Fussball
Playoff-Start verpatzt: Die Luzernerinnen haben sich zu billig verkauft

Das Hinspiel der Playoff-Viertelfinals verliert der FC Luzern gegen die Grasshoppers 2:5. Damit sind die Halbfinalträume ausgeträumt.

René Barmettler
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Luzerns Flügelspielerin Chiara Messerli (links) beschäftigt die Grasshoppers-Verteidigerin Marta Cazalla Garcia.

Luzerns Flügelspielerin Chiara Messerli (links) beschäftigt die Grasshoppers-Verteidigerin Marta Cazalla Garcia.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 7. Mai 2022)

Anders als im Eishockey, Handball oder Basketball spielt es in den Fussball-Playoffs eine Rolle, wie hoch ein Spiel gewonnen oder verloren wird. Den Grasshoppers dürften nach dem klaren Ergebnis im Hinspiel diese drei Tore Vorsprung zu Hause nicht mehr zu nehmen sein. Spielerisch gefielen die Luzernerinnen gegen das favorisierte GC durchaus. Aber bei allen fünf Gegentoren blieb ein fader Beigeschmack: Der FCL hat sich zu billig verkauft. «Das Resultat ist deutlich zu hart, aber das zeigt halt die Qualität des Gegners», musste FCL-Trainer Edvaldo Della Casa anerkennen.

«Mein Team hat aber bis am Schluss eine Top-Mentalität bewiesen.»

In der Verteidigung fehlte Flavia von Känel, die sich im letzten Meisterschaftsspiel die Achillessehne verletzt hat und inzwischen operiert wurde. Auch Debora Vogl fehlte verletzungshalber und Schlüsselspielerin Alena Bienz hat nach langer Verletzungspause zu wenig Spielpraxis, um über 90 Minuten zu spielen.

2:1-Vorsprung viel zu schnell preisgegeben

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Luzernerinnen praktisch von Beginn weg. Die Grasshoppers gingen in der zweiten Minute nach einem Corner und dem Kopftor durch Laura Walker 1:0 in Führung. Die Innenverteidigerin war es auch, die vier Minuten danach einen Foulpenalty verursachte, den Chiara Messerli souverän zum 1:1 verwertete. Es kam noch besser für das nun entfesselte Heimteam: Ein klug ausgeführter Freistoss in der 14. Minute, Elena Mühlemann kam zum Schuss, dann zum Nachschuss – 2:1.

Das war es dann aber mit dem Luzerner Höhenflug. Drei Gegentreffer kassierte die Equipe noch vor der Pause. Frustration pur vor allem bei FCL-Torhüterin Lea van Weezenbeek: Beim 2:2-Ausgleich (23.) hätte sie den Fünferraum nicht verlassen dürfen, es befanden sich zwei Luzernerinnen bei der Flankengeberin. So konnte Celina Tenini nur noch ins leere Tor einschieben. Unglücklich auch der Gegentreffer zum 2:4: Der Schuss von Marilena Widmer aus rund 25 Metern war zwar schön anzusehen, aber er wäre haltbar gewesen.

Nach einer Stunde machten die Zürcherinnen nach dem 5:2 durch Widmer den Deckel drauf und konzentrierten sich anschliessend auf das Verwalten des Vorsprungs. So blieb am Ende der Frust und das Unverständnis, wie es zu dieser klaren Niederlage kommen konnte. «Es nützt der beste Game-Plan nichts, wenn man solche Gegentore erhält», sagte Della Casa, ein Kompliment wollte er dann doch noch loswerden:

«Es gefiel mir, wie wir auf den 0:1-Rückstand reagiert haben. Wir spielten gutes Pressing und guten Fussball, es sah richtig lebendig aus.»

Leider aus Luzerner Sicht wird es wohl GC sein, das diese Playoff-Spiele überleben wird.

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