Ein Traum geht in Erfüllung

Der Luzerner Stadtlauf ist das Lieblingsrennen von Flavia Stutz. Mit dem Start am Nachwuchseliterennen erfüllt sich die Ufhuserin einen lang gehegten Wunsch.

Kurt Grüter
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Flavia Stutz – ein Versprechen für die Zukunft.Bild Kurt Grüter

Flavia Stutz – ein Versprechen für die Zukunft.Bild Kurt Grüter

Die Stadtlauf-Geschichte von Flavia Stutz (17) beginnt im Jahr 2008. Im Rennen der Mädchen mit Jahrgang 1995/1996 läuft sie bei ihrer Premiere auf Rang 3. 2009 folgt bereits der erste Sieg. Weiter geht es mit den Rängen 4 (2010), 16 (2011), 1 (2012) und 3 (2013). «Der Luzerner Stadtlauf ist mein Lieblingsrennen, die Stimmung in Luzern ist einmalig», schwärmt die Athletin der Läuferriege Gettnau. Sie erzählt weiter: «Nach meinem eigenen Lauf am Nachmittag habe ich jedes Jahr am Abend auch die Eliterennen als faszinierte Zuschauerin mitverfolgt. Dabei wuchs bei mir immer mehr der Wunsch, dass ich dieses Erlebnis als Läuferin selber einmal erleben möchte. Jetzt geht dieser Traum in Erfüllung. Ich freue mich riesig darauf, durch diese imposanten Zuschauerspaliere rennen zu dürfen.»

Viel Ausdauertraining

Die naturverbundene und bodenständige Bauerntochter aus Ufhusen, die sich in der Ausbildung zur Zierpflanzengärtnerin befindet, gilt als eines der grössten Lauftalente der Schweiz. Seit 2012 gehört die vom Gettnauer Dominik Lötscher trainierte Athletin dem Schweizer Nachwuchs-Nationalkader an. Das Palmarès der Strassen- und Bahnläuferin zieren unter anderem 2012 der Sieg an der Schweizer U-18-Meisterschaft über 3000 Meter sowie im letzten Jahr der Schweizer U-18-Vizemeistertitel im Cross und der Kategoriensieg am Frauenlauf in Bern. Zudem gewann sie als bis anhin jüngste Siegerin ihr Heimrennen, den Willisauer Lauf.

Die Vorbereitung auf die neue Saison war durch einen Eisenmangel im Blut leicht beeinträchtigt. Sie bestritt lediglich zwei Crossläufe, arbeitete dafür in der Hügellandschaft ihrer Heimat an der Kantonsgrenze Luzern/Bern umso ausgiebiger an Ausdauer und Stehvermögen. «Nach den vielen Ausdauerläufen fehlt mir derzeit noch ein bisschen die Grundschnelligkeit. Ansonsten bin ich mit dem aktuellen Formstand sehr zufrieden.»

Viktor Röthlin als Vorbild

Diese fehlende Grundschnelligkeit könnte sich am Luzerner Stadtlauf als Handicap erwiesen. «Das Nachwuchs-Eliterennen ist mit 2,465 km relativ kurz und wird sehr schnell sein. Ich liebe Läufe über längere Distanzen. Für mich ist es schwierig, eine Prognose zu wagen. Ich hoffe, einen Rang unter den Top 5 zu erreichen.» Schwierig ist die Prognose auch, weil sie zum Zeitpunkt dieses Gesprächs die Startliste noch nicht studiert hatte. «Ich schaue vor jedem Rennen, wer meine Gegnerinnen sind», lächelt sie in der für sie typisch bescheidenen Art. «Dabei sollte ich das sein lassen, denn es macht mich oft nervös, wenn ich weiss, wer meine Konkurrentinnen sind.» Starke Konkurrenz wartet auch bei ihren diesjährigen Saisonzielen auf sie. So möchte Flavia Stutz – die Viktor Röthlin als ihr Vorbild bezeichnet – am Frauenlauf in Bern erneut triumphieren und auf der Bahn, wo sie heuer von den 3000 auf die 5000 Meter wechselt, an der Schweizer U-20-Meisterschaft um die Medaillen mitlaufen. Ein Topresultat am Stadtlauf wäre die richtige Motivationsspritze zum Saisonstart – und würde gleichzeitig auch bestätigen, dass ihr Wintertraining in der Abgeschiedenheit ihrer geliebten Heimat richtig war.