Langlauf

Ueli Schniders letzte Chance auf die WM-Qualifikation

Langläufer Ueli Schnider stand bei den nationalen Rennen in Campra dreimal auf dem Podest. Nun will er sich für die WM qualifizieren.

Roland Bösch
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Wer zurzeit Wettkämpfe bestreiten kann, gehört zu den glücklichen Spitzensportlern der Welt. Umso erfreulicher darf die Durchführung der Swiss-Cup-Rennen in Campra kurz vor dem Jahresende bezeichnet werden. Der Sprint am Montag nutzten die drei Innerschweizer Tour-de-Ski-Neulinge Lea Fischer, Cyril Fähndrich und Janik Riebli, um sich den letzten Schliff für den Auftakt am Neujahrstag in Val Müstair zu holen. Dieser Boxenstopp im Bleniotal darf für Lea Fischer als Zweite bei den Frauen und Cyril Fähndrich als Sieger bei den Männern als sehr erfolgreich bezeichnet werden.

Die Teilnahme an den nationalen Rennen brach dem Trio auch Lob von Seiten des erfahrenen Luzerner Langläufers Ueli Schnider ein: «Ich finde es toll von den jungen Athleten, dass sie sich so kurz vor dem Tour-Start der nationalen Konkurrenz gestellt haben. Da könnte sich der eine oder andere arriviertere Läufer eine Scheibe abschneiden.» Ueli Schnider ist bekannt für seine klaren Worte. Der Mann des Skiclubs Flühli nimmt auch in Kauf, dass er dadurch zuweilen auf Kritik stösst. «Ich finde es wichtig, dass ein Athlet sein Empfinden gegenüber den Trainern und Selektionären äussert. Die daraus entstehenden Gespräche geben eine gute Vertrauensbasis», ist Schnider überzeugt.

Für die Tour de Ski wurde er nicht selektioniert: Ueli Schnider.

Für die Tour de Ski wurde er nicht selektioniert: Ueli Schnider.

Bild: Edi Zihlmann

Rund um die Selektion für die diesjährige Tour de Ski suchte Ueli Schnider das Gespräch mit den Verantwortlichen von Swiss-Ski. Schnider bedauert es, dass für die Selektionen nicht wie ursprünglich vorgesehen auch die Continentalcup-Rennen kurz vor Weihnachten im italienischen Formazza berücksichtigt wurden. Schnider belegte dort den dritten Rang über 15 Kilometer im klassischen Stil.

WM findet für ihn vor der Haustüre statt

Die Teilnahme an der Tour de Ski wäre für Schnider von grosser Bedeutung gewesen, da mehrere Rennen im klassischen Stil auf dem Programm stehen. Diese Wettkämpfe in seiner Paradedisziplin hätten Chancen für eine WM-Qualifikation dargestellt. Die Langlauf-WM in Oberstorf (23. Februar bis 7. März 2021) findet fast vor der Haustüre statt. Denn Schnider lebt mit seiner Freundin, der Deutschen Langläuferin Sofie Krehl, in Bolsterlang rund 20 Minuten von Oberstorf entfernt. Schnider ist schon lange im Langlaufzirkus dabei und weiss, dass hadern nichts bringt. «Ende Januar finden im schwedischen Falun auf Weltcup-Stufe noch Rennen im klassischen Stil statt. Ich fokussiere mich nun auf diese Rennen und bin bereit, diese vermeintlich letzte Chance zu packen.» Etwas ist dem 30-Jährigen wichtig: «Die jungen, wilden Athleten bereiten mir viel Freude. Deren Erfolg fordert uns tagtäglich heraus und ist wichtig für den Langlaufsport in der Schweiz.»

Die Rennen in Campra stärkten das Selbstvertrauen von Schnider. Zweimal wurde er Zweiter und das gestrige Massenstartrennen im klassischen Stil dominierte er. Nach seiner Schulterverletzung im Januar 2020 waren es erst die Rennen 7 bis 9 von Ueli Schnider. «Mittlerweile kann ich die Schulter wieder zu 100 Prozent belasten. Vorübergehend verlor ich natürlich viel an Kraft und konnte erst ab August auf hohem Level trainieren.»