Drei Talente haben im Super-League-Team des FCL bereits Duftmarken gesetzt

Innenverteidiger Marco Burch sowie die zentralen Mittelfeldspieler Lorik Emini und David Mistrafovic haben Ende der Vorrunde recht kräftig an die Tür zum Fanionteam des FC Luzern geklopft. Sie zählen natürlich auch in Marbella zum Kader von Fabio Celestini.

Daniel Wyrsch aus Marbella
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Marco Burch ist ein kräftiger und zuverlässiger Innenverteidiger.

Marco Burch ist ein kräftiger und zuverlässiger Innenverteidiger. 

Martin Meienberger/Freshfocus (Kriens, 8.Januar 2020)

Wenn man sich die letzten grossen Transfers des FC Luzern anschaut, dann ist der Nachwuchs die Abteilung, wo die Goldschätze des Vereins herkommen. Jonas Omlin (zu Basel) und Ruben Vargas (zu Augsburg) haben dem FCL insgesamt rund sechs Millionen Franken Ablöse eingebracht. Daher lohnt sich jetzt schon ein Blick auf die herausragendsten Eigengewächse. 

Der 18-jährige Offensivmann Darian Males steht derzeit auf dieser Liste zuoberst. Unter Thomas Häberli ist er zu elf Ligaeinsätzen (ein Tor, zwei Assists) während der Vorrunde gekommen. Weniger bekannt als Males sind drei weitere Jungprofis, die am Schluss der Hinrunde in der Super League debütierten, aber ebenfalls Duftmarken setzen konnten. Im Trainingslager in Marbella konnten wir dieses Trio treffen.

Marco Burch: Ein zuverlässiger Innenverteidiger 

Der 19-jährige Marco Burch gab seinen Einstand gegen YB (0:1) über 90 Minuten und auch im letzten Vorrundenmatch zu Hause gegen Basel (2:1) spielte der Obwaldner durch. Er ist glücklich, «sind die Rückmeldungen nach meinen ersten beiden Spielen in der Super League gut». Lange hatte sich Burch wegen einer Schambeinentzündung gedulden müssen, als dann seine Chance kam, nutzte er sie. 

Dabei schien für ihn noch vor dem Erreichen des zwölften Altersjahrs die Zukunft beim FCL bereits vorbei zu sein. Die Luzerner wollten den Junior des FC Alpnach nicht mehr im Talentkader, das einmal pro Woche auf der Allmend trainiert. Doch die Eltern von Marco Burch gaben nicht klein bei. «Vor allem meine Mutter hatte sich dafür eingesetzt, dass ich bleiben durfte», erzählt der Jungprofi. Die Beharrlichkeit hat sich Jahre später gelohnt: Im Sommer unterschrieb Burch den ersten Profivertrag, nachdem er das KV bei den Frei's Schulen abgeschlossen hatte.

Im Moment fühlt sich der Obwaldner, der seinen Landsmann FCB-Goalie Jonas Omlin persönlich nicht kennt, noch nicht unter Druck was den Kampf um die Stammplätze betrifft. Sicher kommt es dabei auch auf das Spielsystem an. Unter Häberli spielte Burch jeweils in der Dreierabwehr, lässt Celestini mit einer Viererkette spielen, dürfte es für ihn eng werden. Marco Burch bleibt gelassen: «Wenn ich spielen darf, dann freue ich mich enorm.» Bis jetzt hat er sich als robuster und zuverlässiger zentraler Abwehrmann präsentiert. 

Lorik Emini: Ein von seinem Können überzeugter Mittelfeldmann

Lorik Emini (blaues Dress) kann auch vehement dagegenhalten - wie hier im Testspiel gegen Puskas Akadémia am 11. Januar 2020 in Marbella.

Lorik Emini (blaues Dress) kann auch vehement dagegenhalten - wie hier im Testspiel gegen Puskas Akadémia am 11. Januar 2020 in Marbella. 

Martin Meienberger/Freshfocus

Für den 20-jährigen Lorik Emini ging die Profizeit so richtig los, als er im zweitletzten Heimspiel gegen St. Gallen (1:4) in der 89. Minute eingewechselt wurde. Doch den interessierten Beobachtern fiel er eine Woche später auf, beim Startelf-Debüt in Bern gegen YB (0:1). Emini spielte im zentralen Mittelfeld zusammen mit dem zwei Jahre jüngeren David Mistrafovic drauflos, als ob er schon lange in der Super League zu Hause wäre. Warum schaffte er das ausgerechnet gegen den Meister? «Ich weiss, was ich kann, bin überzeugt von mir. Und zudem wusste ich, dass ich nicht viel zu verlieren habe», antwortet Emini.

Für ihn waren die Young Boys eine Zusatzmotivation, weil seine früheren FCL-Ausbildner Gerardo Seoane und Patrick Schnarwiler bei den Bernern als Coaches auf der Bank sitzen. Seoane ist für Lorik Emini sowieso «der Trainer, der mich am meisten geprägt hat. Er hat mich von der U18 in die U21 geholt. Er war ein strenger Coach, der mich zu diesem Spielertypen gemacht hat.» Dabei hat er zum Ex-Luzerner keinen Kontakt mehr seit dessen Abgang zu YB im Sommer 2018. 

Auch für Thomas Häberli findet Lorik Emini nur lobende Worte. «Er hat mich in die erste Mannschaft geholt, Häberli hat auf uns junge Spieler gesetzt.» Wie ist es mit dem Nachfolger Fabio Celestini? «Bis jetzt ist mit dem neuen Trainer Celestini alles gut. Ich muss Geduld haben», sagt der junge Mann aus Rotkreuz. «Vom Vater, der aus dem Kosovo in die Schweiz gekommen war und unten anfing, habe ich viel abgeschaut.» Inzwischen hat dieser eine florierende eigene Firma für Parkettböden und Platten. Darum sagt der 20-Jährige mit KV-Abschluss beim Ausblick auf seine Fussball-Karriere: «Wir können vieles schaffen und das Beste herausholen.» Eminis Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren beim FCL den Durchbruch zu schaffen.

David Mistrafovic: Begabter für öffnende Pässe in die Spitze

David Mistrafovic hat eine gute Technik und Übersicht. Am 11. Januar 2020 steht er im Testspieleinsatz gegen Puskas Akadémia in Marbella.

David Mistrafovic hat eine gute Technik und Übersicht. Am 11. Januar 2020 steht er im Testspieleinsatz gegen Puskas Akadémia in Marbella.

Martin Meienberger/Freshfocus

Die besten Voraussetzungen für einen baldigen Stammplatz scheint aus dem Trio David Mistrafovic zu haben. Der erst 18-jährige Jungprofi aus Emmen hat die letzten vier Partien unter Häberli durchgespielt und er hat nun auch in den ersten beiden Testpartien unter Celestini viel Einsatzzeit bekommen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass Marvin Schulz noch immer nicht fit ist. Aber trotzdem: Mistrafovic bringt mit seinem Auge für die Mitspieler und seiner guten Technik viel mit, dass dem FCL Ausgabe 2019/20 sonst abgeht. Er kann mit seinen Steilpässen für das Überraschungsmoment sorgen, dass die Mannschaft von Celestini zwingend braucht. 

Der ausserhalb des Spielfeldes eher ruhige Mistrafovic spürt, dass der Coach seine Qualitäten schätzt. «Der Trainer gibt den jungen Spielern die Chance, ich versuche, sie zu nützen», sagt er. Profitiert hat er bei den Junioren am meisten von einem früheren FCL-Captain: «Michel Renggli. In der U14 und U15 hat er mich weitergebracht.» 

Weil David Mistrafovic derzeit beim FC Luzern und in der Schweizer U19-Nationalmannschaft engagiert und oft unterwegs ist, leidet die Lernzeit in der Schule darunter. «Ich bin im Minus, weiss noch nicht, wie ich das aufholen könnte», macht sich der schweizerisch-kroatische Doppelbürger Gedanken. Es scheint, als ob er bei den Frei's Schulen derzeit die grösseren Sorgen hat denn als Profi am Anfang seiner Karriere.

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