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Ein starker EVZ reicht nicht für ein perfektes Langnau

Der EV Zug verliert in Langnau 0:3 und muss die Tabellenführung
wieder an den SC Bern abgeben. Grund zur Kritik gibt es trotzdem nicht.
Klaus Zaugg, Langnau
Zugs Yannick-Lennart Albrecht (hinten) hat gegen Langnaus Benjamin Neukom das Nachsehen. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs Yannick-Lennart Albrecht (hinten) hat gegen Langnaus Benjamin Neukom das Nachsehen. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs Jesse Zgraggen (links) im Duell mit Langnauers Andrea Glauser. (Bild: Urs Lindt / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs Jesse Zgraggen (links) im Duell mit Langnauers Andrea Glauser. (Bild: Urs Lindt / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Der Topscorer der SCL Tigers, Harry Pesonen (links), taucht vor Zugs Goalie Tobias Stephan auf. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Der Topscorer der SCL Tigers, Harry Pesonen (links), taucht vor Zugs Goalie Tobias Stephan auf. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs David McIntyre (vorne) schiesst, trifft aber nicht. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs David McIntyre (vorne) schiesst, trifft aber nicht. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Der Langnauer Harry Pesonen (rechts) bejubelt mit seinen Mannschaftskollegen das 1:0. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Der Langnauer Harry Pesonen (rechts) bejubelt mit seinen Mannschaftskollegen das 1:0. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs Pontus Widerström im Fallen gegen Langnaus Aaron Gagnon. (Bild: Urs Lindt / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs Pontus Widerström im Fallen gegen Langnaus Aaron Gagnon. (Bild: Urs Lindt / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs David McIntyre (am Boden) gegen Pascal Berger von den SCL Tigers. (Bild: Urs Lindt / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs David McIntyre (am Boden) gegen Pascal Berger von den SCL Tigers. (Bild: Urs Lindt / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs Reto Suri (Mitte) kämpft um den Puck gegen Larry Leeger (links) und Goalie Damiano Ciaccio von den SCL Tigers. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs Reto Suri (Mitte) kämpft um den Puck gegen Larry Leeger (links) und Goalie Damiano Ciaccio von den SCL Tigers. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Tigers-Torhüter Damiano Ciaccio (rechts) wehrt eine Scheibe ab. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Tigers-Torhüter Damiano Ciaccio (rechts) wehrt eine Scheibe ab. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs Dennis Everberg (rechts) kämpft um den Puck gegen Tigers Goalie Damiano Ciaccio. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs Dennis Everberg (rechts) kämpft um den Puck gegen Tigers Goalie Damiano Ciaccio. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Zugs Reto Suri (links) im Zweikampf gegen Tigers Pascal Berger. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Zugs Reto Suri (links) im Zweikampf gegen Tigers Pascal Berger. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
Die Ilfishalle ist mit 6000 Zuschauern ausverkauft. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))Die Ilfishalle ist mit 6000 Zuschauern ausverkauft. (Bild: Marcel Bieri / Keystone (Langnau, 4. Januar 2019))
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SCL Tigers - EV Zug 3:0

Wer die Tabellenführung nach einer 0:3-Niederlage in Langnau abgeben muss und wer exakt 10 Minuten Überzahlspiel nicht in ein Tor umzumünzen versteht, verdient Kritik. Aber für einmal ist es schwierig, einen Ansatz zur Kritik oder gar Polemik zu finden. Was sich auch daran zeigt, dass der Mitarbeiter des «Blick», dem es nach jedem Spiel obliegt, eine Pflaume zu verteilen, nach der Partie ratlos vor seinem Laptop sass. Es gab einfach kein Zuger, der eine Pflaume verdient hätte.

Aber warum trotzdem ein 0:3? Weil Langnau ein perfektes Spiel gelungen ist. Selbst der grantige Heinz Ehlers war zufrieden und sprach von einer «wirklich sehr, sehr guten Leistung» seiner Mannschaft. Dieses Lob ist etwa so zu werten wie wenn Zugs Trainer nach einem Sieg im Mittelkreis getanzt hätte.

Zugs fruchtlose Bemühungen personifizierte Lino Martschini. Er stand bei beiden Minustreffern auf dem Eis und er war der Architekt von mindestens 20 vielversprechenden, aber letztlich erfolglosen Angriffsversuchen. Er sagt: «Langnau war defensiv sehr stark. Aber mit direkten, präzisen Passfolgen wäre es eigentlich möglich gewesen im Powerplay zum Erfolg zu kommen.» Im Spiel habe «die Qualität» gefehlt. Er meinte damit die Präzision und die Intensität. «Wir haben zu wenig Abpraller provoziert und wenn der Puck mal abprallte, waren wir nicht zur Stelle.»

Haberstich bekommt keinen neuen Vertrag

Eine solche Selbstkritik könnte als Konzentrationsschwäche («fehlende Qualität») und als ungenügendes Engagement («fehlende Intensität») ausgelegt werden. Aber das war es nicht. Zug scheiterte nicht an eigenen Schwächen, sondern an der Qualität des Gegners. Am perfekten «Heinz-Ehlers-Eishockey». «Heinz-Ehlers-Eishockey» ist, wenn jeder hundertprozentig bei der Sache ist und jeder seine Defensiv-Aufgabe zu hundert Prozent erfüllt. Dann gibt es für den Gegner kein Durchkommen.

Fatal sollte sich für die Zuger zudem die Schiedsrichterleistung erweisen. In der Regel kassiert eine Mannschaft, die weniger im Scheibenbesitz ist, mehr Strafen. Haken, Halten oder Behinderungen sind die logische Folge. Das war gestern der Fall. Aber die Unparteiischen haben es übertrieben und die Aktionen der Langnauer zu oft zu streng beurteilt. Zum ersten Mal in dieser Saison musste das Stadionpersonal zwecks Reinigung des Eises mit Schaufel und Besen ausrücken. Solche Aktionen sind sehr, sehr selten. So wenig wie beim Schwingfest werden im Emmental beim Hockeymatch Gegenstände in die Arena geschmissen. Aus diesem vermeintlichen Unrecht schöpften die Langnauer enorme «Trotzenergie» und als es gelungen war, bis zur zweiten Pause alle Zuger Powerplays heil zu überstehen (im zweiten Drittel spielte Zug während acht Minuten mit einem Feldspieler mehr), spürte jeder im Stadion: Das ist die Entscheidung gegen Zug, jetzt kann die Emmentaler nichts mehr erschüttern.

Interessanterweise war es das erste Spiel der SCL Tigers in dieser Saison ohne Chris DiDomenico. Der Kanadier musste nach einer kraftlosen Darbietung im Derby (1:4 gegen den SCB) pausieren und sass knurrig in der VIP-Loge. Offenbar hatte er beim Spengler-Cup mit Team Canada zu viel Energie verloren – zumal er während des Turniers einmal um 4 Uhr in der Früh mit dem Auto von Davos nach Kloten bretterte, um eine aus Übersee einfliegende Freundin abzuholen.

Es gibt auch vom EV Zug eine Meldung am Rande: Stürmer Fabian Haberstich, (21), im Sommer 2016 aus Langnau gekommen, bekommt keinen neuen Vertrag. Dies bestätigt Sportchef Reto Kläy. Haberstich sei zu wenig gut für einen Stammplatz in der ersten Mannschaft und beim Farmteam brauche er Platz für die eigenen Talente.

Quelle: Mysports

SCL Tigers - Zug 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Lemelin/Oggier; Progin/Rebetez. - Tore: 24. Pascal Berger (Pesonen) 1:0. 52. Dostoinow (Gagnon) 2:0. 58. Neukom (ins leere Tor) 3:0. - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 6mal 2 Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Pesonen; Martschini.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Randegger; Kindschi; Elo, Gagnon, Dostoinow; Pascal Berger, Johansson, Pesonen; Kuonen, Gustafsson, Neukom; Rüegsegger, Diem, Nils Berger; Gerber.

Zug: Stephan; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Stadler, Zgraggen; Thiry; Lammer, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Widerström, Albrecht, Suri; Zehnder, Senteler, Schnyder.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Punnenovs, Blaser (beide verletzt), Huguenin (krank) und DiDomenico (überzählig); Zug ohne Klingberg und Zryd (beide verletzt).

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