Die Schlüsselfigur beim HC Kriens-Luzern: Marcel Lengacher

Kriens-Luzern will heute Sonntag (17.00 Uhr, Krauerhalle) mit einem Heimsieg gegen Suhr Aarau einen grossen Schritt in Richtung Finalrunde tun. Im Fokus: Marcel Lengacher, der Rückkehrer.

Roland Bucher
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Wichtiger Mann im Gefüge des HC Kriens-Luzern: Marcel Lengacher. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 8. September 2018))

Wichtiger Mann im Gefüge des HC Kriens-Luzern: Marcel Lengacher. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 8. September 2018))

Die linke Flügelflanke beim HC Kriens-Luzern ist im Prinzip die Schokoladenseite. Einerseits weibelt hier Adi Blättler, der wirbligste Aussenangreifer der Liga und inzwischen in die Nationalmannschaft aufgestiegen; andererseits feuert auf der gleichen Position Marcel Lengacher, der «Terrier», wie ihn Trainer Goran Perkovac liebevoll betitelt.

Das war bis vor zwei Wochen so, bis vor dem Spiel in Winterthur, bei welchem sich Blättler die Handwurzel verknackte und eine Drei-Monate-Absenz beschieden bekam. «Das ist ärgerlich», sagt Perkovac. Doch: Die linke Flügelposition verkommt keineswegs zur Problemzone. Ganz im Gegenteil: Auf dieser Position hat sich mit Marcel Lengacher (26) in dieser Saison ein talentiert-routinierter Mann beliebt gemacht, der nach fünfeinhalb Lehr- und Wanderjahren beim BSV Bern Muri den Weg zurück in seine Heimat gefunden hat. «Wir sind alle froh, dass er wieder bei Kriens ist», schwärmt Perkovac, «er ist ein unerhört wichtiger Mann in unserem Gefüge. Kampfstark, bissig und doch abgeklärt.» Eben – ein Terrier. Und der Trainer zweifelt keinen Augenblick daran, dass er, Leng­acher, stark genug sei, 60 Minuten lang auf seiner Seite rauf und runter zu rattern. Und vor allem auch: Tore zu werfen.

Freiräume gegen Suhrs Abwehr

Tore, wichtige Tore werfen: das ist heute Abend eine der Hauptaufgaben von Marcel Lengacher. Der 1,88-Meter-Mann (90 Kilo), Handball-Flügel ohne Firlefanz, aber mit viel Tempo, Effizienz und Entschlossenheit beim Abschluss, trägt heute eine Schlüsselrolle. «Suhr ist ja bekannt dafür», umreisst er das taktische Kalkül, «dass es aggressiv 5:1 verteidigt. Und das bedeutet, dass wir auf den Flügelpositionen ­einige paar Zentimeter mehr Raum bekommen. Und diesen nützen müssen. Wenn wir unsere Qualitäten austrumpfen, dann haben wir eine gute Chance, Suhr wie im Hinspiel zu schlagen.» Und wieder über den Strich zu klettern – und wenn immer auch möglich nicht mehr runterzukippen.

«Sportliche und private Gründe»

Marcel Lengacher ist ein junger, strebsamer Mann, absolviert den Master in den Rechtswissenschaften, nähert sich dem Anwaltspatent. Bei Bern Muri reifte er zu einem der besten linken Flügel in unserem Land, trug die Captainbinde und debütierte auch bereits in der Nationalmannschaft. «Aber sechs Jahre in der Fremde sind genug», sagt er, der das Handball-Einmaleins in Luzern erlernte, «ich wollte zurück nach Luzern, dorthin, wo meine Heimat ist.» Dort, wo er in einem Stadtquartier mit seiner langjährigen Freundin Katrin Domizil bezogen hat, dorthin, wo er mit Kriens eine neue alte Liebe gefunden hat. Und betont: «Wir sind ein gutes Team, wir machen unseren Weg.»

Erster Schritt auf diesem Weg (in die Finalrunde): heute Abend. Mit Marcel Lengacher als Prot­agonisten.