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Ein Schönheitsfehler zum Saisonende für Marco Odermatt

Marco Odermatt verabschiedet sich mit einer Knieverletzung in die Sommerpause. Wann der 21-Jährige Nidwaldner wieder ins Training einsteigen kann, ist unklar.
Claudio Zanini
Marco Odermatt erlitt einen Meniskusriss im Knie. (Bild: Georgi Licovski/EPA)

Marco Odermatt erlitt einen Meniskusriss im Knie. (Bild: Georgi Licovski/EPA)

Am letzten Samstag sahen wir das vermeintliche Ende dieses wunderbaren Films. Marco Odermatt setzte in Andorra den Schlusspunkt hinter die Weltcup-Saison. Ein grossartiges Finale. Der 21-jährige wurde Zweiter im letzten Riesenslalom des Winters. Mit 1,3 Sekunden Vorsprung auf den Übermenschen Marcel Hirscher, dem auf den letzten Metern einer intensiven Saison die Kraft ausging. Von einem perfekten Tag sprach Odermatt nach dem Rennen. Es war ein weiterer perfekter Tag, genauer gesagt. In der Vorwoche wurde er bereits im slowenischen Kranjska Gora Dritter, ebenfalls im Riesenslalom.

Die letzten Szenen dieses Films waren die besten. Man sehnte sich nach der Folgesaison, mit diesem gelobten Talent in der Hauptrolle. Am Dienstagmorgen versendete Swiss Ski aber eine Mitteilung, die das Ende nochmals umschrieb. Odermatt erlitt einen Riss des Aussenmeniskus im rechten Knie und verabschiedet sich nun verletzt in die Sommerpause.

Zugezogen hat er sich die Verletzung beim Weltcup-Finale, zwei Tage vor dem zweiten Platz im Riesenslalom. Es passierte im Super-G, als er bei einem Sprung abhob und einen schlimmeren Sturz knapp vermeiden konnte. Mit Schmerzmittel absolvierte er zwei Tage später den Riesenslalom, in dem er den zweiten Platz holte. «Nach dem ersten Lauf spürte ich Schmerzen, nach dem zweiten war es noch schlimmer», sagt Odermatt. «Aber es hat sich gelohnt zu starten.»

Vielleicht ist es «part of the game»

Zurück in der Schweiz unterzog er sich einer MRI-Untersuchung. Unter der Leitung des Teamarztes Walter O. Frey habe man sich vorläufig für eine konservative Rehabilitation entschieden – also keine Operation vorzunehmen. Odermatt sagt: «Wir müssen nun die nächsten sechs Wochen abwarten, um zu sehen, wie es sich entwickelt und ob der Riss von selbst zusammenwächst. Wenn das nicht der Fall ist, muss ich wahrscheinlich operieren, was ich nicht hoffe.» Die Schweizer Meisterschaften, die in dieser Woche auf dem Stoos und im Hoch-Ybrig stattfinden, verpasst er.

Auf Instagram schrieb Odermatt, Verletzungen seien wohl «part of the game». Und natürlich hat er recht, körperliche Blessuren sind Teil dieses Spiels, das hat er selbst in seiner jungen Karriere erlebt.

Im Januar 2017 verletzte er sich ebenfalls, damals war der Meniskus im linken Knie beschädigt. Die ersten Weltcup-Einsätze lagen bereits hinter ihm, die Heim-WM stand kurz bevor. Dank dem Jugendbonus hätte Odermatt die Chance gehabt, in St. Moritz zu starten. Zwei Wochen vor der WM sass er im Elternhaus in Buochs, mit kaputtem Knie. Er sagte: «Ich bin auch bei der nächsten WM in zwei Jahren noch jung.» Und es klappte beim nächsten Anlauf. Odermatt nahm diesen Februar in Åre zum ersten Mal bei einer WM der Elite teil, mit zwei soliden Einsätzen: 12. Platz im Super-G, 10. Platz im Riesenslalom. Seine erste komplette Weltcup-Saison übertraf die Erwartungen. «Ich hatte bereits einen guten Saisonstart. Danach wurde ich immer konstanter», sagt er. «Leider ist nun das Ende schlecht.» Doch es hätte in diesem Winter wesentlich ungünstigere Zeitpunkte für eine Verletzungspause gegeben.

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