Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein wenig bluten muss Basel

Langeweile in der Super League
Ralf Streule
Ralf Streule, Redaktion Tagblatt (Bild: Ralph Ribi)

Ralf Streule, Redaktion Tagblatt (Bild: Ralph Ribi)

Die Diskussionen um den möglichen Moduswechsel in der Super League treibt amüsante Blüten. Um den FC Basel zu bremsen, heisst es von Lesern zum Beispiel, könnte der Serienmeister künftig mit einem Punkterückstand ins Rennen geschickt werden. Auch wenn die Aussage mit einem Augenzwinkern gemeint ist, zeigt sie das Problem, das den Schweizer Fussball umtreibt. Der FC Basel thront seit langem über allem – Langeweile ums Meisterrennen ist die Folge. Und sinkende Zuschauerzahlen sind zumindest teilweise diesem Phänomen geschuldet.

Die Swiss Football League versucht derzeit in akribischer Arbeit herauszufinden, welcher Modus dem hiesigen Fussball am besten anstehen würde. Und vielleicht können einige Änderungen wirklich zur Attraktivität der Spitzenliga beitragen. Die Wiedereinführung der Abstiegs-Barrage oder ein Playoff um Europacup-Plätze könnten die Spannung am Ende der Saison erhöhen. Bei der Modusänderung darf es der Liga aber nicht darum gehen, Basel zu stürzen. Zu viele Zufälligkeiten in der Meisterschaftsentscheidung – wie im Eishockey-Playoff, in dem viele Teams bis kurz vor Saisonende auf den Titel hoffen können – dürfen nicht sein. Im Fussball gibt es den Konsens: Der übers gesamte Jahr hinweg Beste soll Meister sein.

Was auch immer die Liga im September entscheiden wird: An der Dominanz des FC Basel wird sich so schnell nichts än­dern. Zu weit weg ist der Club, was die finanziellen Möglichkeiten angeht. Auch wenn die Liga einen TV-Vertrag ausgehandelt hat, der allen Super-League-Clubs Zusatzeinnahmen bringt: Letztlich müssen sich neun von zehn Super-League-Teams entweder auf Investoren verlassen oder äusserst sorgfältig haushalten. Alles, was ihnen übrig bleibt, ist harte und geschickte Arbeit, um die Lücke zu schliessen.

Um diesem Prozess nachzuhelfen, verspricht ein anderer Ansatz mehr Erfolg. In europäischen Ligen, die mit dem selben Problem konfrontiert sind, wird darüber diskutiert, ob der Meister einen Teil seiner Einnahmen aus der Champions League an die nationale Liga und damit an andere Teams abtreten soll. Es ist ein für den Meister zwar lästiger, aber in der Gesamtsicht spannender Ansatz. Es sind am Ende die Uefa-Gelder, welche die kleinen Ligen in ein Ungleichgewicht bringen. Darauf könnte eine Liga als Ganzes reagieren. Die Idee vom Ausgleich hat sich im nordamerikanischen Sport durchgesetzt. Wer hohe Spielerlöhne zahlt, tritt einen Beitrag an die Liga ab. Und wer eine schlechte Saison hinter sich hat, hat in der folgenden Spielzeit ein Vorrecht auf die besten Spieler. So weit wird es in Europa nicht kommen, zu stark unterscheidet sich die Sport­kultur. Ein kleiner solidarischer Ausgleich aber stünde auch der Schweizer Liga gut an, und sei es nur bei der Verteilung der TV-Gelder, von denen Basel ebenso am meisten profitiert.

Die Grossen werden dagegen sein. Sie befürchten, dass sie wegen der Abstriche international nicht mehr konkurrenzfähig wären. Doch die Abgaben blieben für sie im Verhältnis zum Budget marginal, ver­glichen mit dem positiven Effekt für die Kleinen. Und auch die Liga-Dominatoren profitieren am Ende, wenn die Lücke zur Restliga etwas kleiner wird und die Spannung zurückkehrt. Auch sie werden vielleicht irgendwann wieder zu den Kleinen gehören. Es soll nicht auf Planwirtschaft hinauslaufen – aber ein sanfter Fussball-Kommunismus im Sinne der Liga muss sein.

Ralf Streuler

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.