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Dieser Luzerner Eishockey-Profi jubelt jetzt für die Rapperswil-Jona Lakers

Der ehemalige EVZ-Junior Nico Dünner ist zurück in der obersten Spielklasse und spielt heute gegen die Zuger.
René Barmettler, Rapperswil
Nico Dünner (rechts) freut sich über seinen Treffer zum 3:0 gegen Ambri-Piotta. Bild: Patrick B. Krämer/Keystone (Rapperswil, 14. September 2019)

Nico Dünner (rechts) freut sich über seinen Treffer zum 3:0 gegen Ambri-Piotta. Bild: Patrick B. Krämer/Keystone (Rapperswil, 14. September 2019)

Der erste Herbsttag machte seinem Namen alle Ehre. Es war kühl und grau, der Himmel öffnete seine Schleusen – ein Montagmorgen, der einem so richtig die gute Laune vermiesen liess. Nicht so bei Nico Dünner, der kurz vor Mittag sein Eistraining beendet hatte und sich auf dem Weg zur Schule kurz Zeit für unsere Zeitung nahm, er befindet sich im zweiten Semester seines Wirtschaftsinformatikstudiums an einer Fernfachhochschule in Regensdorf. Seine gute Laune war ansteckend, er hat auch guten Grund dazu. Der 25-Jährige aus Emmenbrücke ist nach viereinhalb Jahren bei Langenthal in der zweithöchsten Swiss League zurück in der National League angekommen.

Der Start mit Rapperswil-Jona erfolgte viel versprechend, nach der Startniederlage bei Meister Bern (3:6) feierten die St. Galler drei Siege in Serie (Ambri, Biel, ZSC Lions). Dünner selber jubelte bereits im zweiten Spiel gegen Ambri-Piotta: Der Stürmer erzielte gegen die Leventiner mit einem schönen Rückhandschuss das 3:0. Nach diesem Treffer wussten die Fans: Das ist der erste Saisonsieg für die in der letzten Saison so arg gebeutelten Rapperswiler (10 Siege, 40 Niederlagen in der Qualifikation). «Das ist der Lohn für die harte Arbeit, die wir in diesem Sommer geleistet haben», meinte Dünner bescheiden. Es war insgesamt sein dritter Treffer in der NL, letztmals hatte er in der Saison 2014/15 für den EV Zug getroffen.

Dünner bleibt vor einem Dilemma bewahrt

Nico Dünner ist in Emmenbrücke aufgewachsen, seine Eltern sind Sportlehrer. Mit fünf Jahren fand Klein-Nico beim HC Luzern den Weg zum Eishockey. Mit 14 Jahren wechselte er dann zum EV Zug. Auf der höchsten Stufe, bei den Elite-Junioren, wurde er zum Captain befördert. 2014 nahm er mit der Nationalmannschaft in Schweden an der U20-WM teil. Nach 29 Partien in der ersten Mannschaft kam 2015 der Wechsel zu Langenthal. Zwei Mal standen die Oberaargauer an der Schwelle zur National League. Auch in diesem Frühjahr glaubten die Spieler, dass es für sie um den Aufstieg gehen könnte. Doch nach dem Meistertitel in der Swiss League gab man ihnen zu verstehen, dass es aus finanziellen Gründen und der Infrastruktur wegen noch zu früh für eine Promotion sei.

Für Nico Dünner kam der Verzicht auf die Ligaqualifikation nicht einmal ungelegen. Er hatte sich Ende Januar mit Rapperswil geeinigt, nachdem er sich ohne Zutun eines Agenten dem Klub anerboten hatte. Rapperswil schaffte wegen des Verzichts der Langenthaler den Ligaerhalt ohne die gefürchteten, nervenaufreibenden Partien. «Es wäre für mich schwierig geworden, diese Spiele gegen meinen künftigen Arbeitgeber auszutragen», zeigte sich Dünner im Nachhinein erleichtert, von diesem Dilemma befreit worden zu sein.

Nun hofft er, mit den St. Gallern nicht mehr bis zum Schluss um den Ligaerhalt bangen zu müssen. Die ersten vier Spiele stimmen ihn zuversichtlich, «auch wenn diese noch nicht gross aussagekräftig sind». Aber Dünner spürt, dass die Verteidigung besser geworden ist, «und wenn wir Stürmer hinten solidarisch aushelfen, dann ergeben sich auch mal gute Möglichkeiten zu einem Konterangriff».

Heute Abend trifft er auf Lino Martschini, seinen ehemaligen Kollegen beim HC Luzern und EV Zug. Mit dem gebürtigen Stadtluzerner wohnte er kürzlich dem Cupspiel der ersten Hauptrunde Luzern – Langenthal bei, wo sie ihre Brüder Oliver Dünner und Luca Martschini mit 1:13 untergehen sahen.

Heute spielt Dünner gegen Martschini: Einer der beiden Freunde dürfte dem anderen die Laune vermiesen.

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