Formel 1

Die Jagd auf Mercedes ist eröffnet – Ferrari will wieder siegen

Am Sonntag startet die Formel 1 in die neue Saison. Ferrari liebäugelt wieder einmal mit dem Weltmeister-Titel.

Konstantin Furrer und Anes Filan
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Die Jagd auf Mercedes – insbesondere auf Lewis Hamilton – ist eröffnet.

Die Jagd auf Mercedes – insbesondere auf Lewis Hamilton – ist eröffnet.

Keystone

«Die Formel 1 ist langweilig geworden.» So oder ähnlich äusserte sich die Kritik an der höchsten Rennserie der Welt. Mercedes wurde im vergangenen November zum dritten Mal in Serie Weltmeister, und zuvor war es Sebastian Vettel im Red Bull, der während vier Jahren seine Gegner auf der Rennstrecke dominiert hatte. Es war klar: Veränderungen mussten her. Die Formel 1 soll ihre Attraktivität der früheren Jahre zurückgewinnen.

Die vor zwei Jahren angedachten Regeländerungen, die in diesem Jahr zum ersten Mal greifen, sind simpel: Die Autos sollen wieder schnell werden. Bis zu vier Sekunden pro Runde soll die Differenz zu den bisherigen Modellen betragen. Die Testwochen Anfang März in Barcelona haben gezeigt, die Autos sind tatsächlich um einiges schneller.

Die deutlich breiteren Reifen und die vergrösserte Bodenplatte sorgen für mehr Grip und Abtrieb, Kurven können also mit einer höheren Geschwindigkeit gefahren werden. «Wahrscheinlich werden wir in den nächsten Monaten Änderungen beim Nackenumfang der Fahrer sehen», sagte Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton in Barcelona und sprach dabei die höheren Fliehkräfte an.

GP-Kalender 2017

- 26.3.2017 Melbourne (Australien)

- 9.4. Shanghai (China)

- 16.4. Sakhir (Bahrain)

- 30.4. Sotschi (Russland)

- 14.5. Barcelona (Spanien)

- 28.5. Monte Carlo (Monaco)

- 11.6. Montréal (Kanada)

- 25.6. Baku (Aserbaidschan)

- 9.7. Spielberg (Österreich)

- 16.7. Silverstone (England)

- 30.7. Budapest (Ungarn)

- 27.8. Spa (Belgien)

- 3.9. Monza (Italien)

- 17.9. Singapur

- 1.10. Sepang (Malaysia)

- 8.10. Suzuka (Japan)

- 22.10. Austin (USA)

- 29.10. Mexico City

- 12.11. São Paulo (Brasilien)

- 26.11. Abu Dhabi (VAE)

Wie aussagekräftig die Testfahren in Barcelona aber wirklich sind, wird sich heute Freitag im ersten freien Training in Melbourne erstmals zeigen. Oft wurde betont, dass besonderes Ferrari in Spanien nicht ihr volles Potenzial offenbart hätten, wohl auch um sich nicht in die Karten blicken zu lassen. «Ferrari hat geblufft. Ich glaube, die können noch schneller fahren», sagte der britische WM-Titelaspirant Hamilton nach den Testwochen in Barcelona.

Ferrari überzeugt in Barcelona

Klar ist: Ferrari hat im Vergleich zum vergangenen Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Nicht umsonst zeigt sich der vierfache Weltmeister Vettel durchaus selbstbewusst vor dem Grossen Preis in Australien und fasst einen Angriff auf den WM-Titel ins Auge. Es war dann auch sein Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen, der in Barcelona mit 1:18.634 für die klar beste Rundenzeit sorgte – vier Zehntel vor Vettel.

Trotzdem: Die Ergebnisse der Testwochen in Barcelona sind mit Vorsicht zu geniessen. Bereits 2015 und 2016 sorgte Räikkönen für die Spitzenzeit – einen Sieg kann der Finne in den vergangenen zwei Jahren aber nicht aufweisen. Entsprechend tief stapelt Räikkönen: «Wir stehen in vielerlei Hinsicht besser da als vor einem Jahr, aber ob das auch im ersten Rennen so sein wird? Wir werden sehen.»

Die Teams im Überblick:

Mercedes AMG F1 Team Der Dominator der letzten drei Jahre gilt auch dieses Jahr als Favorit auf beide Titel. Sie können auf zwei erfahrene Piloten zählen, nämlich auf den dreifachen Weltmeister Lewis Hamilton und auf den Finnen Valtteri Bottas.
10 Bilder
Red Bull Racing Formula One Team Die Bullen sind seit der letzten Saison erster Verfolger der Silberpfeile. Daniel Ricciardo und Max Verstappen konnten 2016 zwei Rennen gewinnen (Spanien und Malaysia).
Scuderia Ferrari Der Traditions-Rennstall aus Maranello hat eine enttäuschende Saison hinter sich. Die Piloten Sebastian Vettel und Kimi Raikönnen konnten kein Rennen gewinnen. Dieses Jahr soll es besser werden.
Sahara Force India F1 Team Der indische Rennstall hat sich in der letzten Saison auf Platz vier vorgearbeitet. Jetzt haben sie Ferrari im Visier. Doch nach dem Abgang von Niko Hülkenberg (zu Renault) haben die Inder einen erfahrenen Fahrer verloren.
Williams Martini Racing Neben Ferrari enttäuschten vor allem auch die Briten. 2016 mussten sie sich von Force India geschlagen geben.
McLaren Racing Nach der desaströsen Saison 2015 konnten sich die Briten 2016 fangen und auf einen soliden sechsten Platz in der Konstrukteurswertung fahren. Mit dem Abgang von Weltmeister Jenson Button haben sie allerdings einen wichtigen Piloten verloren. Mit Fernando Alonso bleibt aber ein Doppel-Weltmeister im Team.
Scuderia Toro Rosso Das Schwesternteam von Red Bull Racing hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Fahrer Daniil Kvyat und Carlos Sainz jr. bleiben auch dieses Jahr im Cockpit.
Haas F1 Team Der Neueinsteiger konnte nach einem phänomenalen Start (6. Platz in Melbourne) nicht in dieser Geschwindigkeit weiterfahren. Der ehemalige Sauber-Pilot Esteban Gutierrez blieb sogar ohne Punkt. Der Genfer Romain Grosjean, der mit einer französischen Lizenz fährt, konnte allerdings ein paar Mal in die Top-Ten fahren.
Renault Sport F1 Team Die ambitionierten Franzosen (Ziel: 2020 WM-Titel) konnten mit Niko Hülkenberg einen erfahrenen und schnellen Piloten verpflichten. Dieser soll das Team nun regelmässig mit Punkten versorgen.
Sauber Motorsport Die Hinwiler Truppe konnte ein Blamage in der letzten Saison gerade noch verhindern. Felipe Nasr, der mittlerweile wegen fehlenden Finanzmitteln nicht mehr im Team ist, konnte in Brasilien zwei Punkte holen. Mit Pascal Wehrlein hat man aber einen adäquaten Ersatz gefunden.

Mercedes AMG F1 Team Der Dominator der letzten drei Jahre gilt auch dieses Jahr als Favorit auf beide Titel. Sie können auf zwei erfahrene Piloten zählen, nämlich auf den dreifachen Weltmeister Lewis Hamilton und auf den Finnen Valtteri Bottas.

Keystone