Die grossen Duelle zwischen Russi und Collombin

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Publikumsliebling aus Uri: Bernhard Russi. (Bild: Keystone)

Publikumsliebling aus Uri: Bernhard Russi. (Bild: Keystone)

1967–1976 Im Gesamtweltcup geben zum Start des Weltcup-Zirkus Ausländer den Ton an. Doch die fetten Schlagzeilen gehören den Schweizern Bernhard Russi und Roland Collombin, die sich legendäre Abfahrtsduelle mit Haken und Ösen liefern. Auf der einen Seite der wilde Haudegen und Lebemann Collombin; auf der anderen Seite Russi, der Traum jeder Schwiegermutter. Da zieht der erstgenannte, sich krank stellend, ein Schäferstündchen dem Abschlusstraining einer Hahnenkamm-Abfahrt lieber vor. Und lässt es gezielt den andern wissen, um ihn aus dem mentalen Gleichgewicht zu bringen.

«Ich hätte es nicht ungern gehabt», sagt Russi später, «wenn wir wie im Militär abends um 22 Uhr in Achtungsstellung vor dem Bett hätten stehen müssen.» Hin und wieder fehlte eben einer ...

Wie bei den Rad-Giganten Ferdi Kübler und Hugo Koblet ist die Schweiz in zwei Lager geteilt: Entweder ist man Fan des einen oder des andern. Beide gewinnen je acht Abfahrten, Russi wird dazu noch Olympiasieger und Weltmeister, die WM zählt damals ebenfalls zum Weltcup. Der Stern von Collombin verglüht nach zwei kapitalen Stürzen in Val d’Isère.

Von Jean-Claude Killy bis zu Annemarie Moser-Pröll

Jene Epoche kreiert Superstars, die heute noch klingende Namen besitzen. Jean-Claude Killy, Gesamtsieger der ersten zwei Weltcups; sein Nachfolger ist Karl Schranz, ebenfalls zweifacher Sieger; und Gustav Thöni, vierfacher Gewinner der Kristallkugel – sie zählen wie Annemarie Moser-Pröll (6 Gesamtsiege, 62 Rennsiege) zu den legendären Ikonen des Skisports. Killy (mit Schweizer Grossmüttern) gewinnt 1967 alle Abfahrten, Pröll 1972–1974 saisonübergreifend elf in Serie. (rhe)