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Djokovic schlägt eiskalt zu und gewinnt das Masters in Madrid

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic gewinnt das Masters-1000-Turnier von Madrid. Der Serbe siegt im Final gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas mit 6:3, 6:4.
Jörg Allmeroth, Madrid
Triumphiert in der spanischen Hauptstadt nach einer Durststrecke: Der Serbe Novak Djokovic. (Bild: Bernat Armangue/Keystone, Madrid, 12. Mai 2019)

Triumphiert in der spanischen Hauptstadt nach einer Durststrecke: Der Serbe Novak Djokovic. (Bild: Bernat Armangue/Keystone, Madrid, 12. Mai 2019)

In den letzten Tagen hatte Stefanos Tsitsipas in Madrid reichlich zu tun gehabt. Am Freitagabend besiegte er Masters-Titelverteidiger Alexander Zverev in einem dramatischen Viertelfinalmatch im sogenannten «Zauberwürfel», anschliessend stellte er sich noch zum Doppelmatch mit Partner Wesley Koolhof auf den Platz, bis zur mitternächtlichen Geisterstunde war er im Einsatz.

Am Samstag dann war der junge Grieche in drei aufreibenden Sätzen gegen Matador Rafael Nadal gefordert, überraschend hatte er den längeren Atem und die grössere Nervenkraft, gewann schliesslich nach 2 Stunden und 34 Minuten gegen den grössten Sandplatzspieler dieser Zeit.

Die Statistiker feierten Tsitsipas, denn kein Spieler hatte je zuvor in jüngeren Jahren damit wenigstens einmal die grossen drei geschlagen, also Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Jenen Djokovic besiegte er bei einem formidablen Masters-Turnierlauf im letzten Sommer in Toronto, aber wie damals in Kanada ging dem Griechen auch nun im alles entscheidenden Match in Madrid die Luft aus.

Der 74. Turniersieg für Djokovic

Es war der wiedererstarkte Djokovic, der persönlich dieses Scheitern des aktuell erfolgreichsten Spielers aus der Next-Gen-Truppe besorgte und Revanche nahm. Im Stile eines Branchenführers, im Stile der Nummer 1 demonstrierte Djokovic seine Klasse und holte sich mit dem 6:3-, 6:4-Sieg seinen insgesamt 74. Turniersieg. «Ich bin glücklich, dass ich wieder gutes, erfolgreiches Tennis spiele», sagte Djokovic. Der Mallorquiner Rafael Nadal bleibt in dieser Saison und auch auf Sand immer noch titellos.

Für Djokovic war es die spielerische Rückkehr zu jenem Niveau, mit dem er die Australian Open im Januar eisern in seinem Griff gehabt und den dritten Grand-Slam-Titel hintereinander geholt hatte. Im Melbourne-Final hatte der 31-jährige Belgrader so vernichtend klar gegen Nadal, einen der vermeintlich härtesten Herausforderer, dominiert, dass weitere Trophäen im Frühling die logische Folge schienen. Doch plötzlich geriet der «Djoker» in eine Krise, auch wegen seiner Verwicklungen in die Tennispolitik. Erst in Madrid endete nun seine Dürrezeit.

Mit kühler Effizienz und zupackender Wucht

Besonders im ersten Satz regierte Djokovic die Partie in der «Caja Magica» mit kühler Effizienz und zupackender Wucht. Gleich beim ersten Aufschlagspiel von Tsitsipas holte sich der Serbe in aggressiver Verfassung das Break, verteidigte diesen Vorsprung dann auch recht ungefährdet bis zum 6:3. Tsitsipas wirkte anfangs etwas rostig, noch ermattet von den Strapazen der vorherigen Matches, aber im zweiten Akt rappelte sich der Newcomer und Australian-Open-Halbfinalist auf. Nach viel Einbahnstrassentennis wurde nun aus dem Final ein wirkliches Duell. Bis zum 4:4 hielt Tsitsipas auf Augenhöhe mit, zeigte sein kunterbuntes Repertoire, seine ganze Variationsbreite.

Aber Djokovic schlug im entscheidenden Moment eiskalt zu. Er breakte den 20-Jährigen zum 5:4, servierte die Partie danach zum 6:4 aus. Und er war damit zum dritten Mal nach 2011 und 2016 der Gewinner des Höchstpreises in Madrid. Nun darf Djokovic auch als erster Titelanwärter in Rom gelten, dort, wo auch der Schweizer Roger Federer in dieser Woche überraschend ein zusätzliches Gastspiel gibt.

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