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Kommentar

Ein verheerendes Signal

Wie überall, wo sich Menschen im Wettbewerb messen, gibt es auch im Sägemehl Betrüger. Nimmt man die vergangenen Dopingfälle im Schwingen zum Vergleich, hätte Martin Grab bei einer positiven B-Probe keine drastischen Sanktionen zu befürchten.
Claudio Zanini
Claudio Zanini, Sportredaktor.

Claudio Zanini, Sportredaktor.

Völlig überraschend gewann Martin Grab im April dieses Jahres das Zuger Kantonalfest, bevor er Anfang Mai seine glorreiche Karriere beendete. Nur wenige Wochen vor dem Coup blieb der Rothenthurmer in einer Dopingkontrolle hängen. Die Substanz Tamoxifen wurde nachgewiesen, ein Medikament, das zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird. Auf der Dopingliste steht Tamoxifen, weil es verbotene Muskelaufbau-Präparate verschleiern kann. Grab bestreitet, etwas Unerlaubtes genommen zu haben und hat nun die B-Probe angefordert. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

Wie überall, wo sich Menschen im Wettbewerb messen, gibt es auch im Sägemehl Betrüger. Nimmt man die vergangenen Dopingfälle im Schwingen zum Vergleich, hätte Grab bei einer positiven B-Probe keine drastischen Sanktionen zu befürchten. Der Solothurner Bruno Gisler, der am Eidgenössischen 2013 erwischt wurde, musste nur eine sechsmonatige Sperre absitzen, sein Ruf hat bis heute kaum darunter gelitten. Gisler hat in dieser Saison sogar ein Kranzfest gewonnen. Ein anderer prominenter Name war Beat Abderhalden, der Bruder des Schwingerkönigs Jörg Abderhalden. Er wurde 2001 überführt. Heute ist er der technische Leiter des Nordostschweizer Verbands – selbstredend eine wichtige Position.

Die Kameradschaft ist im Schwingsport grundsätzlich nicht verhandelbar. Und sie würde Grab bei einer positiven B-Probe über die Affäre hinweg tragen. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass der Verband eine Legende wie Grab vom Hof jagen würde, nur weil er kurz vor Laufbahn-Ende nicht der Versuchung des Dopings widerstehen konnte. Weit verheerender wäre hingegen das Signal, das er als Vorbild einer ganzen Generation von Schwingern aussenden würde.

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