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Durch den Kopf, durch die Beine

Simone Felder (24) aus Luzern startet am nächsten Samstag das allererste Mal überhaupt am Stadtlauf. Aber das dafür gleich zweimal.
Die 24-jährige Simone Felder bereitet sich im Bireggwald in Luzern auf den Stadtlauf vor.Bild: «Luzerner Zeitung»/Jakob Ineichen

Die 24-jährige Simone Felder bereitet sich im Bireggwald in Luzern auf den Stadtlauf vor.Bild: «Luzerner Zeitung»/Jakob Ineichen

Turi Bucher

Als Begleitperson, genau gesagt Fachfrau Betreuung, arbeitet Simon Felder in der Stiftung Weidli in Stans. Dort, in der Nidwaldner Institution für Menschen mit Beeinträchtigung, betreut und begleitet sie Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Und dort, bei der Arbeitsstelle an der Weidli-strasse, hing zuletzt auch jene interne Ausschreibung, welche die Weidli-Belegschaft zur Teilnahme am Stadtlauf in Luzern aufrief. «Ich musste es mir zuerst ein wenig durch den Kopf gehen lassen», erzählt Simone Felder, «dann habe ich mir gesagt: Doch, das ist cool, das ist eine Herausforderung.»

Nun geht es für die 24-Jährige in einer Woche also nicht mehr durch den Kopf, sondern vor allem durch die Beine. Denn sie hat sich für den 41. Luzerner Stadtlauf sogar als sogenannte Mehrfachstarterin angemeldet. Will heissen: Simone Felder rennt zuerst mit einem Weidli-Team die rund anderthalb Kilometer des sogenannten Altstadt-Plauschlaufs, und ­einige Zeit später wird sie sich auch noch in ihrer Einzelkategorie durch die «Musegg Classic» über 7,2 Kilometer kämpfen.

Kämpfen? Ja, Simone rennt, und sie schafft das locker. «Der Lauf zur Museggmauer hinauf beinhaltet zwar eini­ge Höhenmeter, aber das ist zu schaffen», sagt sie zuversichtlich. Zumal sie sich kein ehrgeiziges zeitliches Ziel gesetzt hat. «Ich will einfach durchkommen.» Die Zu­versicht ist nicht aus der Luft gegriffen, kommt nicht etwa überheblich von hoch oben von den Museggtürmen her, sondern ist ganz begründet und fundiert: denn Simone Felder ist eine, die sich in ihrer Freizeit sowieso gerne sportlich betätigt. «Ja», sagt sie, «auch wenn es beim Stadtlauf mein erstes Mal ist, ich treibe gerne Sport.» Das Bild auf dieser Seite beispielsweise ist eben erst beim Joggen im Luzerner Bireggwald aufgenommen worden. «Im Winter stehe ich gerne auf dem Snowboard», erzählt Simone Felder, «im Sommer wandere und schwimme ich auch gerne.»

Wildwasserkajak-Kurs in Schweden

Überhaupt: «Ich gehe gerne ins Wasser, habe gerne ein wenig Action.» Deshalb hat sie vor zwei Jahren während einer Ferienreise im schwedischen Idre, das unweit der norwegischen Grenze vor allem für sein Wintersportangebot bekannt ist, einen Kurs für Wildwasserkajak absolviert.

Bis es mit der Stadtlauf-Action so weit ist, wartet auf Simone Felder aber noch einiges an Arbeit. In Stans, im Weidli, dort, wo Menschen mit Beeinträchtigung Wohnplätze, Arbeitsplätze und Ateliers in den Tagesstätten zur Verfügung stehen, findet Felders beruflicher Alltag statt. Zurzeit begleitet sie, die nebenher noch die Berufsmatura Gesundheit und Soziales absolviert, behinderte Menschen in deren Alltag. Exakter: Sie unterstützt Menschen, die nicht selber im Weidli wohnen, sondern in externen Wohnungen der Stiftung Weidli in Stans. Das heisst zu unregelmässigen Arbeitszeiten: kochen, pflegen, Freizeitbegleitung.

Übrigens: Wenn es dann in einer Woche so weit ist, wird Simone Fel­der am Plauschlauf mit zehn wei­teren Personen vom Arbeitsplatz teilnehmen. Darunter fünf Begleitpersonen, darunter aber auch fünf Menschen mit Beeinträchtigung. Die hatten nämlich in den vergangenen Tagen auch «Action» und ihre Trainings intensiviert.

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