Die Niederlage in Schaffhausen ist eine Lektion für St. Otmar

Der St. Galler NLA-Club verliert zum ersten Mal in dieser Saison. Im Auswärtsspiel gegen Schaffhausen bleibt er ohne Chance und unterliegt nach einer schlechten Leistung in der ersten Halbzeit 20:30.

Daniel Good, Schaffhausen
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Auch Andrija Pendic, der beste Spieler St. Otmars in Schaffhausen, kann die erste Saisonniederlage nicht verhindern. (Bild: Urs Bucher)

Auch Andrija Pendic, der beste Spieler St. Otmars in Schaffhausen, kann die erste Saisonniederlage nicht verhindern. (Bild: Urs Bucher)

St. Otmar hatte sich viel vorgenommen. Der Start in die Meisterschaft war der im Vergleich zur vergangenen Saison verstärkten Mannschaft geglückt. Bis gestern Abend war St. Otmar die einzige NLA-Equipe ohne Verlustpunkt. Nach zwei enttäuschenden Jahren machte sich Aufbruchstimmung im Verein mit der grossen Vergangenheit breit.

Spellerberg aus dem Spiel genommen

So rechnete sich St. Otmar durchaus aus, auch in Schaffhausen etwas ausrichten zu können. Auch wenn die Kadetten im Schweizer Club-Handball das Mass aller Dinge sind. Ein weitaus grösseres Kaliber als die bisherigen Gegner St. Otmars in dieser Saison. Aber die Hoffnung der St. Galler auf ein weiteres Erfolgserlebnis war rasch beendet. Sie verloren schliesslich 20:30. Zwar führten die Ostschweizer durch die Eigengewächse Dominik Jurilj und Tobias Wetzel 2:1. 

In der Folge gelang ihnen aber während zehn Spielminuten kein Tor mehr. Der Schaffhauser Goalie Ivan Stevanovic, ein Kroate mit reichlich Champions-League-Erfahrung, hielt ausserordentlich gut. Zwei Drittel aller Schüsse St. Otmars wurden zu Beginn der Partie eine Beute des 36-Jährigen. Selbst der Stadionsprecher hatte Stevanovic noch nie so gut gesehen. Bo Spellerberg, St. Otmars Goalgetter aus Dänemark, kam erst in der 24. Minute zu seinem ersten Tor. Es war der Treffer zum 5:14. Zu diesem Zeitpunkt standen die Ostschweizer allerdings schon längst auf verlorenem Posten.

Ein Aufbäumen für die Zukunft

Der Seitenwechsel erfolgte beim Stand von 16:6 für Schaffhausen. Die Kadetten waren den St. Gallern in den ersten 30 Spielminuten in allen Belangen überlegen. In der zweiten Halbzeit liess es der Europacupteilnehmer mit dem grossen Vorsprung im Rücken gemächlicher angehen. St. Otmar ist zugute zu halten, dass es mit allen Kräften versuchte, den Schaden im Rahmen zu halten. Das gelang. Goalie Jonas Kindler hielt besser als Aurel Bringolf in der ersten Halbzeit. In der Offensive warteten die St. Galler mit mehr Zug auf. In den ersten zwölf Minuten der zweiten Spielhälfte verbuchten sie gleich viele Tore wie vor der Pause. Die zweite Halbzeit endete letztlich unentschieden 14:14. Hauptverantwortlicher für die effizientere Angriffsleistung war der Thurgauer Andrija Pendic, der erst auf diese Saison hin von Schaffhausen nach St. Gallen gewechselt hat. Der 32-Jährige aus Arbon war mit fünf Treffern auch der erfolgreichste Torschütze St. Otmars.

Die Aufbruchstimmung in den Reihen der St. Galler wurde in Schaffhausen zwar getrübt. Die Aussichten, mittelfristig wieder an bessere Zeiten anknüpfen zu können, sind freilich weiter reell. Am Sonntag treffen die St. Galler daheim auf den BSV Bern. Ein Sieg gegen den Tabellenzweiten, der schon am Mittwoch in St. Gallen im Cup gegen Fides antritt, brächte vieles wieder ins Lot.