Eine ärgerliche Niederlage für den EVZ

Nach drei Meisterschaftssiegen in Serie verliert der EV Zug gegen Biel 3:4 nach Verlängerung.

Sascha Fey
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Luca Cunti (Mitte) trifft zu Biels 4:3-Sieg gegen den EVZ-Goalie Luca Hollenstein und Miro Zryd.

Luca Cunti (Mitte) trifft zu Biels 4:3-Sieg gegen den EVZ-Goalie Luca Hollenstein und Miro Zryd.

Bild: Alexandra Wey/Keystone (28. November 2019)

16 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit vergab ­Raphael Diaz im Powerplay aus kurzer Distanz die goldene Chance zum 4:3. In der 61. Minute scheiterte Gregory Hofmann aus bester Position am stark reagierenden Bieler Keeper Jonas Hiller. Das rächte sich: 40,9 Sekunden vor dem Ende gelang Luca Cunti das siegbringende 4:3 für die Gäste. Die Seeländer hatten schon die erste Partie in dieser Saison in Zug zu ihren Gunsten entschieden, damals im Penaltyschiessen.

Diaz ärgerte sich über die verpassten Grosschancen am Ende. «Wir hätten den Sieg heimbringen müssen», sagte der Zuger Captain. Nach 9:16 Minuten waren bereits fünf Tore gefallen. Zug legte zweimal vor, und für beide Treffer zeichnete die nominell vierte Linie verantwortlich. Vor dem 1:0 (3.) gewann Yannick-Lennart Albrecht das Bully, worauf Diaz von der blauen Linie erfolgreich war und in der sechsten Meisterschaftspartie in Folge punktete. In der 6. Minute zeichnete Livio Lan­genegger mit seinem ersten Tor in der höchsten Schweizer Liga für das 2:1 verantwortlich.

Hollenstein muss einen Treffer auf seine Kappe nehmen

Die erste Führung der Zentralschweizer hielt genau eine Minute, die zweite 97 Sekunden. Beim 1:1 machte Goalie Luca Hollenstein keine gute Figur, liess er doch einen harmlosen Schuss von Yannick Rathgeb zwischen den Schonern passieren. Auch beim 2:2 (8.) sah es zunächst danach aus, als müsste Hollenstein den Treffer auf seine Kappe nehmen. Allerdings lenkte Mike Künzle im Powerplay vor dem Gehäuse noch ab. Beim 2:3 war dann Pech dabei, kam doch der Puck via den Schlittschuh von Marc-Antoine Pouliot zu Schütze Toni Rajala.

In den zweiten 20 Minuten kassierten die Zuger innert kürzester Zeit drei Strafen. Dennoch schoss das Heimteam den einzigen Treffer im Mitteldrittel (35.). Dario Simion profitierte in Unterzahl von einem doppelten Aussetzer von David Ullström. Eine Minute zuvor hatte sich Livio Stadler in einen Schuss von Cunti geworfen. Der EVZ-Verteidiger wurde am Kopf getroffen. Zwar stand er rasch wieder auf, dennoch verschwand er direkt in der Garderobe und kehrte nicht mehr aufs Eis zurück.

«Im ersten Drittel war es ein Abtasten», sagte Diaz. «Sie machten Fehler, wir machten Fehler. Im zweiten Drittel wurden wir besser. Wir spielten mit Emotionen. Das war heute etwas sehr Positives.» Dennoch reichte es nicht zum vierten Sieg hintereinander in der Meisterschaft – am Dienstag hatte der EVZ im Cup gegen Rapperswil 0:4 verloren. Nun kassierten die Zuger erneut vier Gegentore, nachdem sie bei den drei Erfolgen gegen die ZSC Lions (3:1), in Biel (2:1) und in Langnau (3:2) in der Defensive überzeugt hatten.

Schon heute Freitag trifft der EVZ auswärts auf Lugano

Auch Hollenstein, der erneut den verletzten Leonardo Genoni ersetzte, gelang es nicht mehr ganz, an die starken Auftritte in diesen drei Partien anzuknüpfen. Im ersten Drittel wirkte er unsicher, danach steigerte sich aber auch der U20-Internationale. Das unterstreicht dessen mentale Stärke. Diaz beurteilte die Leistung in der Defensive als okay. «Wir waren nicht mehr so solid wie in den letzten Spielen. Es gab aber auch sehr gute Sachen, die wir mitnehmen müssen. Das Wichtigste ist, hinten aufzuräumen, nahe beim Mann zu sein.»

Die Möglichkeit, es besser zu machen, erhalten die Zuger bereits heute Freitag. Dann spielen sie in Lugano. Die ersten beiden Duelle gingen jeweils in die Overtime. Zu Hause siegte Zug im Penaltyschiessen, auswärts verlor es in der Verlängerung.