Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Die Kurve zeigt steil nach unten

Die nächste Enttäuschung für Kriens: Der SCK verliert das zweitletzte Heimspiel gegen den FC Wil 1:2 (0:1). Ab sofort hat im Kampf gegen den Abstieg das grosse Zittern begonnen.
Turi Bucher
Der Krienser Albin Sadrijaj (in Grün-Weiss) im Zweikampf mit dem Wiler Dominik Schmid (rechts). (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 11. Mai 2019))

Der Krienser Albin Sadrijaj (in Grün-Weiss) im Zweikampf mit dem Wiler Dominik Schmid (rechts). (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 11. Mai 2019))

Ja, da liefen sie auf dem Platz, Fanger, Siegrist, Sulejmani und so weiter, sie waren es wirklich und leibhaftig – aber es war nicht der SC Kriens, wie ihn die Fans und Anhänger kennen: Der Auftritt des SCK in diesem so wichtigen Abstiegskampf war – zumindest 75 Minuten lang – eine einzige Enttäuschung.

Soll ja keiner behaupten, Wil, der Gegner, sei besonders gut gewesen. Bei weitem nicht. Es war nämlich so: Kriens war richtig schlecht. Kriens spielte blutleer, emotionslos, unentschlossen, ohne Tempo, harmlos, ohne Esprit, ohne Mumm. Richtig schwach war das.

Kriens lethargisch und lange ohne Strafraumszene

Das Heimteam hatte in der ersten Halbzeit keine einzige rich­tige gefährliche Szene im Strafraum der Wiler. Ein missglückter Schuss von Jan Elvedi nach einem Eckball in der 39. Minute – das war’s. Wil ging seinerseits nach einem Corner in der 27. Minute per Kopfball von Etienne Scholz in Führung. Der SCK reagierte . . . lethargisch, schläfrig, nicht so, als gelte es, sich ausgerechnet in diesem Spiel gegen den Abstieg zu stemmen, sich nochmals wichtige Punkte zu erkämpfen.

Als Dominik Schmid in der 53. Minute mit seinem Weitschuss den Pfosten traf und Wil-Stürmer Sergio Cortelezzi beim zurückprallenden Ball nur noch den Fuss hinhalten musste, ­bedeutete dies das 2:0 und die Vorentscheidung zu Gunsten der vom ehemaligen Nationalspieler und Bayern-Star Ciriaco Sforza gecoachten Wiler.

Gewiss, Kriens versuchte sich jetzt zurückzukämpfen. Admir Seferagic gelang in der 76. Minute nach einem schönen Zusammenspiel mit Nico Siegrist das 1:2. Eigentlich war es der erste ­gelungene SCK-Angriff in dieser Partie. Und es wäre noch genug Zeit übrig gewesen, wenigstens einen Punkt sicherzustellen. Aber der Exploit blieb aus, vielmehr kehrte bei den Vorwärtsversuchen die Hilflosigkeit ins Krienser Spiel zurück. Marian Urtic hätte in der 93. Minute mit seinem Kopfball das 2:2 realisieren können, müssen – verdient wäre es irgendwie nicht gewesen.

Die Luft ist irgendwie draussen

Kriens-Sportchef Bruno Galliker machte nach dem Schlusspfiff eine Miene, als hätte er in einen sauren, ja faulen Apfel gebissen. «Aber ich will trotzdem das Positive erwähnen», sagte er. «Die Mannschaft hat nach dem 0:2 nicht resigniert, sondern eine Reaktion gezeigt. Die Mannschaft lebt!» Diesen Eindruck hinterliess der SCK während fünf Sechsteln der Spielzeit allerdings nicht.

Die Krienser Kurve zeigt seit einigen Spieltagen steil nach unten, und der SCK kann sich für den Schlussspurt nicht mehr neu erfinden. Irgendwie ist die Luft draussen, stattdessen geistert das Abstiegsgespenst wie wild in den Krienser Köpfen: Vieles deutet nun darauf hin, dass der Aufsteiger darauf angewiesen ist, dass Chiasso nicht mehr über sich hinauswächst. Doch Chiasso siegte gestern im Heimspiel gegen Rapperswil-Jona 2:1 und ist bis auf zwei Punkte an den SCK heran- gerückt.

Kann Kriens überhaupt noch punkten?

Armer SC Kriens. Er muss in den drei Schlussrunden gegen die drei Tabellenersten Aarau (2., auswärts am nächsten Mittwoch), Lausanne (3.) und Servette (1.) antreten. Wie, bitteschön, sollen da – die enttäuschende Leistung gegen Wil als Massstab genommen – noch SCK-Punkte dazukommen?

Kriens – Wil 1:2 (0:1)

Kleinfeld. – 1200 Zuschauer. – SR Piccolo.

Tore: 27. Scholz 0:1. 53. Cortelezzi 0:2. 76. Seferagic 1:2.

Kriens: Enzler; Urtic, Elvedi, Fanger, Mijatovic; Sadrijaj; Siegrist, Wiget (71. Cirelli), Selmani (57. Sukacev), Dzonlagic (46. Berisha); Sulejmani (57. Seferagic).

Wil: Kostadinovic; von Niederhäusern, Rahimi, Havenaar; Gonçalves, Scholz (46. Breitenmoser), Schmid, Hefti (65. Schällibaum); Audino; Cortelezzi (90. Gasser), Savic (81. Hoxha).

Bemerkungen: Kriens ohne Chihadeh (gesperrt) und Costa (verletzt). Wil ohne Lombardi (gesperrt), Silvio, Djordjevic, Schäppi, Gülünay, Beka, Latifi und Zé Eduardo (alle verletzt). 53. Pfostenschuss Schmid. 58. Lattenschuss Cortelezzi. Verwarnungen: 34. Wiget (Foul), 37. Sadrijaj (Foul), 66. Savic (Foul), 86. Seferagic (Foul), 87. Breitenmoser (Unsportlichkeit).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.