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Ein Verteidiger «mit nur einer Hirnzelle»: Das sind die heissesten Themen der Hockey-Woche

Die ZSC Lions überraschen mit einem unkonventionellen Transfer, Dave Sutter wird unter Rikard Gröborg zur «Nullnummer», Simpson funktioniert als Assistenztrainer – und verpasst Bern die Playoffs? Wilkommen zur Wochenrundschau mit Klaus Zaugg.
Klaus Zaugg
ZSC-CEO Zahner sagte einst über Morant: «Unsere Liga braucht keine Spieler mit nur einer Hirnzelle» (Bild: freshfocus)

ZSC-CEO Zahner sagte einst über Morant: «Unsere Liga braucht keine Spieler mit nur einer Hirnzelle» (Bild: freshfocus)

1. Worte des ZSC-Managers

«Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?» Das Zitat wird dem Deutschen Kanzler Konrad Adenauer zugeschrieben. Auch ZSC-Manager Peter Zahner darf den berühmten Satz für sich beanspruchen.

Im Frühjahr 2012 rastete Berns Bösewicht Johann Morant im dritten Finalspiel gegen die ZSC Lions aus (die Zürcher wurden schliesslich Meister). Er traktierte seinen Gegenspieler Cyrill Bühler mit Faustschlägen auf den Hinterkopf und stiess anschliessend einen Linienrichter weg.

Dafür ist er mit 14 Spielsperren bestraft worden. Legendär ist Peter Zahners Reaktion nach dem Spiel auf diesen Vorfall mit dem verbürgten Spruch: «Unsere Liga braucht keine Spieler mit nur einer Hirnzelle.»

Tja, nun hat sein Sportchef Sven Leuenberger Johann Morant, 33, noch bis Saisonende in Zug, für die nächsten zwei Jahre verpflichtet. Sven Leuenberger kann den Transfer des «Spielers mit einer Hirnzelle» gut begründen: «Wenn er auf dem Eis ist, wagt es der Gegner nicht, eine Schlägerei anzuzetteln...»

Morant teilt ab kommender Saison Checks im Dress des ZSC aus. (Bild: freshfocus)

Morant teilt ab kommender Saison Checks im Dress des ZSC aus. (Bild: freshfocus)

2. Sanfter Riese ohne Eiszeit

Die ZSC Lions bleiben auch nach der Niederlage in Biel (3:4 n.V) an der Tabellenspitze. Sie sind so gut, dass sie es sich leisten können, einen der besten Verteidiger der Liga nicht mehr einzusetzen. Dave Sutter, 27, hatte sich in Biel zum Nationalverteidiger entwickelt und kam im Sommer 2017 nach Zürich, wo er etwas mehr als 300'000 Franken verdient.

Im Frühjahr 2018 war er im gewonnenen Final gegen Lugano ein wichtiger Faktor (18 Spiele/6 Punkte/19 Minuten Eiszeit pro Partie). Und nun ist er unter Trainer Rikard Grönborg eine «Nullnummer» geworden: In den letzten drei Partien gegen Lausanne, die Lakers und Biel bekam der sanfte Riese (194 cm/96 kg) null Eiszeit.

In dieser Saison ist er durchschnittlich 2:27 Minuten pro Spiel zum Zuge gekommen. Es hat also eine gewisse Logik, dass sein Vertrag Ende Saison nicht verlängert wird. Er sucht einen neuen Arbeitgeber, aber ZSC-Sportchef Sven Leuenberger sagt, er sei nicht bereit, Sutter schon während der Saison ziehen zu lassen.

Dave Sutter bekommt beim ZSC kaum noch Eiszeit. (Bild: freshfocus)

Dave Sutter bekommt beim ZSC kaum noch Eiszeit. (Bild: freshfocus)

3. Assistenztrainer Simpson

Kann das «Alphatier» Sean Simpson, 59, der bisweilen grantige, grosse Bandengeneral, WM-Silberheld von 2013, Gewinner der Champions League und des Victoria Cups mit den ZSC Lions und der Meisterschaft mit Zug, auch Assistent sein? Er kann.

Nach dem grossen Sieg in Bern stellte sich sein Cheftrainer Christian Dubé, 42, den neugierigen Fragen der Chronistinnen und Chronisten. Sean Simpson liess freundlich Grüsse ausrichten und überliess seinem Chef die Bühne.

Eine solche Konstellation hat es so noch nicht gegeben: Sportchef Christian Dubé war nie zuvor Cheftrainer, auch nicht auf Juniorenstufe und hat nun gegenüber einem der erfahrensten Coaches ausserhalb der NHL das letzte Wort. «Er ist eine grosse Hilfe für mich», sagt Dubé über seinen prominenten Berater. «Ich brauche seine Hilfe, ich habe ja keinerlei Erfahrungen als Coach.» Und es funktioniert: Nach einer Niederlage gegen Langnau (0:1) und in Davos (1:3) hat das famose Duo nun zweimal hintereinander gegen Lausanne (3:2) und in Bern (2:1) gewonnen.

Sean Simpson hat keine Probleme damit, im Schatten von Christian Dubé zu stehen. (Bild: freshfocus)

Sean Simpson hat keine Probleme damit, im Schatten von Christian Dubé zu stehen. (Bild: freshfocus)

4. Verpasst Bern die Playoffs?

Nach der Niederlage gegen Gottéron (1:2) ist Meister Bern aus den Playoff-Rängen gerutscht und hat auf dem 9. Platz gleich viele Punkte wie die Lakers, Langnau und Davos. Es ist also nicht mehr ganz auszuschliessen, dass ein Meister zum dritten Mal nach 2014 (SCB) und 2019 (ZSC Lions) die Playoffs nicht erreicht.

2014 und 2019 half in Bern und Zürich auch die Entlassung des Trainers nicht mehr. Dieser Schritt wird diesmal in Bern (noch) kategorisch ausgeschlossen. Der Vertrag mit Kari Jalonen ist kürzlich bis zum Ende der nächsten Saison vorzeitig verlängert worden.

Der Titelverteidiger wird von der Konkurrenz aber auch neben dem Eis bedrängt: Team-Topskorer Mark Arcobello, 31, stürmt ab nächster Saison für Lugano, und Sportchef Alex Chatelain kämpft in diesen Tagen um Calle Andersson, 25. Der Schwede mit Schweizer Lizenz hat einen auslaufenden Vertrag und hat unter anderem ein Angebot der ZSC Lions ­vorliegen. Er ist nach Ramon Untersander der wichtigste ­Verteidiger der Berner.

Calle Andersson ist hinter Ramon Untersander der wichtigste SCB-Verteidiger. (Bild: freshfocus)

Calle Andersson ist hinter Ramon Untersander der wichtigste SCB-Verteidiger. (Bild: freshfocus)

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