Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Andres Ambühl: Ein Nimmermüder auf Rekordjagd

Andres Ambühl könnte am nächsten Donnerstag Mathias Seger als Schweizer WM-Rekordspieler ablösen. Der frühere ZSC-Captain und zwei ehemalige Nationaltrainer stimmen Lobeshymnen auf «Büehli» an.
Marcel Kuchta, Bratislava
Anders Ambühl traf gegen Norwegen zweimal, er waren seine WM-Tore 20 und 21. (Bild: Melanie Duchene/Keystone (Bratislava, 15. Mai 2019))

Anders Ambühl traf gegen Norwegen zweimal, er waren seine WM-Tore 20 und 21. (Bild: Melanie Duchene/Keystone (Bratislava, 15. Mai 2019))

Auf der Nase eine blutende Schramme. Das Grinsen eine wunderbare Zahnlücke entblössend. Andres Ambühl ist auch bei seiner 15. WM-Teilnahme im Element. Beim 4:1-Sieg der Schweizer gegen Norwegen hat der Davoser zwei Tore erzielt, seine WM-Treffer 20 und 21. Als ob es dafür noch eines Beweises gebraucht hätte, war dieses Spiel exemplarisch dafür, dass der Stürmer auch mit 35 Jahren ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Nationalmannschaft ist. Ob er sich bewusst sei, dass der WM-Torrekord von Bibi Torriani, einer der grössten Eishockey-Legenden der Schweiz, nur noch sieben Tore entfernt sei, wird er nach dem vierten Sieg im vierten WM-Spiel gefragt. Die Zahnlücke erscheint und eine für ihn typische Aussage ist zu hören: «Es müsste schon alles perfekt laufen, dass ich noch auf 28 komme.»

Andres Ambühl ist ein Spieler frei von jeglichen Starallüren. Er ist einer der Menschen, die lieber Taten sprechen lassen als Worte. 2004 wurde er vom damaligen Nationaltrainer Ralph Krueger zum ersten Mal für eine A-WM aufgeboten. Krueger erinnert sich auch heute noch gerne an «Büehli»: «An allererster Stelle ist er ein Team-Player. Ein absoluter Top-Charakter, auf und neben dem Eis. Geschwindigkeit, harte Arbeit und ein aggressiver Stil sind seine Qualitäten. Seine Hingabe ans Nationalteam und seine Liebe für die internationalen Vergleiche einmalig.» Sechs gemeinsame WM- und zwei Olympia-Turniere erlebten Krueger und Ambühl.

Simpson: «Er hat immer grossen Charakter gezeigt»

Bei fünf Weltmeisterschaften und einmal Olympia stand Sean Simpson an der Bande. Auch der Kanadier findet nur lobende Worte für seinen ehemaligen Schützling: «Während meiner Zeit als Nationaltrainer hat Büehli kaum einmal ein Turnier verpasst, was für seine Bereitschaft für das Schweizer Eishockey spricht. Er hat auf dem Eis immer grossen Charakter und Willen gezeigt, war ein vorbildlicher Leader. Er wurde von seinen Teamkollegen sowie dem Trainer-Staff immer gerne gemocht und respektiert, was eines der grössten Komplimente hinsichtlich seiner Persönlichkeit ist. Ich war immer sehr froh, dass ich ihn zu meinen Spielern zählen durfte, besonders, als wir in Stockholm die Silbermedaille gewannen.» Geht es nicht noch mit dem Teufel zu und her, dann wird Ambühl am kommenden Donnerstag, wenn die Schweizer mit allergrösster Wahrscheinlichkeit ihren WM-Viertelfinal bestreiten werden, Mathias Seger als Rekordhalter punkto WM-Einsätzen für die Nationalmannschaft ablösen. Es wäre sein 107. WM-Auftritt. Der legendären ZSC-Lions-Captain hat zusammen mit Ambühl zehn WM-Turniere bestritten und an den Titelkämpfen 2011 in Kosice – wo möglicherweise der Viertelfinal stattfinden wird – sogar das Zimmer geteilt: «Büehli hat einen Motor, der läuft und läuft und läuft. Es ist grossartig, dass er auch mit 35 seine Leistung immer noch abrufen kann. Er erinnert mich ein wenig an meinen VW-Bus. Der ist auch nicht kleinzukriegen. Nur dass der Motor von Büehli getunt ist», erzählt «Segi» lachend.

Seger: «Er wird den Rekord pulverisieren»

Mathias Seger betont, dass es ihn extrem freuen würde, wenn ihm Andres Ambühl den Rekord abnimmt: «Es wurde Zeit, dass das endlich mal einer macht. Das mag ich ihm von ganzem Herzen gönnen. Er wird den Rekord nicht nur egalisieren, sondern sogar pulverisieren in den nächsten Jahren. Da muss man sich keine Sorgen machen.»

In einer Beziehung ticken Seger und Ambühl sowieso gleich: Rekorde haben für beide nur sekundäre Bedeutung: «Viel schöner wäre, wenn er eine Goldmedaille holen würde», sagt Seger. Andres Ambühl hätte mit Sicherheit nichts dagegen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.