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Die Jugend forscht im EV Zug

Zuletzt haben viele junge Zuger Spieler auf höchster Stufe eine Chance erhalten. Wie sie sich entwickeln, ist schwierig abzuschätzen.
Sven Aregger
Einer der Jungen: Livio Langenegger (21) beim Aufwärmen vor dem National-League-Spiel zwischen dem EV Zug und dem HC Ambri-Piotta. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 11.Oktober 2019)

Einer der Jungen: Livio Langenegger (21) beim Aufwärmen vor dem National-League-Spiel zwischen dem EV Zug und dem HC Ambri-Piotta. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 11.Oktober 2019)

In der laufenden Saison erlebten gleich drei junge Spieler im EV Zug einen besonderen Moment: die Feuertaufe in der ersten Mannschaft. Der Schwyzer Livio Langenegger gelangte in allen drei Wettbewerben zum Einsatz. Jordann Bougro, der Franzose mit Schweizer Lizenz, erhielt bisher zweimal die Chance in der National League. Und der Hochdorfer Cyril Oehen debütierte in der Champions Hockey League. Die drei Stürmer, die dem Farmteam EVZ Academy in der Swiss League angehören, machen ihre ersten Schritte im professionellen Hockey. Und sie stehen stellvertretend für einen EV Zug, der gerade ziemlich jugendlich daherkommt. Zuletzt waren bis zu neun ehemalige und aktuelle Spieler der EVZ Academy mit dem NL-Team auf dem Eis, keiner von ihnen ist älter als 22-jährig.

Natürlich ist die gegenwärtige Verjüngung des Kaders auch den Verletzungen von Stammkräften geschuldet. Da gibt es durchaus Parallelen zur vergangenen Saison. Auch damals fielen Leistungsträger aus, Talente wie Sven Leuenberger, Yannick Zehnder und Livio Stadler konnten mehr Verantwortung übernehmen. Und sie nutzten die Chance. Sportchef Reto Kläy sagt: «Verletzungen kann es immer wieder geben in einer Saison. Die jungen Spieler schlüpfen so in eine wichtigere Rolle. Und wir sehen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen.»

Die Nachwuchsförderung ist ein zentraler Faktor in Zug, der Klub will nichts weniger als die beste Ausbildungsstätte im Schweizer Eishockey werden. Dafür hat er 2014 die Hockey Academy und 2016 das Farmteam gegründet. In drei Jahren soll die Hälfte des National-League-Kaders aus Spielern aus dem eigenen Nachwuchs bestehen. Im Gegenzug werden die Schlüsselpositionen hochkarätig besetzt, was sich beispielhaft in den Verpflichtungen des Stürmers Grégory Hofmann und des Torhüters Leonardo Genoni manifestiert. Mit dieser Philosophie strebt der EVZ nach dem zweiten Meistertitel in seiner Geschichte.

Im Farmteam sind nur wenige älter als 21

Die Strategie ist aber auch eine Gratwanderung, gepflastert mit Unwägbarkeiten. Denn wie der Reifeprozess von jungen Spielern verläuft, ist schwierig abzuschätzen. «Nur eine oder zwei Partien in der National League reichen nicht, um sich ein Bild zu machen. Es braucht Erfahrungswerte über mehrere Monate», sagt Kläy. Hinzu kommt, dass die Zeit in der EVZ Academy begrenzt ist. Das Durchschnittsalter im Team beträgt 20 Jahre, nur drei Spieler sind über 21, darunter der Däne Emil Kristensen (27). Langenegger, Bougro und Oehen beispielsweise sind 21-jährig, und sie alle haben auslaufende Verträge. Kläy sagt: «Sie sind in einem Alter, das wegweisend ist für den weiteren Verlauf ihrer Karriere.»

Bei den Nachwuchsspielern sind diverse Szenarien denkbar. Eine Möglichkeit: Sie unterschreiben nach ihrer Academy-Zeit bei einem ambitionierten Swiss-League-Klub. Ein gangbarer Weg ist auch der Wechsel zu einem anderen Verein in der National League oder – wie jüngst gesehen bei Tobias Geisser und Nico Gross – nach Nordamerika. Und nicht zuletzt besteht die Chance auf den Sprung in die erste Zuger Mannschaft. Laut Kläy sollen in der nächsten Saison wieder ein oder zwei Plätze für junge Spieler freiwerden. Eine Standortbestimmung wird aber erst um die Jahreswende erfolgen, wenn der Zuger Sportchef mehr Anhaltspunkte hat, wie sich die Talente entfalten und wie das Kader in der höchsten Spielklasse definiert werden soll. Für die Nachwuchskräfte geht es in diesen Wochen auch darum, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Wieder ein Zuger Auswärtsspiel im Cup

Im Cup kommt es in den Viertelfinals zu einer Neuauflage des Finals der letzten Saison. Die Rapperswil-Jona Lakers empfangen Titelverteidiger Zug zur Revanche. Der EVZ wartet damit weiterhin auf sein erstes Heimspiel seit der Neulancierung des Wettbewerbs im Jahr 2014. (ars)

Schweizer Cup. Viertelfinals (26. November): Rapperswil-Jona Lakers – Zug, Biel – SCL Tigers, Davos – Bern, Ajoie – ZSC Lions.

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