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Ein «doofer» Pflichttermin für Ruckstuhl

An den Schweizer Meisterschaften in Basel stehen am Freitag und am Samstag auch Innerschweizer im Mittelpunkt.
Jörg Greb
Géraldine Ruckstuhl ist noch in der Aufbauphase. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (St.Gallen, 17. Februar 2019)

Géraldine Ruckstuhl ist noch in der Aufbauphase. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (St.Gallen, 17. Februar 2019)

Sie ist erst 21 Jahre alt, hat aber bereits viel erreicht. Neben zahlreichen Schweizer Meistertiteln im Nachwuchs wie bei der Elite verfügt Géraldine Ruckstuhl aus Altbüron auch über einen imposanten Palmarès auf internationaler Ebene. Die Höhepunkte: der U18-Weltmeistertitel 2015 wie U23-EM-Gold diesen Sommer. Und dazwischen: U23-EM-Silber 2017 und letztes Jahr der Schweizer Rekord. Zu den Schweizer Meisterschaften von diesem Freitag und Samstag sagt sie: «Der Zeitpunkt macht es etwas schwierig.»

Nicht wie in den vergangenen Jahren Mitte/Ende Juli finden sie statt, sondern einen Monat später. Für Ruckstuhl und andere ein «doofer Termin». Die U23-EM als erster Saison­höhepunkt liegt fünf Wochen zurück, das zweite Saisonhighlight mit den Weltmeisterschaften in Doha folgt in fünf Wochen. «Ich bin voll im Aufbau und kann deshalb kaum Topleistungen erbringen.» Im Gegensatz zu den ausschliesslich national ausgerichteten Athletinnen und Athleten ergeht es anderen Aushängeschildern aber gleich oder zumindest ähnlich.

Mammutprogramm mit vier Disziplinen

Ruckstuhl räumt diesen nationalen Titelkämpfen deshalb «einen anderen Stellenwert» ein. Sie will zwar «kämpfen und die bestmögliche Leistung abrufen», dass sich die Beine frisch und der Kopf erfolgshungrig präsentieren, bezweifelt sie aber. Und erst am Mittwoch entschied sie sich mit Coach Terry McHugh für die Disziplinenwahl: «Ich möchte mich in möglichst vielem unter Ernstkampfbedingungen testen, wo ich stehe», sagt sie. Der enge Zeitplan verlangt jedoch Kompromisse. Entschieden hat sie sich für ein Mammutprogramm mit Speerwerfen, Kugelstossen, Hürdensprint und Hochsprung. In den beiden Wurfdisziplinen ist sie die Saisonbeste und somit Goldanwärterin, in den anderen zählt sie zum erweiterten Kreis der Medaillenaspirantinnen.

Innerschweizer Medaillenhoffnungen finden sich neben Ruckstuhl noch andere. Primär sind dies: Jonas Schöpfer (STV Sempach) über 800 m, Nicole Zihlmann (LC Luzern) im Hammerwerfen sowie Géraldine Frey (LK Zug) im Hürdensprint, Nadine Odermatt (LA Kerns) im Hochsprung, Stefanie Barmet (LC Luzern) über 1500 m. Maurus Meyer (TSV Rothenburg) im Hürdensprint oder Angus Föllmi (TSV Rotkreuz) scheinen für Überraschungen gut.

Formtests auch für Kambundji und Wilson

Aus nationaler und internationaler Sicht sorgen diese Meisterschaften für einen umfassenden Einblick in die Schweizer Szene. Am Start sind die Leute, welche in den letzten Wochen und Monaten für Schlagzeilen gesorgt haben – etwa die elf Medaillengewinner an den U23- und U20-Europameisterschaften im Juli oder der neue «Wunderläufer» Julien Wanders. Der Genfer Halbmarathon-Europarekordhalter und Schweizer Rekordler über 10000 m misst sich über 1500 und über 800 m. Und gerade die Gold-Gewinner im Nachwuchs verdienen Sonderbeachtung. Nebst Géraldine Ruckstuhl sind dies: Angelica Moser im Stabhochsprung, Jason Joseph im Hürden- wie im Flachsprint sowie Zehnkämpfer Simon Ehammer im Weitsprung und U20-Speerwerfer ­Simon Wieland.

Und natürlich von höchster Priorität sind die Entscheidungen im Sprint (100 m am Freitag, 200 m am Samstag). Folgende Fragen stellen sich: Gelingt es Mujinga Kambundji, ihre aufsteigende Form zu untermauern? Wie stark fordert sie die aufrückende Folgegarde, angeführt von Salome Kora und Ajla del Ponte? Oder schafft der Basler Sprinter Alex Wilson, das geplante Feuerwerk zu zünden?

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