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Ein «Guerreiro» für den SC Buochs

Joel Sousa Miranda hat den Sprung ins Profikader des FC Luzern (noch) nicht geschafft. In Buochs nimmt der 20-jährige Mittelfeldspieler einen neuen Anlauf – und bestreitet am Sonntag (14 Uhr) im Cup gegen GC das Highlight seiner Karriere.
Stephan Santschi
Will in seiner Karriere kleine Schritte nehmen: Joel Sousa Miranda (rechts) gegen den Schötzer Joel Stephan. (Bild: Philipp Schmidli (Buochs, 11. August))

Will in seiner Karriere kleine Schritte nehmen: Joel Sousa Miranda (rechts) gegen den Schötzer Joel Stephan. (Bild: Philipp Schmidli (Buochs, 11. August))

Der SC Buochs steht wieder einmal vor einem grossen Cupspiel. Am Sonntag um 14 Uhr gastieren im Seefeld die Grasshoppers zum 1/32-Final, die Stadionkapazität wird dank einer Zusatztribüne auf 4600 Plätze ausgebaut. Letztmals sorgten die Nidwaldner vor vier Jahren im Cup für Furore, als sie die Berner Young Boys mit Trainer Uli Forte ausgeschaltet hatten. «Der ganze Verein freut sich», sagt Sportchef Nicolas Lambert.

Einer, der erstmals in dieses Rampenlicht tritt, ist Joel Sousa Miranda. Noch nie bestritt der 20-jährige Luzerner einen Ernstkampf gegen ein Team aus der Super League. Zwar war er Captain der U21-Junioren beim FC Luzern, zwar bestritt er im letzten Winter unter Trainer Gerardo Seoane ein Testspiel, im Sommer davor mit Markus Babbel an der Seitenlinie waren es sogar deren zwei gewesen – den Sprung in die 1. Mannschaft aber hat er nicht geschafft.

Sein Vorbild: FCL-Profi Stefan Knezevic

Mit seinen 1,75-Meter Grösse sei er zu klein für die Innenverteidigung und im zentralen Mittelfeld, dort wo sich der Schweiz-Portugiese am wohlsten fühlt, hatte er zuletzt keine Matchpraxis mehr, weil er im Nachwuchs vor allem als Innenverteidiger gebraucht worden war. «Ich suchte nach einem anderen Weg», erzählt er und fand zum SC Buochs in die 1. Liga. Als Karriereschnitt betrachtet er das nicht, im Gegenteil: «Dieser Entscheid kann mich reifer machen. Ich will Verantwortung übernehmen und zum Leader werden. Bei Buochs hat es mit Christophe Lambert und Michael Diethelm auch Spieler, die im Profifussball Erfahrungen gemacht haben. Sie können mir helfen.» Und dann ist da dieses Paradebeispiel für einen jungen Fussballer, der aufzeigt, dass man aus der 1. Liga den Sprung in die Schweizer Elite schaffen kann. Stefan Knezevic spielte als 18-Jähriger eine Saison in Buochs, heute ist er Innenverteidiger beim FC Luzern. «Er ist damals über sich hinausgewachsen», weiss Sousa Miranda, «das will ich auch».

Support erhält er von Sportchef Lambert, der betont: «Buochs ist kein Rückschritt, dagegen wehre ich mich. Wir sind sehr ambitioniert, wir haben Trainer und Spieler, die weiterkommen wollen. Wenn Joel mit dem Profifussball abgeschlossen hätte, wäre er zu einem Feierabendklub gegangen.»

Jassen ja – aber nur auf Portugiesisch

Feierabend haben seine sportlichen Träume also nicht, Sousa Miranda strebt weiterhin nach dem Durchbruch im Fussball. In seiner Familie habe es viele «Guerreiros», wie man auf Portugiesisch sagt, Kämpfer also, Männer mit Willensstärke und manchmal auch etwas sturen Köpfen. Seine Eltern stammen aus dem Norden Portugals, in der Kleinstadt Vila Pouca de Aguiar, die Sousa Miranda mit Sursee vergleicht, leben noch viele seiner Verwandten. Er selber kam in Luzern zur Welt und so sei er vom Typ her mehr Schweizer als Portugiese. «Ich bin eher verschlossen», sagt er, um mit einem Lächeln anzufügen: «Jassen kann ich aber nur mit portugiesischen Karten.» Wobei sich das bald ändern soll, im Rahmen seines Zivildienstes möchte er nämlich in einem Alters- und Pflegeheim in Emmen arbeiten. «Wenn ich dort mit den Senioren jassen kann, ist das sicher von Vorteil.»

Auf den Fussball bezogen, spürt er dann aber ganz den Portugiesen in sich. Am letzten Wochenende ging das Heimspiel gegen Schötz zwar 1:2 verloren, seine ausserordentliche Ballkontrolle war aber sofort erkennbar. «Er bringt eine extreme Ruhe in unser Spiel», sagt Sportchef Lambert, «er verlangt den Ball, macht nicht fünf Übersteiger, sondern spielt sehr intelligent».

Sousa Miranda und die Fortsetzung des Spiels

Es ist dieser Mix aus Zweikampfstärke und Passqualität, die Sousa Miranda als Fussballer charakterisieren. Als «perfekten Sechser» betrachtet er Sergio Busquets vom FC Barcelona. «Weil er defensiv solid ist, technisch saubere Pässe spielt und fast keine Ballverluste hat.» Nach dieser einfachen Vorgehensweise strebt auch er. Tödliche Pässe, wie sie Iniesta oder Xavi spielen, dürfe man von ihm nicht allzu oft erwarten. «Ich bin eher einer, der das Spiel fortsetzen kann.»

Wie sich seine Karriere fortsetzen wird, bleibt vorderhand offen, von grossen Ligen oder Klubs mag Sousa Miranda nicht sprechen. «Ich will kleine Schritte nehmen», erklärt er – im Wissen, dass er am Sonntag einen grossen machen kann, indem er mit den Buochsern Cup-Geschichte schreibt.

So, wie es vor vier Jahren ein gewisser Stefan Knezevic tat – beim sensationellen Sieg gegen die Young Boys stand er in der Innenverteidigung.

1/32-Finals. Partien der Super-League-Vereine. Heute, 17.00: Veyrier (2.i) – Thun. – 18.00: Concordia Basel (2.) – Zürich. – 18.15: Montlingen (2.) – Basel. – 19.00: Köniz (PL) – Sion. – 19.30: Biel (1.) – Young Boys. – Sonntag, 14.00: Buochs (1.) – Grasshoppers. – 15.00: Gland (2.) – Luzern, Dietikon (2.i) – Lugano, Ueberstorf (2.i) – St. Gallen. – 16.00: Yverdon (PL) – Neuchâtel Xamax.

Partien der anderen Innerschweizer Vereine. Heute, 14.30: Willisau (2.i) – Breitenrain Bern. – 16.00: Zug 94 (1.) – Red Star Zürich (1.). – 17.00: Goldau (1.) – Bavois (PL). – 18.00: Langnau i.E. (3.) – Kriens (CL), Meyrin (1.) – Cham (PL).

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