Handball SPL1
Die Spono Eagles gewinnen auch das dritte Derby der Saison gegen den LK Zug

Die Spono Eagles und der LK Zug liefern sich ein Duell auf Augenhöhe. Spono gewinnt schliesslich mit 30:29. Bereits am kommenden Mittwoch gibt es für Zug die Gelegenheit zur Revanche.

Ernesto Piazza
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Sponos Topscorerin Xenia Hodel (Mitte) wird von Charlotte Kähr bedrängt.

Sponos Topscorerin Xenia Hodel (Mitte) wird von Charlotte Kähr bedrängt.

Bild: Manuela Jans-Koch (Nottwil, 27. Februar 2021)

13 Sekunden vor Ende der Partie nahm Zug-Headcoach Christoph Sahli das Timeout. Zeit genug, um noch den Ausgleichstreffer zu schaffen. Doch es sollte nicht sein. Der letzte Abschluss landete am Pfosten. Die Eagles behielten in einer temporeichen, rassigen Partie mit 30:29 (13:12) auch diesmal das bessere Ende für sich. «Wir wollten diese beiden Punkte einen Tick mehr», vermutete der interimistische Spono-Trainer Mirco Stadelmann hinterher. Zugs Sahli hingegen haderte mit dem einen oder andern «zu passiven Zweikampf», auch mit «der Chancenauswertung».

Letztlich waren es Nuancen, welche dieses Derby entschieden. Im Gegensatz zu den beiden ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison, begegneten sich die beiden Teams diesmal auf Augenhöhe. Es war ein Vorgeschmack für einen möglichen Playoff-Halbfinal. Denn ein Blick auf die Tabelle zeigt: Spono und Zug könnten sich dort wohl erneut begegnen.

Ein Auf und Ab während des ganzen Spiels

Von Anfang an war zu erkennen: Die Eagles waren bestrebt, ihren über weite Strecken blutleeren Auftritt vor Wochenfrist in Kreuzlingen vergessen zu machen. Zudem hatte der Verein aufgrund der – zumindest für die Öffentlichkeit – eher überraschenden Entlassung von Trainer Ike Cotrina einige unruhige Tage hinter sich. Der LK Zug seinerseits wollte den Aufwärtstrend, den das Team mit dem klaren Sieg gegen Brühl unmissverständlich andeutete, bestätigen.

Und so entwickelte sich ein intensives, mit viel Tempo geladenes Spiel. Beim Auf und Ab während den gesamten 60 Minuten lagen die Eagles zwar meistens vorne, doch nur zweimal 8:5 (14.) und 9:6 (17.) betrug die Differenz drei Tore. Als Kyra Gwerder – übrigens ein LKZ-Versprechen für die Zukunft – nach 47 Minuten mit einem ihrer sieben Treffer die Zugerinnen mit 23:21 (47.) in Front brachte, schien das Momentum für einen Augenblick auf die Seite der Gäste zu kippen. Doch Judith Matter (1) und Ivana Ljubas (2) korrigierten aus Sicht der Eagles schnell.

Ljubas zeigt wohl beste Leistung der Saison

Für Spono-Trainer Mirco Stadelmann war «heute der Kopf ein ausschlaggebender Faktor». Diesen mussten seine Spielerinnen nach der Entwicklung der vergangenen Tage wieder frei kriegen. Er habe am letzten Montag das Training umgestellt. «Das Team musste bei einer intensiven Einheit leiden.» Stadelmann wollte ein Zeichen des Neuanfangs setzen. Ivana Ljubas, die auf Spono-Seite als «best player» ausgezeichnet wurde, steuerte in ihrem bisher wohl besten Saisonspiel elf Tore bei und Xenia Hodel traf sieben Mal. Judith Matter und Catherine Csebits gehörten ebenfalls zu den Aktivposten. Dennoch strich der Trainer das Kollektiv heraus, wohlwissend, dass die Partie auch hätte kippen können.

Denn Zug hatte es in den eigenen Händen, die Partie für sich zu entscheiden. «Die ersten 15 und die letzten 10 Minuten waren nicht so, wie ich es mir vorstellte», erklärte LKZ-Headcoach Sahli. Und dennoch stimmt es ihn zuversichtlich, weil sein Team mit viel Tempo, mit viel Bewegung gespielt und dabei wenig technische Fehler begangen habe. Speziell Ria Estermann und Charlotte Kähr entwickelten aus dem Rückraum extrem Power. Celia Heinzer zeigte nach zuletzt zwei starken Leistungen gegen Brühl punktuell auf, dass sie bereit ist, in die Lücke zu springen, die Kähr mit ihrem Wechsel nach Buxtehude in die deutsche Bundesliga hinterlassen wird. Joline Tschamper braucht sicherlich noch den einen oder andern Ernstkampf, spielt sich nach ihrer Verletzung aber sukzessive wieder zurück. Deshalb ist Sahli trotz der für ihn ärgerlichen Niederlage überzeugt: «Wir befinden uns nach wie vor auf dem richtigen Weg.»

Während Zug praktisch die ganze Kaderbreite nützte, waren es bei den Eagles acht Feldspielerinnen, die es richten mussten. Dies kann mit Blick auf die intensiven Wochen, die den Mannschaften jetzt bevorstehen, ein nicht unerheblicher Faktor sein. Bereits am kommenden Mittwoch begegnen sich die beiden Mannschaften nämlich erneut – diesmal in Zug. Und Stadelmann ist sich bewusst: «Wenn wir dort auch erfolgreich bestehen wollen, müssen wir nochmals etwas draufpacken.» Sahli hingegen will mit seinem Team endlich den «Fluch» überwinden und das erste Derby der Saison für sich entscheiden.

Spono Eagles – Zug 30:29 (13:12)
Kirchmatte – SR: Feld/Müller – keine Zuschauer – Strafen: 3-mal 2 Minuten für Spono; 1-mal 2 Minuten für Zug. - Spono: Troxler, Schaller, Ukaj; Emmenegger, Schardt, Jund, Irman (3), Matter (4), Hodel (7/1), Amrein, Decurtins (1), Rakaric, Csebits (3), Stähelin (1), Ljubas (11), Kashani. – LK Zug: Abt, Zuzankova; Tschamper, Cavallari (3), Stutz (2/2), Heinzer (4/1), Baumann, Kähr (7), Estermann (6), Eugster, Gwerder (7), Spieler, Jónsdóttir, Hess.