Ein Sieg der Effizienz bringt Zug den fünften Sieg in Serie

Der EV Zug setzt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten bei Fribourg-Gottéron 3:2 durch und verteidigt die Leaderposition.

Sascha Fey aus Fribourg
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Zugs Carl Klingberg (Mitte) bringt den EVZ mit seinem Tor zum 1:0 auf die Siegesstrasse.

Zugs Carl Klingberg (Mitte) bringt den EVZ mit seinem Tor zum 1:0 auf die Siegesstrasse.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Fribourg, 2. Januar 2020)

«Ich glaube, bei Ambri kämpft man Tag und Nacht mit Herz. Das ist der grösste Unterschied zu Fribourg», sagte Gottérons Ersatzgoalie Ludovic Waeber am Spengler Cup, wo er für die Leventiner spielte. Er hat insofern Recht, als Fribourg eine Stimmungsmannschaft ist. Es fehlt den Westschweizern auch in dieser Saison an Konstanz, obwohl die Mannschaft einiges an Talent besitzt.

Ein Problem Gottérons ist die mangelnde Effizienz. Kein Team hat in der laufenden Meisterschaft der National League weniger Tore erzielt. Dieses Manko kam auch gegen die Zuger zum Tragen. Die Gastgeber vergaben viele sehr gute Chancen, was allerdings auch am starken Goalie Leonardo Genoni lag. Der 32-Jährige, der nach dem Wechsel zum EVZ lange Zeit unter seinen enormen Möglichkeiten geblieben war, nahm die gute Form ins neue Jahr mit.

Zug mit dem 2:2 lange gut bedient

In der 36. Minute beispielsweise rettete Genoni mirakulös bei einem Abschluss aus kurzer Distanz von Fribourgs Verteidiger Jérémie Kamerzin. In den letzten beiden Minuten des Mittelabschnitts liess er zweimal Julien Sprunger verzweifeln, der zuvor in Überzahl mit seinem zweiten Saisontreffer für das 2:1 (33.) verantwortlich gezeichnet hatte. Nachdem die Zuger zweimal einen Rückstand aufgeholt hatten, gingen sie in der 42. Minute durch Erik Thorell in Führung. Der lange verletzt gewesene Schwede traf im zweiten Überzahlspiel der Gäste an diesem Abend. Das 3:2 war für den EVZ bereits der 26. Powerplay-Treffer in dieser Saison und gleichbedeutend mit der Entscheidung in dieser Partie, obwohl Fribourg am Ende noch mächtig Druck machte. Insgesamt aber hatten die Gäste das Spiel im letzten Abschnitt im Griff.

Jedoch waren die Zuger mit dem 2:2 nach 40 Minuten gut bedient. Das 1:1 (23.) erzielte Carl Klingberg, der einen Schuss von Dominik Schlumpf von der blauen Linie akrobatisch ablenkte. Der kräftige Flügelstürmer traf in der vierten Partie in Folge – einmal war er gar doppelt erfolgreich – und hat nun zehn Saisontore auf dem Konto. Beim 2:2 (36.) übernahm Jan Kovar nach einer Druckphase Gottérons den Puck hinter dem eigenen Gehäuse und umkurvte die gegnerischen Spieler, als wenn sie Pylonen wären. Am Ende liess er Reto Berra mit einem platzierten Abschluss keine Chance. Genau solche Siege zeichnen eine Spitzenmannschaft aus. Überhaupt ist Freiburg ein gutes Pflaster für die Zuger. Sie feierten den siebenten Sieg in den letzten acht Begegnungen in der dortigen Arena. Gleichzeitig revanchierten sie sich für die 0:4-Heimniederlage im ersten Saisonduell gegen Gottéron. Damals hatte der EVZ trotz 38 Torschüssen keinen Treffer zu Stande gebracht. Seither ist den Zentralschweizern jedoch ein deutlicher Sprung vorwärts geglückt. Die Abstimmung zwischen Defensive und Offensive klappt immer besser. «Je länger das Spiel dauerte, desto mehr fanden wir den Tritt», bilanzierte EVZ-Sportchef Reto Kläy. Am Anfang habe man die lange Pause gemerkt. «Wir machten sehr viel aus unseren Chancen und blockten viele Schüsse. Ausserdem hat Leo super gespielt.» Der Sieg war für Kläy symptomatisch für die aktuelle gute Phase. «Wir lassen uns nicht mehr gross aus der Ruhe bringen, wenn der Gegner wie heute zunächst mehr Spielanteile hat und nicht alles funktioniert. Wir fanden zurück zu unserem Gameplan». Genau das ist der Unterschied zu vorher, als die Mannschaft immer wieder mal den Faden verlor, wenn sie in eine Stresssituation gebracht wurde. Das ist nun mit dem gewonnenen Selbstvertrauen anders. Ausserdem haben die Spieler nun gelernt, mit dem enormen Druck umzugehen, ist doch der EVZ als Topfavorit in die Saison gestartet. Ein Grund für die zunächst durchzogenen Leistungen waren auch die zahlreichen Verletzten, die das Ganze durcheinandergebracht haben.

Mittlerweile sind die Zuger dort, wo sie die meisten erwartet haben. Dank dem fünften Sieg in Folge und dem zehnten in den letzten zwölf Spielen führen sie die Tabelle nun mit zwei Punkten vor den ZSC Lions an, die das Heimspiel gegen die SCL Tigers 2:3 nach Verlängerung verloren haben. Die Stadtzürcher sind am Sonntag auswärts der Gegner, davor empfängt der EVZ am Freitag aber noch das viertklassierte Genève-Servette.