«Ein bisschen Spass muss sein» – Kriens erzwingt 1:0-Sieg in Wil

Der SC Kriens reagiert auf die jüngsten Negativerlebnisse und gewinnt auswärts in Wil mit 1:0. Am Dienstag kommen die Grasshoppers ins Kleinfeld.

Stephan Santschi
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«Von meinen Spielern hat ihn keiner gekannt, die sind viel zu jung», sagte der Krienser Trainer Bruno Berner und schmunzelte. Angesprochen war die Szene ganz zu Beginn des Auswärtsspiels in Wil, als Roberto Blanco seinen Auftritt hatte. Der mittlerweile 83-jährige Schlagersänger aus Deutschland, dessen grösster Hit den Titel «ein bisschen Spass muss sein» trägt, machte den Kickoff und leitete damit einen Abend ein, der letztlich nur einem der beiden Teams wirklich Freude bereiten sollte: dem Gast aus Kriens.

Asumah Abubakar schiesst sehenswert das Krienser Siegtor.

Asumah Abubakar schiesst sehenswert das Krienser Siegtor.

Bild: Archiv, Freshfocus

Nach zwei Niederlagen in Serie gelang den Luzernern nach der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause eine Reaktion, mit einem 1:0-Erfolg traten sie am Freitag die Heimreise aus der Ostschweiz an. Der entscheidende Treffer fiel in der 82. Minute, als Dario Ulrich einen Freistoss in die Mitte flankte, Asumah Abubakar seinem Bewacher entwischte und den Ball sehenswert über den Wiler Goalie zur Führung ins Netz köpfelte. Ulrich, der umtriebige Flügel, kam damit zu seinem ersten Skorerpunkt der Saison, Abubakar erzielte seinen persönlichen Treffer Nummer drei.

Deshalb steht nur ein Neuer in der Startformation

Die Wiler, die seit dem Abgang von Ciriaco Sforza zum FC Basel von Alex Frei, dem Rekordtorschützen der Schweizer Nationalmannschaft, trainiert werden, waren zu keiner Reaktion mehr fähig. Davor hätte die Partie aber auch auf die andere Seite kippen können, das wusste auch SCK-Trainer Berner:

«Der Sieg war nicht souverän, das kann man nach zwei Niederlagen auch nicht erwarten. Doch wir haben uns voll in dieses Spiel reingehängt. Und für einmal lag das Glück auf unserer Seite.»

Im Vergleich zum 0:2 im Heimspiel gegen Winterthur brachte Berner vier neue Akteure in die Startelf und er setzte neu auf eine 3:5:2-Taktik. «Drei Verteidiger, zwei Stürmer – da war ein Schuss Risiko drin. Doch ich wollte der Mannschaft vorgeben, dass sie mutig ist, dass sie vorwärts spielt.» Darüber hinaus habe die Aufstellung auch symbolischen Charakter gehabt. «Zehn von elf Spieler waren letzte Saison schon bei uns, mit Liridon Mulaj stand nur ein Neuzuzug von Anfang an auf dem Platz.» Damit wollte er aufzeigen, dass die Mannschaft nun die «Krienser DNA» erkennen lassen müsse. Jene Akteure, die schon etwas länger dabei seien, müssten mit gutem Beispiel vorangehen und das SCK-Gen an die Neuen weitergeben.

Drei Mal klatscht der Ball an die Torumrandung

Und so entwickelte sich ein animiertes Spiel, das beiden Teams schon in Halbzeit eins die Gelegenheit zur Führung bot. Zunächst traf Ulrich den Pfosten (15.), später tat es ihm der Wiler Fazliu gleich (28.). Nach einer Stunde klatschte der Ball nochmals an die Torumrandung, wieder war es Fazliu, dessen Freistoss von SCK-Keeper Pascal Brügger mirakulös an den Pfosten gelenkt wurde. Brügger war es auch, der in der 66. Minute gegen den durchgebrochenen Ballet den Gegentreffer verhinderte. Der SCK ist damit wieder in der Spur und geht mit breiter Brust ins Heimspiel am Dienstag, wenn Aufstiegsfavorit GC im Kleinfeld gastiert.

Wil – Kriens 0:1 (0:0)
Bergholz. – 470 Zuschauer. – SR Wolfensberger.
Tor: 82. Abubakar 0:1.
Wil: Köhn; Talabidi (88. Paunescu), Izmirlioglu, Sauter, Schäppi (88. Sarcevic); Krasniqi, Muntwiler; Brahimi (71. Jones), Fazliu, Haile-Selassie; Ballet (80. Kamber).
Kriens: Brügger; Urtic, Berisha, Alessandrini; Bürgisser (78. Kukeli); Ulrich, Sadrijaj, Yesilcayir (63. Mistrafovic), Costa; Mulaj (63. Maloku), Abubakar (88. Dieng).
Bemerkungen: Kriens ohne Fanger, Tadic und Aliu (alle verletzt). 15. Pfostenschuss Ulrich. 28. Pfostenschuss Fazliu. 60. Brügger lenkt Freistoss von Fazliu an den Pfosten.

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