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Die Schweizer Nati muss sich auf ihre alten Stärken rückbesinnen

Gegen die Iren kommt es in der EM-Qualifikation zum Showdown in der Gruppe D. Der Schweiz würde helfen, sich an die positiven Dinge zu halten. Es gibt sie.
Christian Brägger
Goalietrainer Patrick Foletti mit Yann Sommer, einem Eckpfeiler des Schweizer Teams. (Bidl: Georgios Kefalas / Keystone)

Goalietrainer Patrick Foletti mit Yann Sommer, einem Eckpfeiler des Schweizer Teams. (Bidl: Georgios Kefalas / Keystone)

Es ist Pflicht und Kür, ein Müssen und Dürfen, noch einmal auf die Dänen zu schauen. Der Blick zeigt den Idealfall, wie Spieler und Fans eine befruchtende Atmosphäre schaffen, sich gegenseitig hochschaukeln. Und auf dem Rasen plötzlich Energien frei werden. Genau ­damit hatte Nationaltrainer Age Hareide dem Gast aus der Schweiz gedroht.

Was sich am Samstagabend im Parken in Kopenhagen tatsächlich ereignete, war aus Schweizer Sicht: schlicht einzigartig, umwerfend. Eben dänisch. Bereits das Abspielen der Hymne, gleichsam von Spielern und Anhang aus voller Kehle besungen, bescherte einen ersten Gänsehautmoment. Später war mindestens bei Kasper Schmeichels Glanztaten, Yussuf Poulsens Siegtor und im jubilierten Nachgang des 1:0-Sieges die Magie spürbar.

Unähnlich ist da die Schweizer Perspektive, die Beziehung zwischen Publikum und Spielern wirkt kompliziert, distanziert, alles andere als homogen. Es muss ja nicht derart symbiotisch wie bei den Dänen sein, würde aber helfen, um gegen die Iren morgen und auch künftig Kraftquellen zu finden.

Dabei ist die Ausgangslage der Schweizer zwar ungewohnt. Aber es ist möglich, sie zu meistern. Und es gibt plausible Gründe dafür, dass der Kelch vorübergeht, die EM womöglich zu verpassen – falls sie ob all der Rückschläge jüngster Zeit vergessen gegangen sind, nehme man nochmals den alten Notizzettel hervor.

Dreierkette, Harmonie, Heimstärke

Da ist natürlich noch immer das Bestreben, in jeder Partie spielbestimmend zu sein und zu gewinnen, vor allem gegen schwächere Gegner. Mit der Dreierkette hat Nationaltrainer Vladimir Petkovic diesem Willen eine zusätzliche Note gegeben, die den Schweizern in der Offensive über die Seiten mehr Möglichkeiten eröffnet und eine fehlende Durchschlagskraft kaschiert.

Vielleicht würde die Rückbesinnung auf die Viererkette der Defensive mehr Stabilität verleihen und die Fehleranfälligkeit minimieren. Oder zumindest die ­Variabilität wieder erhöhen.

Aus der Mitte des Nationalteams kamen zuletzt mit Ausnahme von Xherdan Shaqiris «Schwänzen» keine negativen Töne. Trotz der Verjüngung hat die aktuelle Ausgabe schon ein paar schwierige Situationen gemeistert, in der WM-Barrage 2017 gegen Nordirland oder im zweiten Gruppenspiel der WM gegen Serbien mit viel Lust zum Ende des Spiels.

Zudem kennt die Mannschaft den Nackenschlag mit dem WM-Achtelfinal gegen Schweden. Ihr Solidarisches, Har­monisches bewahrte sie sich ­dabei dennoch und bis heute. Weshalb Goalie Yann Sommer sagte: «Das 0:1 gegen die Dänen wird unsere Mannschaft nicht brechen.»

Erfahrene Spieler, welche die Ruhe bewahren

Eine Trumpfkarte ist überdies die Heimstärke der Schweizer. Seit 2014 sind sie zu Hause in Pflichtspielen unbesiegt. Hätten sie in den vergangenen Jahren niemals gegen England gespielt, bildete das 1:2 aus dem Jahr 2008 gegen Luxemburg die letzte Niederlage in einem Heimauftritt, der zu einer EM- oder WM-Qualifikation zählte.

Sowieso: Seit dem Jahr 2004 nahmen die Schweizer mit einer Ausnahme an jedem Grossanlass teil. Schliesslich sind da ja noch die Spieler selbst. Granit Xhaka, Yann Sommer, Fabian Schär, Stephan Lichtsteiner. Und wie sie alle heissen, und was sie alles gemeistert haben. Jeder für sich ist erfahren genug, Ruhe zu bewahren. Und, wenn auch spät, die Ernte doch noch einzufahren.

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