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Vor der Rugby-WM: Die Dominanz der übermächtigen All Blacks bröckelt

Neuseeland muss sich an der Rugby-WM in Japan, die am Freitag beginnt, vor fünf Herausforderern in Acht nehmen.
Ives Bruggmann
Vor jedem Länderspiel führen die Neuseeländer den traditionellen Kriegstanz «Haka» auf. (Bild: Hannah Peters/Getty)

Vor jedem Länderspiel führen die Neuseeländer den traditionellen Kriegstanz «Haka» auf. (Bild: Hannah Peters/Getty)

Neuseeland ist im Rugby das Mass aller Dinge. Die vergangenen zwei WM-Titel 2011 und 2015 sicherten sich die «All Blacks» scheinbar mühelos. Die letzte Niederlage an einer WM liegt fast zwölf Jahre zurück. Während zehn Jahren stand Neuseeland zudem bis vor kurzem ununterbrochen an der Weltranglistenspitze. Doch in diesem Jahr trat die Rugbymacht nicht immer so stilsicher wie gewohnt auf – und verlor die Spitzenposition im Ranking.

In Australien setzte es mit dem 26:47 sogar die höchste Niederlage überhaupt in total 165 Aufeinandertreffen der beiden Rivalen ab. Der Umbruch nach dem Titelgewinn 2015 schien längst vollzogen, doch nun kamen wieder Zweifel auf. Spielmacher Beauden Barrett musste vor allem aufgrund ­ungenügender Quoten bei den Kicks dem aufstrebenden Richie Mo’unga weichen und agiert nun als Schlussmann. Dass die «All Blacks» unter Druck am stärksten sind, zeigten sie mit der Reaktion auf die historische Niederlage gegen Australien: 36:0 gewannen sie das Rückspiel und sendeten damit vor der WM ein starkes Zeichen an die Konkurrenz.

Südafrika

Der zweifache Weltmeister gewann zuletzt die Rugby Championship, die offizielle Meisterschaft der besten Teams der Südhalbkugel. Südafrikas Stil ist traditionell durch Physis, Härte und direktes Spiel geprägt. Zum Auftakt treffen die «Springboks» am Samstag gleich auf Neuseeland. Die Partie wird bereits als mögliche Generalprobe für den Final gehandelt. Seit Sportdirektor und Trainer Rassie Erasmus die Regel abschaffte, dass Spieler, die im Ausland unter Vertrag stehen, nicht für das Nationalteam auflaufen dürfen, geht es steil bergauf.

Irland

Die Zuversicht in Irland ist riesig. Die Auswahl des neuseeländischen Trainers Joe Schmidt reist als Weltnummer eins nach Japan. Die Iren haben sich den Status als Mitfavorit verdient. In den vergangenen drei Jahren ­bezwangen sie die «All Blacks» zweimal. Beide Male stellten sie eine schier unüberwindbare Defensive. Zudem ist mit Johnny Sexton der aktuelle Weltrugby-­Spieler der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Doch einen Makel haben die Iren. Sie überstanden an der WM noch nie den Viertelfinal. Höchste Zeit, diesen Fluch zu beenden.

Wales

«Fünf oder sechs Teams kommen mit einem starken Selbstvertrauen an die WM und ­denken, sie können diese ­gewinnen», sagte Neuseelands Trainer Steve Hansen. Wohl auch, um etwas Druck von seinem Team zu nehmen. Wales hingegen beansprucht die Rolle als Mitfavorit gleich selbst. «Ich denke, diese Mannschaft ist genug stark, um die WM zu gewinnen», sagte Warren Gatland bei der Bekanntgabe seines Kaders. Die Waliser feierten in diesem Jahr den Sieg bei den Six ­Nations, der offiziellen Meisterschaft der Nordhalbkugel. Nicht nur das, sie schafften gleichzeitig den Grand-Slam mit fünf Siegen aus fünf Spielen. Als Höhepunkt eroberte Wales kürzlich Platz eins in der Weltrangliste. Nur um diesen nach einer Woche und der Niederlage gegen Irland wieder abzugeben.

England

Die Engländer sind die einzige europäische Mannschaft, die je den WM-Titel gewann. Die restlichen sieben Trophäen teilen sich Neuseeland, Australien und Südafrika unter sich auf. Das Team von Trainer Eddie Jones ist mit zahlreichen Weltklassespielern gespickt. Owen Farrell gilt als einer der sichersten Penalty-Kicker überhaupt. Zudem orchestriert er die Offensive mit viel taktischem Gespür. Körperliche Härte bringen die Brüder Mako und Billy Vunipola mit. Auf dem Flügel lauert mit Jonny May einer der schnellsten Spieler überhaupt. Er sagt: «Details werden entscheiden, denn es wird die umkämpfteste WM, die ich je gesehen habe.»

Australien

Die Erzrivalen von Neuseeland hatten in den Monaten vor der WM vor allem auf Nebenschauplätzen zu kämpfen. Der wohl beste australische Spieler, Israel Folau, wurde aus dem Nationalteam verbannt. Er hatte sich auf den sozialen Medien mehrmals homophob geäussert, schrieb beispielsweise, dass auf homosexuelle Menschen die Hölle warte. Dadurch entliess er sich quasi selbst aus dem nationalen Rugbyprogramm. Ohne Folau fehlt den Australiern wohl die nötige Power in der Offensive.

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