Ein doppelt spezielles Spiel für den Krienser Handball-Youngster Tim Rellstab

Kriens-Luzern will ganz vorne dran bleiben, dazu braucht es am Sonntag einen Auswärtssieg gegen GC Amicitia.

Roland Bucher
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Der Krienser Tim Rellstab (links) gegen Endingens Milomir Radovanovic.

Der Krienser Tim Rellstab (links) gegen Endingens Milomir Radovanovic.

Alexander Wagner (1. Februar 2020)

Nein, um den heissen Brei herum reden müsse man nicht, betont Tim Rellstab, Tatsache sei: «Ich will als Handballer meine Möglichkeiten ausschöpfen und Karriere machen.» Punktum. 19 Jahre jung ist der Zürcher in HCK-Diensten, in der Körpergrösse mit exakt 200 Zentimetern mit Gardemass ausgerüstet und wenn ihm etwas noch fehle, dann seien es die Muskeln: «Tim ist mit 84 Kilogramm ein Sprenzel», sagt Trainer Goran Perkovac, «wenn er es auf 100 schafft – dann hat er alle Voraussetzungen, ein ganz dominanter Handballer zu werden.»

Ein intelligenter Handballer

Rellstab sei für sein Alter mit unerhörter Handball-Intelligenz ausgerüstet, könne das Spiel lesen, kapiere, wie die Defensive funktionieren muss: «Er hat alle Anlagen, um ein kompletter Handballer zu werden», glaubt Perkovac – und, hausiert der Olympiasieger, nicht eben berühmt für Schwärmereien an personelle Individualadressen, dann muss da schon etwas dahinterstecken. «Es ehrt mich», nickt Rellstab artig.

Dass Rellstab auf der handballerischen Überholspur fährt und jene feinen Kniffe, die den Unterschied ausmachen, bereits beherrscht – das verwundert weiter nicht. Papa Beat Rellstab (52) war Internationaler und mit GC zweifacher nationaler Meister (349 NLA-Partien, 1633 Tore). Und Coach von Tim, als Sohnemann bei Horgen eine perfekte Ausbildung geniessen durfte. «Wir reden viel über den Handball», gesteht das Krienser Juwel, «manchmal auch ein bisschen zu viel. Er ist an jedem Spiel dabei und hie und da muss ich ihn dann bei der Manöverkritik schon ein bisschen bremsen.» Ist natürlich sehr freundschaftlich gemeint: «Ich kann von seinen Tipps auch heute noch enorm profitieren.»

Kein Schlendrian gegen GC Amicitia

Morgen steht für den HCK ein weiterer Gegner auf dem Programm, den man besiegen will, um ganz vorne dran zu bleiben und womöglich sogar Schaffhausen einzuheizen: «Amicitia hat in den letzten Partien grosse Fortschritte angedeutet. Wir dürfen uns nicht den geringsten Schlendrian erlauben.» Für Tim Rellstab ist die Partie in doppelter Hinsicht eine spezielle. Einerseits: «Ich habe einige Juniorenjahre bei diesem Verein absolviert, da prickelt es immer wieder, wenn man sich wiedersieht.»

Andrerseits: Der Krienser Topskorer Hleb Harbuz lag diese Woche flach, bekämpfte eine bakterielle Erkältung mit Antibiotika und dürfte nur im Notfall einspringen. Den will Rellstab, sein Stellvertreter auf der Rückraumposition, selbstredend vermeiden: «So unschön es für Hleb ist – es ist eine Chance für mich, zu viel Spielzeit zu kommen.» Zu zeigen, was die Zukunftshoffnung draufhat – und dem Vater, pardon, den Mund zu stopfen.