorit. (tm)

105. Tour de France. 17. Etappe: Bagnères-de-Luchon–Saint-Lary-Soulan (65 km): 1. Quintana (COL) 2:21:27. 2. Martin (IRL) 0:28 zurück. 3. Thomas 0:47. 4. Roglic (SLO) 0:52. 5. Dumoulin (NED), gleiche Zeit. 6. Kruijswijk (NED) 1:05. 7. Bernal (COL) 1.33. 8. Froome (GBR) 1:35. 9. Landa (ESP), gleiche Zeit. 10. Sakarin (RUS) 2:01. 11. Majka (POL) 2:20. 12. Valverde (ESP) 2:32. 13. Bardet (FRA) 2:35. Ferner: 15. Fugl­sang (DEN) 4:00. 65. Küng (SUI) 19:37. 66. Frank (SUI). 74. Schär (SUI), beide gleiche Zeit. 85. Dillier (SUI) 21:03. Nicht gestartet: Gilbert (BEL/Bruch der Kniescheibe).

Gesamtklassement: 1. Thomas 70:34:11. 2. Dumoulin 1:59. 3. Froome 2:31. 4. Roglic 2:47. 5. Quintana 3:30. 6. Kruijswijk 4:19. 7. Landa 4:34. 8. Bardet 5:13. Ferner: 48. Frank 1:31:42. 51. Küng 1:34:20. 85. Dillier 2:16:26. 93. Schär 2:25:37.

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