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Die Visitenkarte der HCK-Talente

Kriens-Luzern erfüllt die Pflicht und schlägt Suhr 22:20. Bemerkenswert: Der Nachwuchs reisst das Spiel.
Roland Bucher
Einer der jungen Wilden im HC Kriens-Luzern: Ammar Idrizi traf gegen Suhr dreimal. Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 20. Oktober 2019)

Einer der jungen Wilden im HC Kriens-Luzern: Ammar Idrizi traf gegen Suhr dreimal. Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 20. Oktober 2019)

Weltstar Andy Schmid, der Luzerner mit dem Ehrenprädikat des spieltechnisch womöglich intelligentesten Handball-Regisseurs, dürfte sich auf der Tribüne einige Male gegrämt haben: Einen Leckerbissen bekam der Gourmand am Sonntag nicht vorgesetzt. Es war handballerische Bratwurst mit Rösti, die Kriens und Suhr zu bieten hatten. Aber der HC Kriens-Luzern bereitete das Allerweltsmenü perfekt zu: Kampf, Muskelstärke, Spannung, Dramatik – es war ein Handballspiel, wie es die Fans lieben. Hausbacken, aber trotzdem lecker. Pfeffrig, mit einem feinen Dessert in der Schlussphase. Nicht mit einem überragenden, aber mit dem richtigen Sieger.

Ein Sieg auch mit wichtigen Erkenntnissen. Wissen muss man, dass nicht vorab die Routiniers dem hartnäckigen Widersacher den Zahn zogen: Harbuz kam nicht wunschgemäss in diese Partie, die von kräftigen Körperkontakten geprägt war. Hofstetter und Papez war unschwer anzusehen, dass sie – nach Verletzungspause – sich noch nicht ans Limit wagen. Also, was tun? Es war die Chance für die junge HCK-Garde. Zum Beispiel für Kayoum Eicher, Goalie Nummer 2. Der kam nach der Pause und sorgte mit drei glänzenden Paraden in Folge dafür, dass bei den Aargauern der Geduldsfaden riss. «Crazy-Kayoum», wie sie ihn nennen, hatte als Notnagel schon vor einem Jahr Suhr quasi im Alleingang aus den Cup paradiert. Gestern war er erneut ein gewissenhafter Ankermann, schied indes zwei Minuten vor Spielende verletzt aus: «Ich befürchte, dass es ein Bänderriss ist.»

Die Impulse von Moritz Oertli

Auch andere Talente wie Schlumpf, Delchiappo oder Idrizi steigerten sich in einen Jugendwahn, dem Suhr schliesslich den Tribut zollte. Das Krienser Glanzstück war indes Moritz Oertli, Sohn des HCK-CEO Nick Christen, einer, der sein Studium unterbrochen hat und diese Saison auf die Profikarte setzt. Der Mittelaufbauer vertrat Hofstetter in der zweiten Halbzeit mit viel Übersicht, gab in der 48. Minute mit seinem Ausgleichstreffer aus unmöglichster Position zum 16:16 die Initialzündung zu einem feinen HCK-Endspurt, der zeigt: Goran Perkovacs Truppe darf spielerisch noch einiges dazulernen – aber das ABC der Kampfbereitschaft beherrscht sie definitiv. «Die Arbeit geht uns nicht aus», bilanzierte der Trainer, «22 Tore im Angriff sind zu wenig. Daran müssen wir noch werkeln.»

Es gab indes auch noch eine weniger erbauliche Neuigkeit: Kriens trifft in den Cup-Viertelfinals auf Schaffhausen. Zum dritten Mal hintereinander. HCK-Ikone Ursi Käppeli liess zur Halbzeit in der Lostombola das Fallbein sausen: «Tut mir leid.» Muss es nicht. «Wer Schaffhausen schlägt, der steht schon fast im Final», sagte Perkovac. Der hat mit seiner Truppe in dieser Saison den Liga-Krösus schon einmal in die Knie gezwungen. Die Krienser Kampfgebärde beim Sieg gegen Suhr zeigt unmissverständlich: Wer will, der kann.

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