Ein Milliardengeschäft

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Champions League Mit den Klubwettbewerben nimmt der europäische Fussballverband Uefa in der laufenden Saison brutto rund 2,35 Milliarden Euro ein. Nach Abzügen für die administrativen und organisatorischen Kosten und Zahlungen an Teams, die in der Qualifikation zur Europa League oder Champions League gescheitert sind, bleiben noch 1,86 Milliarden Euro übrig. Davon werden von der Uefa 8 Prozent (rund 14,9 Millionen Euro) für den europäischen Fussball beiseitegelegt. Der Rest – über 1,7 Milliarden Euro – wird an die teilnehmenden Teams verteilt. Der Löwenanteil der Einnahmen – gemäss einem im Dezember veröffentlichten Uefa-Dokument fast 1,3 Milliarden Euro – fliesst in die Champions League.

Verantwortlich für die Milliardeneinnahmen ist die Luzerner Firma Team Marketing, die die Champions League und die Europa League im Namen der Uefa vermarktet. Die Agentur, die mehr als 100 Mitarbeiter zählt, ist seit über 25 Jahren im Geschäft. Sie ist eine Tochter der Highlight Communications AG in Pratteln, die von Bernhard Burgener, dem bisherigen Präsidenten des FC Basel, geführt wird. Die rund 1,3 Milliarden Franken für die Champions-League-Klubs werden folgendermassen aufgeteilt:

Feste Beiträge

Gut 762 Millionen Euro werden für Start-, Leistungs- und Qualifikationsprämien aufgewendet. Jeder Klub, egal aus welcher Liga, erhalt dieselben Prämien:

12,7 Millionen Euro Startgeld.

1,5 Millionen Euro für einen Sieg in der Gruppenphase, 0,5 Millionen Euro für ein Unentschieden.

6 Millionen Euro für das Erreichen des Achtelfinals, 6,5 Millionen für die Viertelfinalisten und 7,5 Millionen für die Halbfinalisten.

15,5 Millionen Euro erhält der Sieger des heutigen Finals, 11 Millionen der Verlierer.

Juventus Turin (4 Siege, 2 Unentschieden in der Gruppenphase) hat somit mit diesen Prämien bislang gut 40 Millionen Euro erspielt, Real Madrid (3 Siege, 3 Unentschieden) erhält eine Million weniger.

Variable Beiträge

Geschätzte 507 Millionen Euro landen im sogenannten Marktpool. Dieses Geld wird gemäss dem jeweiligen Wert des Fernsehmarktes der teilnehmenden Klubs an den jeweiligen Verband ausgeschüttet und unter den betroffenen Vereinen aufgeteilt. Die Vereine aus Ländern mit üppig fliessenden TV-Geldern (England, Deutschland und Spanien) profitieren von dieser Verteilung grundsätzlich am meisten. Allerdings müssen die Vertreter der Top-Ligen den Betrag auch unter mehreren in der Champions League aktiven Teams aufteilen. Die genaue Höhe des Marktpools und die Verteilung unter den verschiedenen Verbänden ist nicht bekannt. Laut Uefa-Homepage können die entsprechenden Beträge erst nach Abschluss des Wettbewerbs berechnet werden. Vergangenes Jahr erhielt Champions-League-Sieger Real Madrid insgesamt gut 80 Millionen Euro an Prämien, etwas weniger als Halbfinalist Manchester City (knapp 84 Millionen). Dies wegen tieferer Einnahmen aus dem Marktpool.

Nebst den Prämien der Uefa haben die Klubs noch weitere, nicht zu vernachlässigende Einnahmequellen. Zum Beispiel die Zuschauereinnahmen oder das Sponsoring. Die Auftritte auf der europäischen Bühne sind gerade für international tätige Unternehmen besonders attraktiv. (ca)