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Die grosse Flugshow der kleinen Drohnen im Luzerner Verkehrshaus

Freitag bis Sonntag gehört die Arena im Verkehrshaus den Drohnen: Die Swiss Drone League sorgt für Spektakel in der Luft.
Peter Gerber Plech

Erinnern Sie sich an Claude Criblez und Thomas Leuenberger? Gemeinsam haben die beiden während gut 20 Jahren als Komikerduo Flügzüg ebensolches – der Faszination für die Langsamkeit geschuldet – durch die Gegend schweben lassen. Am Wochenende ist in der ­Arena im Verkehrshaus Luzern auch wieder viel «Flügzüg» unterwegs, allerdings nicht schwebend, sondern mit Tempi bis zu 140 km/h.

Bitte genau hinschauen: Die Drohne fliegt unter dem Flugzeugflügel durch. Bild: PD/Tobias Lackner (Luzern)

Bitte genau hinschauen: Die Drohne fliegt unter dem Flugzeugflügel durch. Bild: PD/Tobias Lackner (Luzern)

Ausgerüstet mit die Ich-Perspektive vermittelnden Videobrillen steuern Piloten mit ­Namen wie Downwind, FloFPV oder Swagger per Fernbedienung ihre zirka 500 Gramm schweren, mit Kameras ausgerüsteten Drohnen an der altehrwürdigen Swissair-Coronado vorbei und durch speziell errichtete Hindernisse. «Drohnenrennen sind die Formel E der Lüfte. Eine Mischung aus E-Sport, Virtual Reality und Sport», sagt Joris Zahnd, Mitbegründer der Swiss Drone League (SDL). «Weil physisch und vor Ort etwas passiert und vom Publikum gesehen werden kann, ist es nicht ein klassischer E-Sport und sehr publikumswirksam.»

Dazu passt, dass die Rennen am Samstag und Sonntag mit Funken- und Nebelmaschinen sowie einer Geschwindigkeitsmessung zusätzlich inszeniert werden.

Der Swagger bezieht sein Streichresultat

«Etwas passieren» wird also nach dem Event von Mitte Juli vom 23. bis 25. August erneut im Verkehrshaus Luzern, wenn das vierte von sechs Rennen der SDL-Meisterschaft stattfindet. Das Verkehrshaus sei ein besonderer Ort, wie der aus Schüpfheim stammende Swagger, mit bürgerlichem Namen Martin Schwaiger, sagt. «Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an Mitte Juli denke. Da fliegst du draussen, nicht wie sonst indoor, und unter anderem um dieses imposante Flugzeug herum – schlicht der beste ­Race-Track, den ich bisher gesehen habe.»

Swagger, in der Liga aktuell auf Platz 13 klassiert, 45 Jahre alt und von Beruf Tätowierer, wird aber ausgerechnet beim zweiten Luzerner Event fehlen und so seiner Ergebnisliste das erlaubte Streichresultat beifügen müssen. «Ich bin landesabwesend, werde aber sicher den Livestream verfolgen… und etwas traurig sein.»

Weil sich die Rennen in hohem Tempo abspielen, sei der Stressfaktor für die oft aus dem Modelflugsport kommenden Piloten relativ hoch, sagt Swagger. Neben guter Reaktionsfähigkeit, einer gewissen Feinmotorik und perfekter Auge-­Hand-Koordination braucht der Mensch an der Fernsteuerung noch eine besondere Gabe. «Ohne dreidimensionales Vorstellungsvermögen funktioniert es nicht. Wenn ich die Drohne um 180 Grad drehe oder einen Looping fliege, muss ich auch genau wissen, ob sich jetzt hinter mir ein Baum oder ein Hindernis befindet.»

Swiss Drone League

4. Rennen der Swiss Drone League vom 23. bis 25. August im Verkehrshaus Luzern (Arena): Für den Besuch wird ein Eintritts­ticket für das Verkehrshaus benötigt.

Programm: Freitag, 12 bis 17.50 Uhr: Trainingsläufe. – Samstag, 11 bis 17.30: Qualifikationsläufe. – Sonntag, 10.50 bis 12: Qualifikationsläufe. – 12.30 bis 16.55: Finals. – 17.00: Siegerehrung.

Livestream auf dem Youtube-Kanal der Swiss Drone League am Sonntag von 12 bis zirka 15.30. – Live-TV auf Teleclub Zoom am Sonntag von 15.30 bis zirka 17.00.

Weitere Infos unter: www.swissdroneleague.ch

Im Vergleich zu den Indoorrennen von Winterthur, Biel, Basel oder Bern kommt in Luzern noch eine Schwierigkeit hinzu. Der Wind. «Dieser ist beim Anflug auf ein Hindernis zu berücksichtigen, weil der Quadcopter sonst von der Ideallinie versetzt wird und das Hindernis verfehlt.»

Crashes werden massenweise produziert

Dank dem Videobild sitzt der Pilot virtuell «in» der Drohne und steuert sein Fluggerät. Dennoch wird er dankbar dafür sein, dass dem in der Realität nicht so ist. Denn die Rennen, bei denen jeweils vier Drohnen um die besten Positionen und schnellsten Zeiten kämpfen, produzieren massenweise Crashes. Den aus der Entfernung aktiven Piloten, die mit drei bis vier Drohnen zu den Wettkämpfen anreisen, entstehen dadurch – wie auch dem durch Netze geschützten Publikum – keine körperlichen Schäden, sondern nur Materialkosten. Diese bewegen sich für den einzelnen Piloten, abhängig von der Anzahl und Heftigkeit der Zusammenstösse oder Abstürze, im Bereich von mehreren hundert Franken pro Wochenende. Und dann kommen, weil der Drohnenpilot auch Mechaniker ist, unter Zeitdruck in der Boxenstrasse Lötkolben und anderes Werkzeug zum Einsatz. Auch deshalb darf sich die Swiss Drone League berechtigter­weise «Formel-E der Lüfte» nennen.

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