Der SC Kriens feiert noch einen letzten, stolzen Sieg – und beendet die Saison auf dem fünften Platz

Der SC Kriens gewinnt das letzte Spiel gegen Barrage-Teilnehmer Vaduz mit 2:1 (1:1). Für die Krienser geht eine sensationelle Saison zu Ende.

Turi Bucher
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Kriens-Stürmer Igor Tadic (Kriens) und seine Fans feiern den Siegtreffer zum 2:1.

Kriens-Stürmer Igor Tadic (Kriens) und seine Fans feiern den Siegtreffer zum 2:1.

Michael Zanghellini/Freshfocus / freshfocus

Freude herrscht in Kriens: Der SCK «thront» in seiner zweiten Saison nach dem Aufstieg in die Challenge League auf dem bravourösen 5. Schlussrang und bezwingt im letzten Spiel den zweitplatzierten FC Vaduz mit einem schönen 2:1-Sieg.

Wie schon in den letzten beiden Partien geriet der SC Kriens auch gegen Vaduz in den Startminuten in Rückstand. SCK-Goalie Pascal Brügger irrte durch den Strafraum, Vaduz-Stürmer Manuel Sutter profitierte zum 1:0. Die misslungene Aktion und der Rückstand befeuert die Torhüterfrage beim SCK: Braucht es eine neue Nummer 1? Die Antwort lautet: Eher ja, wohl schon.

Weil der Vaduzer Denis Simani in der 38. Minute eine Hereingabe von Daniel Follonier ins eigene Tor beförderte, stand es zur Pause 1:1. Ein verdienter Ausgleich für den SCK, auch wenn es ein Eigentor war.

Eine unvergessliche Saison für die Grünweissen

Die Gäste aus Liechtenstein mussten im Rennen um Tabellenrang 2 und um die beiden Barragespiele nie richtig nervös werden. Auch nicht, als sie in der 70. Minute 1:2 in Rückstand gerieten. Es war ein herrlicher Kopfballtreffer durch Igor Tadic, der durch den laufstarken und wirbligen Dario Ulrich sowie am Schluss durch Follonier vorbereitet wurde. Vaduz-Trainer Mario Frick und sein Team hatten nämlich bald nach der Pause durchatmen können, denn unterdessen lag Barrage-Konkurrenz GC gegen Winterthur 0:2, dann 0:3 und schliesslich schamlos 0:6 im Hintertreffen. Das machte schliesslich und definitiv klar: Vaduz hat sich diese Barragespiele redlich verdient (auch wenn es dann gegen Sion oder Thun kaum realistische Aufstiegschancen haben wird).

Aber in den restlichen Spalten und Zeilen soll hier wirklich nur noch vom SC Kriens die Rede sein. Von einer sensationellen Saison, auf welche die gesamte Kleinfeld-Familie richtig stolz sein darf. «Wir haben in einer schwierigen Zeit so viele gute Leistungen gezeigt, wir haben so viele Fussballfeste geboten», sagte SCK-Präsident Werner Baumgartner, als er nach dem eindrücklichen 2:1-Sieg gegen Vaduz längst auf dem Spielfeld stand und seine Crew Corona-konform herzte.

Die Party nach einer Saison, die für den SC Kriens unvergesslich bleiben wird, dauerte noch eine ganze Weile an. Manch einer «weigerte» sich, das Stadion zu verlassen. Die Standing Ovation für die SCK-Spieler wurde sozusagen zum Standbild, die Fans feierten diesen Meilenstein in der SCK-Vereinsgeschichte mit ebenso viel Ausdauer, wie die Halbprofis vorher auf dem Kunstrasen Vaduz müde rannten.

Das grosse Fragezeichen: Bleibt Stürmer Abubakar?

Nun folgen bis zum Trainingsstart in die neue Saison nur gerade zwei Wochen Pause. Und es folgt vor allem: Das grosse Zittern um das SCK-Spielerkader. Abubakar, Follonier, Kukeli – bleiben die Stützen dieser so erfolgreichen Saison oder verlassen sie das Kleinfeld? Thomas Bickel, der (abtretende) Sportchef des FC Zürich, war jedenfalls auch am Sonntag wieder im Krienser Stadion. «Ja, wegen Abubakar», bestätigte Bickel. Wie wird die SCK-Mannschaft 20/21 aussehen? Diesen «Match» muss Kriens-Sportchef Bruno Galliker in den kommenden Wochen bestreiten: Ein taugliches, fähiges Spielerkader zusammenzurufen, möglichst eines, das auch in der kommenden Saison die Fussball-Schweiz wieder aufhorchen lässt.

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