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Die Schweiz gewinnt abgeklärt mit 0:2 gegen Georgien

Der Schweiz gelingt in Georgien dank einer starken zweiten Halbzeit der EM-Qualifikationsauftakt. Sie löst mit den Toren von Steven Zuber und Denis Zakaria die unangenehme Pflichtaufgabe souverän.
Christian Brägger, Tiflis
2:0-Torschütze Denis Zakaria (in Rot) kämpft um den Ballbesitz – links Ex-FC-Luzern-Spieler Valerian Gwilia. (Bild: Zurab Kurtsikidze/Keystone, Tiflis, 23. März 2019)

2:0-Torschütze Denis Zakaria (in Rot) kämpft um den Ballbesitz – links Ex-FC-Luzern-Spieler Valerian Gwilia. (Bild: Zurab Kurtsikidze/Keystone, Tiflis, 23. März 2019)

Vladimir Petkovic schritt auf den Rasen, schüttelte jedem seiner Spieler die Hand, gratulierte. Der Nationaltrainer durfte zufrieden sein mit dem 2:0 zum Auftakt der EM-Qualifikation. Er hatte in Georgien in der zweiten Halbzeit eine Schweizer Mannschaft gesehen, wie er sie will. Eine Mannschaft, die jede Aufgabe ernst nimmt, und sei sie noch so undankbar. Und die mit der richtigen Einstellung auf den Platz geht. Seine Spieler lieferten abermals den Tatbeweis, wie sie mit der Favoritenrolle gegen Aussenseiter umgehen. Sie bleiben stets ruhig, geduldig, engagiert und konzentriert. Zudem agieren sie mit der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Auch in Tiflis, vor 54000 teils enthusiastischen Zuschauern.

«Entscheidend war, dass wir in der zweiten Hälfte schneller waren, die Tiefe gesucht haben und viel mehr Bewegung in unserem Spiel war», sagte Petkovic. Dass sein Team zweimal zuschlagen konnte, war auch sein Verdienst. Wieder einmal hatte er den richtigen Einfall, wie man einen bissigen Gegner abschüttelt – mit der Dreierkette. Petkovic liess sie nach der Pause spielen, notabene ist es das System, mit dem die Schweizer im vergangenen November Belgien überfuhren.

Die Steigerung war nötig

Die Steigerung gegen Georgien in der zweiten Halbzeit war offensichtlich, aber sie war auch bitter nötig. Die Führung brachte schliesslich ein Angriff wie aus dem Lehrbuch. Am Ursprung stand in der 57. Minute Fabian Schär mit seiner gewohnten Spieleröffnung, dem weiten, raumöffnenden Ball auf die Stürmer. Breel Embolo legte im Sechzehnmeterraum auf Steven Zuber auf, der flach und überlegt in die entfernte Torecke traf. Danach hatten die Schweizer mehrfach Möglichkeiten für die definitive Siegsicherung, doch Embolo und der für Mario Gavranovic eingewechselte Albian Ajeti oder Remo Freuler liessen sie aus. Nicht so Denis Zakaria in der 80. Minute, der mit einem Nachschuss sein zweites Länderspieltor erzielte.

Yann Sommer, Note 4.5: Ist im Spielaufbau mehr gefordert denn als Torhüter. Machte das souverän. Muss nur einmal wirklich eingreifen. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)Yann Sommer, Note 4.5: Ist im Spielaufbau mehr gefordert denn als Torhüter. Machte das souverän. Muss nur einmal wirklich eingreifen. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)
Stephan Lichtsteiner, Note 4.5: Engagierte Leistung des Captains. Seine Leidenschaft ist bemerkenswert. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Stephan Lichtsteiner, Note 4.5: Engagierte Leistung des Captains. Seine Leidenschaft ist bemerkenswert. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Fabian Schär, Note 5.5: Tolle Pässe (zwei Assists) und starkes Zweikampfverhalten. Und das trotz frühem Zusammenspiel. Mann des Spiels. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Fabian Schär, Note 5.5: Tolle Pässe (zwei Assists) und starkes Zweikampfverhalten. Und das trotz frühem Zusammenspiel. Mann des Spiels. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Manuel Akanji, Note 5: Gewinnt jedes Laufduell in der Defensive. Hervorragende Spielauslösung. Souverän von Anfang bis Ende. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Manuel Akanji, Note 5: Gewinnt jedes Laufduell in der Defensive. Hervorragende Spielauslösung. Souverän von Anfang bis Ende. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Ricardo Rodriguez, Note 4.5: Hatte schon bessere Partien. Ein paar seltene Fehler. Aktiver Start, dann nimmt der Einfluss nach vorne etwas ab. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Ricardo Rodriguez, Note 4.5: Hatte schon bessere Partien. Ein paar seltene Fehler. Aktiver Start, dann nimmt der Einfluss nach vorne etwas ab. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Denis Zakaria, Note 5: Findet erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Je länger, desto dominanter. Entscheidet mit seinem Tor das Spiel. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)Denis Zakaria, Note 5: Findet erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Je länger, desto dominanter. Entscheidet mit seinem Tor das Spiel. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)
Granit Xhaka, Note 4.5: Hat nur wenig Platz. Könnte daraus aber mehr machen. Ein paar Fehler zu viel. Unnötige gelbe Karte am Ende. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Granit Xhaka, Note 4.5: Hat nur wenig Platz. Könnte daraus aber mehr machen. Ein paar Fehler zu viel. Unnötige gelbe Karte am Ende. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Remo Freuler, Note 4.5: Hat Mühe, sich in Szene zu setzen. Teils erhebliche Aussetzer. In der zweiten Halbzeit dann um einiges besser. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Remo Freuler, Note 4.5: Hat Mühe, sich in Szene zu setzen. Teils erhebliche Aussetzer. In der zweiten Halbzeit dann um einiges besser. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Mario Gavranovic, Note 2: Muss nach 60 Minuten raus. Bösartig gesagt: Ist nur in diesem Moment sichtbar. Das Spiel läuft komplett an ihm vorbei. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)Mario Gavranovic, Note 2: Muss nach 60 Minuten raus. Bösartig gesagt: Ist nur in diesem Moment sichtbar. Das Spiel läuft komplett an ihm vorbei. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)
Breel Embolo, Note 4.5: Das Tor als Belohnung für einen erfreulichen Auftritt gelingt nicht. Zeigt, dass er seine Verletzung überstanden hat. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Breel Embolo, Note 4.5: Das Tor als Belohnung für einen erfreulichen Auftritt gelingt nicht. Zeigt, dass er seine Verletzung überstanden hat. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Steven Zuber, Note 5: Zuerst bemüht, aber ohne Glück. Dann immer besser. Sein Tor ist kein Zufall. In Topform. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Steven Zuber, Note 5: Zuerst bemüht, aber ohne Glück. Dann immer besser. Sein Tor ist kein Zufall. In Topform. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Alban Ajeti, Note 4.5: In der 60. Minute für Gavranovic eingewechselt. Müsste ein Tor schiessen. Trotzdem wirkungsvoller als Gavranovic. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)Alban Ajeti, Note 4.5: In der 60. Minute für Gavranovic eingewechselt. Müsste ein Tor schiessen. Trotzdem wirkungsvoller als Gavranovic. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)
Nicht bewertbar: Renato Steffen und Djibril Sow. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Nicht bewertbar: Renato Steffen und Djibril Sow. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
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Die Noten zum EM-Qualifikationsspiel zwischen Georgien und der Schweiz

Nur: Auch vor dem alles entscheidenden 2:0 mussten die Schweizer nie wirklich zittern. Dafür war zu offensichtlich, dass die Georgier eben doch zu limitiert sind. Und trotzdem war es lange die erwartet unangenehme Aufgabe gewesen im tiefen Osten Europas. Insbesondere in der ersten Halbzeit sah man praktisch nie, dass der Gastgeber in der Fifa-Welt nur Nummer 91 ist und damit 83 Plätze hinter der Schweiz liegt. Vielmehr besass er kurz vor dem Pausenpfiff bis dahin sogar die beste Chance nach einem Konter, als Waleri Kasaischwili freistehend aus zwölf Metern Distanz zum Schuss kam – und genau in die Arme von Yann Sommer zielte. Es blieb der einzige Schreckensmoment, zählt man Schärs Zusammenprall nach einem Kopfballduell mit Jemal Tabidse nicht dazu; Schär, der ein gutes Spiel zeigte, blieb minutenlang benommen am Boden liegen und musste gepflegt werden. Dennoch war es ein Rätsel, weshalb die Schweizer zu Beginn ihre liebe Mühe hatten, in die Partie zu finden. Und weswegen die Schweizer gar ein wenig nervös wirkten. Sie spielten zwar nicht wirklich schlecht, aber es fehlten die zündenden Ideen und die Präzision. Und es mangelte an den Überraschungsmomenten gegen einen Widersacher, der letztmals ein Pflichtspiel im Oktober 2017 verloren hatte. Vielleicht, weil Xherdan Shaqiri verletzt fehlte und die Laufwege von Seferovic-Ersatz Gavranovic andere sind.

Noch spät am Abend flogen die Schweizer von Tiflis zurück nach Basel. Die Ankunftszeit war nach Mitternacht, doch der Flug war deutlich angenehmer mit den drei Punkten im Gepäck. Und der Zuversicht, den Kontostand in der Gruppe D gegen die Dänen am Dienstag weiter zu erhöhen. Wie sagte Petkovic? «Positives bringt noch mehr Positives.»

EM-Qualifikation

Gruppe D, 1. Runde: Georgien – Schweiz 0:2. Gibraltar – Irland 0:1 (0:0). – Tor: 49. Hendrick 0:1.

Georgien – Schweiz 0:2 (0:0)
Dinamo-Arena, Tiflis. – 54000 Zuschauer. – SR Pawson (Eng).
Tore: 57. Zuber (Embolo) 0:1. 80. Zakaria (Ajeti) 0:2.
Georgien: Loria; Kakabadse, Chotscholawa, Kaschia, Tabidse (62. Kwerkwelia); Kankawa, Kwekweskiri; Kasaischwili, Gwilia, Ananidse (83. Katscharawa); Kwilitaia (73. Lobschanidse).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Zakaria, Xhaka, Freuler (89. Sow); Embolo (84. Steffen), Gavranovic (61. Ajeti), Zuber.

Bemerkungen: Schweiz ohne Seferovic, Shaqiri und Edimilson Fernandes (alle verletzt) sowie Mehmedi (krank). Verwarnungen: 70. Kwekweskiri (Foul). 76. Chotscholawa (Foul). 89. Xhaka (Ballwegschlagen). 92. Gwilja (Foul).

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