St. Otmar hofft im Spitzenspiel der Handball-NLA auch auf das St. Galler Publikum

St. Otmar spielt am Dienstag ab 19.30 Uhr in der Kreuzbleiche gegen Cupsieger Pfadi Winterthur. Es ist die attraktivste Partie der fünften Handballrunde in der NLA.

Daniel Good
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Tobias Wetzel: Eigengewächs und Topskorer St. Otmars in dieser Saison. (Bild: Urs Bucher)

Tobias Wetzel: Eigengewächs und Topskorer St. Otmars in dieser Saison. (Bild: Urs Bucher)

St. Otmars Kreisläufer Tobias Wetzel ist das Heimspiel gegen den BSV Bern noch heute in bester Erinnerung: «Auf den Zuschauerrängen herrschte eine Superstimmung, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe. Die Begeisterung riss unsere Mannschaft richtiggehend mit.» Die St. Galler gewannen gegen Bern in der vierten Runde 34:28 und etablierten sich in der Spitzengruppe der NLA.

Spellerbergs Ideen greifen schon

Mit der Unterstützung des Publikums soll am Dienstag ab 19.30 Uhr in der Kreuzbleiche auch Pfadi Winterthur in die Knie gezwungen werden. «Wir sind heiss auf diese Partie und werden kämpfen bis zum Umfallen. Die Halle muss beben», so die St. Galler Spieler.

Der ETH-Student Wetzel hat in dieser Saison schon mit vielen guten Aktionen aufgewartet. Er profitiert von den neuen Mitspielern – in der Abwehr von Frédéric Wüstner, in der Offensive von Bo Spellerberg und Andrija Pendic. Der 25-jährige Wetzel sagt:

«Es macht wieder richtig Spass. Ich freue mich auf jedes Training.»

Die Fortschritte im St. Galler Spiel sind auch für Wetzel eng mit dem neuen Spielertrainer Spellerberg verbunden. «Es ist kein Zufall, dass wir besser sind als in den vergangenen Saisons. Der Trainer hat viel umgestellt. Wir trainieren nun häufig schon am Morgen und öfter als früher. Aber wir brauchen diese Zeit, um Spellerbergs Ideen vom Handballsport umzusetzen».

Wetzel weiter: «Wir haben uns Schritt für Schritt den neuen Spielsystemen in der Abwehr und im Angriff angenährt. Deshalb funktioniert schon relativ viel. Überdies ist seit Spellerbergs Ankunft das Athletiktraining professioneller aufgegleist.»

Nach Verlustpunkten in Führung

Alles sitzt noch nicht. Wetzel sagt: «Die Partie gegen Winterthur ist für uns eine willkommene Standortbestimmung. Wir haben ja erst vier Spiele hinter uns und wissen nicht genau, wo wir spielerisch stehen.» In der Tabelle sind die Fakten hingegen eindeutig. St. Otmar hat bloss einen Punkt weniger als Leader Bern, der ein Spiel mehr ausgetragen hat. Pfadi steht mit gleich vielen Zählern zu Buche wie St. Otmar.

Die Gratwanderung des besten Torschützen

Weil Benjamin Geisser zu Beginn der Saison wegen einer Hüftoperation fehlte, kam Wetzel auch häufig im Angriff zum Zug. Der Defensivspezialist brachte es auf 18 Treffer und ist der erfolgreichste Torschütze der St. Galler.

Wetzel ist seit vielen Saisons ein wichtiger Spieler in den Reihen St. Otmars und angehender Umweltingenieur mit den Vertiefungsgebieten Fluss- und Wasserbau. Im nächsten Sommer macht er den Master-Abschluss.

Die Frage nach der sportlichen Zukunft

Wetzel muss seit Jahren das Studium in Zürich und die Anforderungen im Spitzensport unter einen Hut bringen. Einfach ist das nicht immer, aber Wetzel ist bislang ohne Murren seinen Weg gegangen. Viele NLA-Handballer beenden die Karriere, wenn das Studium geschafft ist. Wetzel hat sich noch nicht entschieden, «aber wenn es weiter so läuft, will ich unbedingt weitermachen».