Kolumne

Die Sehnsucht nach einer entsprechenden Indoor-Spielstätte

Der HC Kriens-Luzern mischt Europa auf. Mögliche Champions-League-Spiele müssten die Handballer jedoch in Zürich austragen. Trainer Goran Perkovac spricht in seiner Kolumne essenzielle Punkte an.

Goran Perkovac
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Nach dem Erfolg in der 1.Runde der European League gegen das kroatische Spitzenteam Dubrava spielen wir am Dienstag im Hinspiel in Skopje gegen den HC Metalurg. Dabei können wir von Losglück sprechen, denn der Topf beinhaltete auch andere Kaliber. Dennoch treffen wir auf ein Team, das auf eine grosse internationale Erfahrung zurückgreifen kann. Für mich ist klar, dass die Rolle des Favoriten bei den «Metallernen» liegt. Dennoch sind wir alles andere als chancenlos, im Gegenteil. Ich rechne mir durchaus Möglichkeiten aus, die historische Chance zu packen, als erster Luzerner Verein in die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs einzuziehen. Der Aufstieg wäre mit zehn zusätzlichen Europacup-Partien verbunden. Sowohl für unsere Zuschauer wie unseren Verein wären dies Festtage. Unser Ziel lautet, in diesen erlauchten Kreis vorzustossen. Auch, wenn dies mit unseren bescheidenen finanziellen Möglichkeiten eine Herausforderung darstellt. Der sportliche Ertrag wäre jedoch immens, der angehäufte Erfahrungsschatz unbezahlbar.

Trainiert den HC Kriens-Luzern und schreibt regelmässig eine Kolumne: Goran Perkovac.

Trainiert den HC Kriens-Luzern und schreibt regelmässig eine Kolumne: Goran Perkovac.

Bild: Freshfocus (Kriens, 2. September 2020)

Damit dieser Coup gelingen kann, muss in beiden Spielen alles stimmen. Insbesondere auf der mentalen Ebene werden wir gefordert sein. Das beginnt beim fanatischen Publikum in Skopje. Für viele in unserer jungen Mannschaft ist eine solche Ambiance neu. Weiter gilt es, gegen die robusten Nordmazedonier dagegen zu halten. Respekt ist angebracht, Angst wäre aber ein schlechter Ratgeber. Insgeheim hoffe ich auch, dass sich Metalurg noch in der Findungsphase befindet.

Alles andere als optimal ist die Tatsache, dass wir unser «Heimspiel» in Zürich austragen müssen. Die Vorschriften der EHF verbieten aus verschiedensten Gründen eine internationale Begegnung in der Krauerhalle. Umso wichtiger wäre, dass wir in der Innerschweiz endlich über eine entsprechende Indoor-Spielstätte verfügen. Davon abhängig ist auch unsere Zukunft. Die Gleichung ist simpel: ohne Pilatus Arena kein HCKL – und damit kein Spitzenhandball. Doch die Gegenwart heisst Metalurg. Umso erfreulicher wäre die Tatsache, wenn ich in der nächsten Kolumne die Gruppenphase zum Thema machen kann.

Goran Perkovac ist Trainer des HC Kriens-Luzern. Als Spieler wurde er mit Kroatien 1996 Olympiasieger und mehrfacher Schweizer Meister, unter anderem 1993 mit Borba Luzern. Er schreibt an dieser Stelle regelmässig über das nationale und internationale Handballgeschehen.

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