Die Schlussphase in der Super League: Sion und Thun wehren sich gegen die Barrage, aber...

Der formschwache FCZ ist noch nicht ganz aus dem Schneider. Gut für ihn, sind nur noch zwei Runden zu spielen.

Markus Brütsch
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FCZ-Trainer Ludovic Magnin hadert.

FCZ-Trainer Ludovic Magnin hadert.

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Ja, der FC Zürich wird doch nicht etwa noch…

Wer Trainer Ludovic ­Magnin und Verteidiger Kevin Rüegg zuhört, ist sich allerdings nicht mehr so sicher, ob sich die Zürcher selber noch sicher sind, nicht auf den letzten Drücker in die Barrage verwiesen zu werden. Unglaublich: Nach einem 2:0-Sieg über Servette am 4. Juli waren sie noch punktgleich mit den viertplatzierten Romands und durften sich alle Chancen auf einen Europacupplatz ausrechnen. Die Barrage? Was für eine Frage, angesichts der 17 (!) Punkte Vorsprung auf den Tabellenneunten FC Sion.

Keine nachhaltige Entwicklung unter Magnin

Sechs Runden später, es ist noch immer Juli, ist Aufsteiger Servette um sieben Punkte enteilt und spielt bald international. Der FCZ indes hat bei einem Torverhältnis von 2:16 nur einen kümmerlichen Punkt dazugewonnen. Natürlich: Die zehntägige Quarantäne hat ihn nicht gerade bevorteilt. Doch wer gesehen hat, wie Präsident und SFL-Komiteemitglied Ancillo Canepa am 25. Juni beim Sieg in St. Gallen mit seinen Spielern gejubelt hat, das Social Distancing und die Vorbildfunktion gegenüber der Mannschaft komplett ausser acht lassend, braucht sich über die CoronaZwangspause nicht zu wundern. Dass diese wenigstens dazu genützt worden wäre, grundsätzlich über die Leistungen der ersten Mannschaft nachzudenken, ist aber nicht ersichtlich. Denn bereits vor dem Unterbruch hatte der FCZ in diesem Kalenderjahr aus fünf Spielen nur zwei Punkte geholt. Eine nachhaltige Entwicklung in die richtige Richtung ist unter Magnin seit dessen Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren nicht zu beobachten.

Das Glück des FCZ ist, dass nur noch zwei Runden zu spielen sind und ihm deshalb trotz der miserablen Tordifferenz (-26) die sechs Punkte Vorsprung auf Sion und Thun zum Ligaerhalt wohl reichen werden.

Der FC Zürich spielt im Moment wenig berauschend. Benjamin Kololli (im Bild) bildet oft eine Ausnahme.

Der FC Zürich spielt im Moment wenig berauschend. Benjamin Kololli (im Bild) bildet oft eine Ausnahme.

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Ein Unentschieden genügt dem FCZ wie auch Luzern

Zumal er am Freitag beim punktgleichen Luzern antreten darf und ein Remis beide Clubs aller Sorgen entledigt. Die Unterschiede der Rangprämien betragen in diesem Tabellenbereich am Ende der Saison zwar jeweils 100 000 Franken, doch in der Situation des FCZ hat der sichere Klassenerhalt gewiss Priorität. Dass auch noch Luzern oder Lugano in Not geraten könnten, ist nicht anzunehmen. Dafür ist die Tordifferenz der Zentralschweizer zu gut (-9, Thun: - 22). Und die Tessiner sind seit sechs Partien ungeschlagen und dürfen zuletzt noch gegen Absteiger Xamax antreten.

So läuft in den beiden letzten Runden im Kampf gegen den Barrageplatz weiterhin alles auf das erwartete Duell zwischen dem FC Sion und dem FC Thun hinaus. Beide sind punktgleich, doch die Walliser haben die deutlich bessere Tordifferenz (–15, Thun –22).

Das Restprogramm scheint indes für die Thuner zu sprechen. Im Wallis befürchtet man möglicherweise nicht ganz zu Unrecht, der FC Basel werde im Hinblick auf den bevorstehenden Europa-League-Achtelfinal gegen Frankfurt in Thun einige Titulare schonen. Und zum Abschluss treten die Oberländer noch beim Punktelieferanten FCZ an. Sion derweil spielt morgen gegen Titelfavorit YB und muss am Montag Servette aufsuchen. Geschenke sind in Genf nicht zu erwarten.