Drittes SCK-Remis in Serie – aber diesmal ist es ein guter Punkt

Der SC Kriens holt im Challenge-League-Auswärtsspiel beim FC Winterthur ein 1:1 (1:1)-Unentschieden.

Turi Bucher
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Dario Ulrich, am Freitagabend Torschütze für den SC Kriens, im Zweikampf mit Winterthurs Pascal Schüpbach. Die erste Begegnung der beiden Teams in dieser Saison endete für den SCK mit einer 0:2-Niederlage.

Dario Ulrich, am Freitagabend Torschütze für den SC Kriens, im Zweikampf mit Winterthurs Pascal Schüpbach. Die erste Begegnung der beiden Teams in dieser Saison endete für den SCK mit einer 0:2-Niederlage.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 3. Oktober 2020)

Mit dem guten 1:1 in Winterthur rückt der SC Kriens auf Rang 4 vor, kann aber bis Dienstag in der Tabelle von Thun, Xamax, Wil oder Aarau wieder überholt werden. Es ist zwar das fünfte SCK-Spiel in Serie ohne Sieg, aus diesen fünf letzten Partien resultieren nun lediglich drei Punkte (von 15 möglichen). War aber das 0:0 zuletzt gegen Chiasso enttäuschend, ist der Krienser Punktgewinn auf der Schützenwiese insgesamt ein guter und ein absolut verdienter.

Der SCK bot dem FCW stets Paroli. Schade, mit einem mutigeren Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen die zuweilen einen lustlosen Eindruck hinterlassenden Winterthurer wäre für Kriens sogar mehr als nur dieser eine Zähler dringelegen. Schon erstaunlich: Kriens, das ohne die verletzten Teamstützen Asumah Abubakar und Burim Kukeli antreten musste, vermochte das Spiel gegen den klaren Favoriten Winterthur in der ersten Halbzeit mindestens ausgeglichen zu gestalten. Die Ballbesitzstatistik sprach zwar mit 51:49 Prozent für die Zürcher (am Schluss 52:48), aber was Mittelfelddominanz und Szenen vor oder im Strafraum betraf, hatte der SCK sogar ein Übergewicht.

Der SC Kriens geriet nach 16 Minuten allerdings unnötig in Rückstand, denn die Mannschaft von Trainer Bruno Berner hatte die Partie in der ersten Viertelstunde völlig unter Kontrolle. Als eine Freistossflanke von Winterthur-Captain Davide Callà mit dem Kopf weitergeleitet wurde und Kriens-Torhüter Rafael Zbinden mit einem Reflex nur zur Seite und viel zu kurz abwehren konnte, musste Winterthurs Florian Baak den Ball nur noch zum 1:0 über die Torlinie drücken.

Kriens erzielt endlich wieder einen Treffer aus dem laufenden Spiel heraus

Kriens – das Selbstvertrauen war durchaus zu spüren – suchte weiter den Weg in Richtung FCW-Strafraum, liess aber wie schon beim 0:0 gegen Chiasso die Durchschlagskraft vermissen. Nach einer halben Stunde gelang dem SCK auf der linken Seite über Oan Djorkaeff und Daniel Follonier der Durchbruch: Folloniers Flanke bugsierte Dario Ulrich im Fünferraum zum verdienten 1:1 ins Winterthur-Tor. Und: Kriens hatte endlich wieder, so wie es Trainer Berner forderte, einen Treffer aus dem laufenden Spiel heraus erzielt. Ein Schuss von Amel Rustemoski in der 45. Minute hätte den Kriensern beinahe noch die Führung eingebracht.

Die zweite Halbzeit könnte möglicherweise in die Challenge-League-Geschichte eingehen. Als eine der langweiligsten nämlich. Viel Gescheites beziehungsweise Anschauliches brachten die beiden Teams nicht mehr zu Stande.

Weltenbummler Emeghara bringt noch etwas Schwung

Winterthur trat nicht wie ein Anwärter auf die ersten zwei, drei Tabellenränge auf, bekam erst mit der Einwechslung von Ex-Nationalstürmer und Weltenbummler Innocent Emeghara noch einmal etwas Schwung. Der Schuss von Callà in der 95. Minute war noch der einzige Aufreger.

Kriens hatte sonst alles unter Kontrolle. Mehr jedoch nicht. Denn dieses Winterthur wäre in der zweiten Halbzeit durchaus noch auszuhebeln gewesen. Aber: «Der Auftritt meiner Mannschaft hat mir durchaus gefallen. Wir nehmen verdient einen Punkt aus Winterthur mit», lobte Trainer Berner nach dem Schlusspfiff.

Winterthur – Kriens 1:1 (1:1)
Schützenwiese. – 50 Zuschauer. – SR Huwiler. – Tore: 17. Baak 1:0. 30. Ulrich 1:1. Winterthur: Marzino; Gantenbein (94. Omerovic); Baak, Kamberi, Lekaj; Isik; Callà, Ramizi, Pepsi, Ltaief (7. Alves/83. Emeghara); Buess.
Kriens: Zbinden; Urtic, Souare, Berisha; Sadrijaj; Ulrich, Mistrafovic (80. Bürgisser), Yesilçayir (65. Tadic), Djorkaeff (46. Busset); Follonier (95. Maloku), Rustemoski (80. Mulaj).
Bemerkungen: Winterthur ohne Spiegel, Costinha, Arnold, Gonçalves, Pauli, Rama, Schüpbach und Volkart; Kriens ohne Abubakar, Kukeli, Costa und Aliu und Fanger (alle verletzt).