Der FC Luzern gibt ein markantes Lebenszeichen im Spiel gegen YB

Der FC Luzern ringt im Heimspiel dem Schweizer Meister Youngs Boys ein 2:2 (1:2) ab.

Turi Bucher
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Kampf um die Lufthoheit: FCL-Verteidiger Christian Schwegler (rechts) im Kopfballduell mit YB-Stürmer Roger Assalé.Bild: Pius Amrein (Luzern, 1. September 2019)

Kampf um die Lufthoheit: FCL-Verteidiger Christian Schwegler (rechts) im Kopfballduell mit YB-Stürmer Roger Assalé.Bild: Pius Amrein (Luzern, 1. September 2019)

Der FCL lebt! Beim 2:2 (1:2) gegen die Berner Young Boys lieferten die Luzerner eine beherzte, frische und freche Leistung ab. Die Mannschaft von Trainer Thomas Häberli konnte den Aufwärtstrend aus dem Spiel in Sion durchaus bestätigen und erkämpfte sich einen hochverdienten Punkt. Ja, so wollen die FCL-Fans ihre Mannschaft sehen: Ein unerbittliches Kämpfen um jeden Ball und ein Vorwärtsmarschieren in Richtung gegnerisches Tor. Dieser Punkt gegen YB ist Balsam für die geschundene FCL-Seele der vergangenen Wochen.

Es war ein aufwühlendes, turbulentes, spektakuläres Spiel gegen den Schweizer Meister, ein Spiel, das hin und her wogte und jederzeit auf beide Seiten hätte kippen können. Der FCL begann die Partie vehement und hatte durch Lucas Alves (4.) und Ibrahima Ndiaye (14.) Chancen, den Führungstreffer zu erzielen. Im Gegenzug hätte YB-Stürmer Roger Assalé das 1:0 für die Gäste köpfeln müssen. Der FCL machte viel Druck, beschäftigte das Gästeteam in dessen Zone. Die 1:0-Führung für den FC Luzern in der 22. Minute durch Ndiaye fiel, nachdem Pascal Schürpf links aussen Francesco Margiotta angespielt und dieser Ndiaye im Strafraum lanciert hatte. Ndiaye, schon in Sion FCL-Torschütze, bezwang YB-Goalie David von Ballmoos aus zehn Metern Distanz.

Schwerer Fehler durch FCL-Verteidiger Knezevic

YB spielte in diesen Minuten schwach, ungenau, im Passspiel fast ein bisschen nonchalant. Es brauchte einen schweren Abwehrlapsus des FCL, um die Young Boys zurück ins Spiel zu bringen. Es war FCL-Verteidiger Stefan Knezevic, der in der 36. Minute mit einem «Luftloch»-Rundschlag den vorübergehenden Umschwung in diesem Spiel einleitete. Roger Assalé schnappte Knezevic den Ball weg, Knezevic vermochte sich nach seinem Fehler im Laufduell mit dem schnellen YB-Stürmer nur noch mit einem Penaltyfoul zu helfen, indem er Assalé zu Boden riss. Als YB mit dem durch Jean-Pierre Nsame versenkten Penalty zum 1:1 ausglich, drehte diese stets unterhaltsame Partie – vorläufig.

Denn es kam noch schlimmer für den FCL: In der 44. Minute dribbelte der Ivorer Assalé die Verteidiger Christian Schwegler und Knezevic aus und versenkte flach und unhaltbar zum 2:1 für die Young Boys. Konsternation beim FCL zum Pausenpfiff: so viel Aufwand, so wenig Ertrag. Die zweite Hälfte des Spiels war nicht weniger aufregend. Der FC Luzern sorgte für Stimmung, indem er dem Publikum weiterhin Angriffsfussball präsentierte. Und dem FCL gelang vor allem der 2:2-Ausgleich. Innenverteidiger Lucas Alves köpfelte den Ball in der 60. Minute nach einem Corner wuchtig ins YB-Tor.

Schwegler applaudiert und kassiert die rote Karte

In der dramatischen Schlussphase lag das 3:2 in der Luft. Für beide Teams. Zuerst attackierte Knezevic im Strafraum Assalé, wobei der FC Luzern wohl Glück hatte, dass sich der Videoschiedsrichter nicht meldete. Danach tauchte der eingewechselte Tsiy Ndenge in der Nachspielzeit am YB-Strafraum auf. Schiedsrichter Lionel Tschudi taxierte die Intervention des Young-Boys-Verteidigers aber nicht als Foul an Ndenge und liess das Spiel ­weiterlaufen. Jetzt ging es in Richtung FCL-Tor, wo der Ref nun aber einen Freistoss am Luzerner Strafraum diktierte. FCL-Trainer Thomas Häberli gestikulierte an der Seitenlinie reklamierend, der Luzerner Verteidiger Christian Schwegler applaudierte dem Schiedsrichter für dessen Interpretation von «Foul» und «Nicht-Foul» provokativ. Das trug dem seit der 18. Minute verwarnten Schwegler noch die rote Karte ein. Der YB-Freistoss segelte dann haarscharf am Pfosten vorbei.

Am Ende blieb dem FC Luzern ein Punkt. Nach der Niederlagenserie zuvor ist es ein wichtiger, beruhigender Punkt. Der FCL hat sich mit dem 2:2 gegen YB mit einem massiven Lebenszeichen zurückgemeldet. Am 22. September muss der Aufwärtstrend in ­Lugano bestätigt werden. Davor steht noch der Cup-Match in Wohlen auf dem Programm.