Die Skisaison endet vorzeitig

Der Weltcup-Final in Cortina d’Ampezzo wird ersatzlos gestrichen. Beat Feuz und Corinne Suter stehen als Disziplinensieger fest.

Claudio Zanini
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Viele Absagen, erstmals kein Weltcup-Final: Die alpine Skisaison 2020 wird in die Geschichte eingehen.

Viele Absagen, erstmals kein Weltcup-Final: Die alpine Skisaison 2020 wird in die Geschichte eingehen.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Am Samstagmorgen hätte der Weltverband FIS informieren wollen. Am Freitagabend preschte der italienische Verband Fisi vor und teilte mit, dass der Weltcup-Final in Cortina d’Ampezzo in zwei Wochen wegen der Corona-Epidemie abgesagt werde. Der Entscheid kommt wenig überraschend, da die Region Venetien, in der Cortina liegt, vom Corona-Virus stark betroffen ist. Bereits in der letzten Woche wurde deshalb die Massnahme ergriffen, dass bei einer möglichen Austragung keine Zuschauer zugelassen wären.

In den letzten Tagen schien eine Verlegung nach Skandinavien realistisch. Kvitfjell und Are – an diesem und am nächsten Wochenende ohnehin Austragungsorte von Weltcuprennen – signalisierten Bereitschaft, den Saisonabschluss durchführen zu können. In Skandinavien ist das Virus zwar angekommen, nur ist die Verbreitung aktuell geringer. Das Regelwerk hätte eine kurzfristige Verlegung jedoch nicht zugelassen. Am Freitagabend offizialisierte die FIS schliesslich den Entscheid per Mitteilung. «Die Gesundheit der Athleten, des Staffs und der Öffentlichkeit haben höchste Priorität», sagte Präsident Gian Franco Kasper.

Hattrick für Beat Feuz

Ohne Weltcup-Final stehen bei den Männern nur noch zwei Stationen auf dem Programm. In Kvitfjell bestreiten sie an diesem Wochenende Abfahrt und Super-G, in Kranjska Gora folgt in einer Woche ein Riesenslalom und ein Slalom. Das verfrühte Saisonende kommt Beat Feuz entgegen. In der Abfahrtswertung hat der Emmentaler vor dem Rennen von Kvitfjell 104 Punkte Reserve auf den Deutschen Thomas Dressen. In einem Rennen (Sieg: 100 Punkte), kann Feuz also nicht mehr eingeholt werden. Damit holt er zum dritten Mal in Folge die kleine Kristallkugel in der Abfahrt.

Beat Feuz gewinnt die kleine Kristallkugel in der Abfahrt.

Beat Feuz gewinnt die kleine Kristallkugel in der Abfahrt.

Anthony Anex / KEYSTONE


Die Super-G-Wertung ist hingegen noch nicht entschieden. Dort zeichnet sich bei einem verbleibenden Wettkampf dennoch eine enge Entscheidung ab – mit guten Aussichten für einen Schweizer. Der Bündner Mauro Caviezel (365 Punkte) liegt derzeit drei Punkte vor dem Österreicher Vincent Kriechmayr (362), direkt dahinter folgt der Norweger Aleksander Kilde (336). Bei den Technikern hat sich für Daniel Yule wenig verändert. Der Walliser hat nun eine Chance weniger, 57 Punkte auf Henrik Kristoffersen in der Slalomwertung aufzuholen.

Noch nicht entschieden ist der Gesamtweltcup. Dort läuft es auf einen Dreikampf zwischen dem Franzosen Alexis Pinturault und den Norwegern Kilde und Kristoffersen hinaus. Die drei liegen innerhalb von 107 Punkten. Vieles spricht für Pinturault, er ist von allen drei Fahrern derjenige mit den grössten Allrounder-Qualitäten. Im Super-G kam er zuletzt dem Podest näher. Kristoffersen dürften die ausfallenden technischen Wettbewerbe besonders schmerzen.

Zweite Kristallkugel für Corinne Suter

Keine Speedrennen mehr bei den Frauen: Corinne Suter gewinnt somit die Super-G-Wertung.

Keine Speedrennen mehr bei den Frauen: Corinne Suter gewinnt somit die Super-G-Wertung.

Cyril Zingaro / KEYSTONE

Für die Frauen endet die Saison etwas abrupt. Die auf dieses Wochenende terminierten Rennen von Ofterschwang mussten wegen Schneemangels abgesagt werden. Ihnen bleiben nur noch die Rennen von Are am nächsten Wochenende (Slalom, Riesenslalom, Parallelslalom). Die ohnehin schon starke Saison von Corinne Suter wird durch die wegfallenden Speed-Wettbewerbe gekrönt. Die Schwyzerin gewinnt nebst der Kristallkugel in der Abfahrt nun auch die Disziplinenwertung im Super-G.

Um die grosse Kugel kämpfen Petra Vlhova, Mikaela Shiffrin und Federica Brignone. Die Italienerin Brignone liegt 153 Punkte vor Shiffrin – die US-Amerikanerin will aber in den letzten drei Rennen zurückkehren.

Noch keine definitive Entscheidung gibt es in der Nationenwertung. Doch es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn die Schweizer die 1031 Punkte Vorsprung auf die Österreicher in den letzten sieben Rennen nicht ins Ziel retten sollten. Sofern die Wettkämpfe denn alle stattfinden.