Eine Halbzeit lang pure Spielfreude: Kriens bezwingt Chiasso und bleibt im Rennen um den Barrage-Platz

Der SC Kriens erledigt die Aufgabe Chiasso souverän mit 4:1 (4:0). Es ist mehr als nur ein Pflichtsieg.

Turi Bucher
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Er nutzte seine Chance: Rrezart Hoxha traf zum 3:0.

Er nutzte seine Chance: Rrezart Hoxha traf zum 3:0.

Boris Bürgisser (Kriens, 1. Juli 2020)

So macht der SC Kriens einfach Spass. Wenigstens eine Halbzeit lang. Der SCK kämpfte, rannte und zauberte zuweilen sogar am Ball. Allen voran Flügelläufer Daniel Follonier, bester Mann auf dem Platz. Was er dem Kleinfeld-Publikum an Spielfreude und Einsatz präsentierte, war begeisternd. Die zweite Halbzeit kann man vergessen und verschweigen. Das Spiel war zur Pause längst entschieden. Kriens überfuhr den Tabellenletzten aus Chiasso nämlich schon in den ersten 45 Minuten.

Die Krienser lagen bereits nach acht Minuten mit zwei Toren vorn: Daniel Follonier (7.) staubte nach einem Kraftakt von Dario Ulrich an der Seitenlinie sowie Rrezart Hoxhas Kopfball an den Pfosten zum 1:0 ab. Und Omer Dzonlagic (8.) erhöhte auf 2:0, nachdem er Matteo Piccinni den Ball abgeluchst hatte und alleine aufs gegnerische Tor gerannt war.

Hoxha (39.) und Asumah Abubakar (45.) machten dann schon vor der Pause alles klar. Vor allem der Konter zum 4:0 über Hoxha war sehenswert. Überhaupt: Der 22-jährige Schwyz-Kosovare Hoxha, sonst praktisch die ganze Saison auf der Ersatzbank, nutzte seine Startchance und deponierte seine Visitenkarte beim SCK-Trainer eindrücklich.

Asumah Abubakar, Torschütze zum 4:0.

Asumah Abubakar, Torschütze zum 4:0.

Boris Bürgisser (Kriens, 1. Juli 2020)

Sadrijaj fällt nach Blinddarmoperation aus

Mit allem Respekt vor der Geschichte des Tessiner Vereins: Dieses Chiasso ist kein ernstzunehmender Challenge-League-
Gegner mehr. Aber auch solche Punkte muss man zuerst holen, muss man sich verdienen. Für Kriens ist dieser Sieg deshalb mehr als nur ein Pflichtsieg. Kriens demonstrierte mit einem personellen Rumpfteam seine Anwartschaft auf einen Spitzenplatz und tankte nochmals viel Mumm für den Endspurt im Rennen um Rang 2, um den Barrageplatz.

«Wir haben am letzten Samstag in der zweiten Halbzeit gegen Vaduz nicht überzeugt. Das kann passieren. Aber wir haben gegen Chiasso reagiert, das hatten wir uns genauso vorgenommen», bilanzierte Kriens-Captain Jan Elvedi nach dem insgesamt lockeren 4:1-Erfolg.

Doch es fielen auch ein paar Wermutstropfen ins verdiente Sieges-Bier: Dzonlagic musste den Kleinfeld-Kunstrasen mit einer Knieverletzung schon sehr früh (22.) humpelnd verlassen; auch Elvedi lief bei seiner Auswechslung nach einer Stunde angeschlagen vom Platz (Wadenbein). Und schon vor dem Spiel erreichte die SCK-Mannschaft eine Hiobsbotschaft: Albin Sadrijaj, gegen Chiasso gesperrt, musste notfallmässig am Blinddarm operiert werden.

Ob Kriens trotz akuter Personalnot noch ein bisschen weiter vom Barrage-Märchen träumen darf, wird sich bereits an diesem Samstag (20.30) in Wil zeigen. Kriens weiss: Wil ist nicht Chiasso. Kriens weiss aber auch: Die Aufstiegsspiele sind noch nicht vom Tisch.

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