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Kolumne

Die Party geht weiter – ausser Torgarant Hoarau fällt in ein Loch

Der Kater der Meistersause ist längst ausgeschlafen. Die Saison 2019/20 steht vor der Tür. Bevor es losgeht, schreiben wir mehr oder weniger ernst gemeinte Briefe an ausgewählte Expontenten der Super League. Wir beginnen mit YBs Sturmgigant Guillaume Hoarau und der Angst, dass er in eine Entlastungsdepression verfallen könnte.
Sébastian Lavoyer

Lieber Guillaume Hoarau

Sie sind ganz oben angekommen. Zwei Meistertitel mit YB in Folge. Wer hätte das bei Ihrer Ankunft 2014 für möglich gehalten? Da warteten die Young Boys seit 28 Jahren auf einen Meistertitel, Scheitern war Programm, «veryoungboysen» schon fast im Duden. Unterdessen sind Sie 35-jährig, Sie haben YB zum Meister geknipst, wurden Torschützenkönig. Sie stürmten nicht nur auf dem Platz, sondern mit Lo und Leduc auch die Bühne.

Was sollen Sie jetzt noch erreichen (ausser dem Cupsieg)? Die Luft wird dünn. Es droht die grosse Leere. So weit soll es nicht kommen. Neue Ziele müssen her. Ziele für Old Boy Hoarau, also für Sie, nicht für Ihr Team, die Young Boys.

Ihnen fehlen nur noch 19 Tore, um Marco Streller als Leader der ewigen Torschützenliste der Super League einzuholen. Schiessen Sie wie vergangene Saison 24 Tore, ist der FCB auch diesen Rekord los. Im Sommer 2020 endet Ihr Vertrag. Sie aber brauchen Perspektive, wir wollen keine Entlastungsdepression riskieren.

Hier kommt Sportchef Christoph Spycher ins Spiel. Er muss mit Ihnen verlängern! Bis 2023! Er gäbe Ihnen damit nicht nur eine Zukunft, sondern auch die Möglichkeit einen weiteren Rekord zu knacken: den des ältesten Torschützen der Super League. Rekordhalter? Walter Samuel mit 38 Jahren und 21 Tagen. Ein einziges Törchen nach dem 27. März 2022 und der Rekord gehört Ihnen.

Sollten Sie auch danach munter weitertreffen, könnten Sie glatt Georges Bregy abfangen, bis heute mit 161 Toren erfolgreichster Torschütze in der höchsten Schweizer Liga. Halten Sie Ihren Schnitt von 18,4 Toren pro Saison, kämen Sie 2023 auf gerundete 166 Tore.
Selbst wenn Sie das schaffen, lauert da noch immer diese Leere. Ausser «geyoungboyst» findet just in diesem Moment Eintrag in den Duden. Oder Sie nehmen ein tiefenentspanntes Reggae-Album mit Dodo auf. Ansonsten gäbe ich Ihnen die Nummer meines Vaters. Denn irgendwann weiss ich auch nicht mehr weiter. Und er ist Psychiater und sowieso irgendwie schuld an diesen Zeilen.

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