Blatter-Rücktritt

Die wichtigsten Stationen in Blatters Fifa-Karriere

Sepp Blatter ist seit 1998 Präsident des Weltfussballverbandes. Seine Karriere bei der Fifa begann aber viel früher. Seit 40 Jahren wirkt der Walliser hinter den Kulissen mit. Die wichtigsten Stationen.

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Sepp Blatter als Fifa-Generalsekretär 1985
20 Bilder
Blatter mit seinem Vorgänger Joao Havelange 1994
In Lateinamerika und Afrika geniesst Blatter volle Unterstützung - hier mit Funktionär Jack Warner 2001
Blatter mit Fussball-Gott Pelé 1989
1997 als Fifa-Generalsekretär
1998 wird Blatter erstmals zum Fifa-Präsidenten gewählt
2002 brachte Blatter die WM nach Korea und Japan
Walliser Fussball-Grössen unter sich - mit Georges Bregy
Geschenk einer chinesischen Delegation anlässlich der 100-Jahr-Feier der Fifa 2005
Blatter sagte von sich selbst, dass er bei jedem Staatschef der Welt willkommen sei
Sepp Blatter in seinem Büro mit dem WM-Pokal 2006
Blatter mit Franz Beckenbauer 2006
Am Freitag wurde Blatter wiedergewählt - Michel Platini gratuliert
Sepp Blatter gibt seinen Rücktritt als Fifa-Präsident bekannt.
König Blatter wird in Malaysia geehrt (2011).
Freund und Feind: Michel Platini und Franz Beckenbauer (r.) am 10. Sepp-Blatter-Turnier (2007).
Joseph S. Blatter traf in seinen 17 Fifa-Jahren Papst Johannes Paul II. (2000) ebenso wie ...
… Sängerin Shakira (2011), Putin oder …
… Gérard Depardieu (2014) …
... Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela (2003).Arturo Mari/Eddy Risch (Keystone)

Sepp Blatter als Fifa-Generalsekretär 1985

Keystone

1975 Joseph Blatter tritt in die Fifa ein und wird Direktor für Entwicklungsprogramme.

1981 Blatter wird Fifa-Generalsekretär (ab 1990 hat er den Status eines Exekutivdirektors).

1998 Blatter wird in Paris zum Fifa-Präsidenten gewählt. Er übernimmt das Amt vom Brasilianer João Havelange. In der Wahl setzt er sich mit 111 zu 80 Stimmen gegen UEFA-Präsident Lennart Johansson durch.

2000 Nach der Vergabe der WM 2006 an Deutschland beschliesst das Fifa-Exekutivkomitee die Einführung des Rotationsprinzips. Der Weg ist frei, damit Blatter eines seiner grossen Ziele erreichen kann. Er bringt die WM nach Afrika. 2004 erhält Südafrika den Zuschlag für die WM 2010.

2002 Im Zuge des Konkurses der Sportmarketingfirma ISL aus dem Jahre 2001 wird bekannt, dass Blatters Vorgänger Havelange und dessen Schwiegersohn Ricardo Teixeira Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert haben. Auch Blatter sieht sich dem Vorwurf der Korruption ausgesetzt. Beweise gegen ihn liegen keine vor.

2002 Blatter wird in Seoul wiedergewählt. Die Wahl gegen den Kameruner Issa Hayatou entscheidet er mit 139 zu 56 Stimmen für sich. Das Fifa-Exekutivkomitee entscheidet später, die Wahl künftig nicht mehr unmittelbar vor einer WM-Endrunde sondern jeweils im Jahr danach durchzuführen. Dadurch verlängert sich Blatters zweite Amtsperiode auf fünf Jahre.

2007 Blatter wird in Zürich per Akklamation im Amt bestätigt. Es gibt keinen Gegenkandidaten.

2010 Nach der WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar (2022) machen schnell Korruptionsvorwürfe gegen das Exekutivkomitee die Runde. Vor allem der Zuschlag für Katar irritiert. Blatter ist allenfalls Mitwisser. Für den Korruptionsverdacht hat er ein Alibi. Im Gegensatz zu den UEFA-Vertretern im Gremium hat er nicht für Katar sondern für die USA gestimmt.

2011 Zwei Tage vor der Wahl in Zürich zieht Gegenkandidat Mohamed bin Hammam seine Kandidatur zurück. Die Fifa-Ethik-Kommission suspendiert ihn, weil er in der Karibik Stimmen für die Wahl gekauft haben soll. Blatter wird somit erneut ohne Gegenkandidat und per Akklamation wiedergewählt. Er verspricht, dass es seine letzte Amtszeit wird.

2014 Auf dem Fifa-Kongress in São Paulo gibt Blatter bekannt, dass er im kommenden Jahr für eine fünfte Amtszeit kandidieren werde.

2015 Nach den Verhaftungen von sieben Fifa-Spitzenfunktionären ist Blatterangeschlagen. Trotzdem wählt ihn der Kongress ein weiteres Mal. Er gewinnt die Wahl gegen Prinz Ali bin al-Hussein mit 133 zu 73 Stimmen (Prinz Ali tritt zum zweiten Wahlgang nicht mehr an).

2015 Vier Tage nach der Wiederwahl gibt Joseph Blatter in Zürich seinen Rücktritt bekannt. Bis zu den Neuwahlen im Winter 2015/2016 wird er die Geschäfte weiterführen. Wenige Stunden zuvor war bekannt geworden, dass Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke und die Fifa-Finanzkommission 2008 eine Zahlung in Höhe von 10 Millionen Dollar an den damaligen Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner veranlasst hatten. Dabei soll es sich gemäss Fifa allerdings nicht um Bestechungsgeld sondern um Entwicklungshilfe von Südafrika an die Karibik gehandelt haben.