Dreifachsieg für Sisikoner Segler

Malin Karlsson vom Regattaclub Sisikon wird mit Julian Elbel Schweizer Meisterin der 420-Klasse.

Walter Rudin
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Malin Karlsson und Julian Elbel auf dem Vierwaldstättersee bei Sisikon.

Malin Karlsson und Julian Elbel auf dem Vierwaldstättersee bei Sisikon.

Bild: Walter Rudin (5. September 2020)

Man nennt sie schlicht die 420er- und 470er-Jolle, aber eigentlich hätten die beiden Bootsklassen einen richtigen Namen verdient, denn sie gehören zu den wichtigsten Bootstypen im Segelsport. Die 420er- Jolle ist offizielles Juniorenboot von Swiss Sailing und gilt als Sprungbrett für die 470er-Klasse, wo sogar olympische Medaillen zu holen sind. Die Schweizer Meisterschaften der beiden Bootsklassen wurden am verlängerten Wochenende vor Brunnen ausgetragen. Das Interesse war gross, gegen 50 Crews waren angereist. Gute Segelbedingungen gab es allerdings erst am Samstag. Trotz Regen konnten am Sonntag drei weitere Wettfahrten gesegelt werden.

Aus Zentralschweizer Sicht gab es bei der 470er-Klasse keine Erfolge zu vermelden, anders bei den kleinen 420er-Jollen. Viele ambitionierte junge Segler aus der Deutschschweiz haben in den letzten Jahren zum Regattaclub Sisikon gewechselt, weil sie hier eine optimale Förderung erfahren. Malin Karlsson ist eine davon. Die 17-jährige Kantischülerin segelt seit dieser Saison mit ihrem Zürcher Vorschoter Julian Elbel für den Urner Klub. Das Duo startete am Freitag recht verhalten, verbesserte sich aber laufend.

Tribschenhorn ist erwacht

«Es herrschten schwierige Konditionen am Sonntag, wir mussten den Wind sehr genau beobachten», erklärte die Chamerin nach ihrem Titelgewinn.

«Wir hatten einen guten Bootsspeed. Und uns kam sicher entgegen, dass die beiden noch vor uns liegenden Teams den Fokus nicht immer auf uns gerichtet hatten.»

Erst im letzten Lauf übernahmen sie die Führung im Klassement, punktgleich vor dem Duo Maxim Dneprov (Zug)/Luis Zimmerli (Einsiedeln). Den letzten Podestplatz holte sich der Christian Steiner (Steinhausen) mit seinem Steuermann Janik Müller vom Bodensee. Die drei Crews segeln alle für den Sisikoner Segelclub, der mittlerweile national das Mass der Dinge ist.

Das Siegertrio in Fahrt: Vizemeister Maxim Dneprov/Luis Zimmerli (links, 56449), Schweizer Meister Malin Karlsson/Julian Elbel (56720, mitte) und Janik Müller/Christian Steiner.

Das Siegertrio in Fahrt: Vizemeister Maxim Dneprov/Luis Zimmerli (links, 56449), Schweizer Meister Malin Karlsson/Julian Elbel (56720, mitte) und Janik Müller/Christian Steiner.

Bild: Walter Rudin (Sisikon, 5. September 2020)

Der Segelclub Tribschenhorn hatte früher mit seiner Juniorenabteilung in der 420er-Szene eine führende Stellung in der Schweiz, in den letzten Jahren wurde aber nur noch wenig regattiert. Das soll sich ändern. Noah Balthasar, der neue Juniorenleiter, hat einen Neustart lanciert. «Bis wir aber auf Augenhöhe mit der nationalen Spitze segeln können, wird es noch etwas dauern.» Zwei Boote waren an der SM dabei, erste Erfahrungen konnten gesammelt werden.

Yachtclub Luzern mit Aufstiegsambitionen

Die zweite Segelliga startete erst am Wochenende in die neue Saison. Zwölf Teams waren in Lausanne dabei, wo der erste Akt der Challenge League ausgesegelt wurde. Der Yachtclub Luzern (YCL) mit Skipper Brice Baizez zeigte dabei eine solide Leistung und belegte den zweiten Platz. Zwei Teams können in die Superleague aufsteigen, ob der YCL dabei ist, wird sich im Final in Neuchâtel Anfang Oktober zeigen.

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