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Eine Million Franken für Tom Lüthi

Eine Million nehmen oder weiterhin auf einen noch besseren Deal warten? Das ist nach dem sportlich enttäuschenden Brünn-GP-Wochenende für Tom Lüthi (31) die Frage.
Klaus Zaugg
Tom Lüthi blieb in Tschechien zum zehnten Mal in Serie ohne WM-Punkte. (Bild: Vincent Guignet/Freshfocus (Brünn, 5. August 2018))

Tom Lüthi blieb in Tschechien zum zehnten Mal in Serie ohne WM-Punkte. (Bild: Vincent Guignet/Freshfocus (Brünn, 5. August 2018))

Auch in Brünn hat es nicht für die ersten MotoGP-WM-Punkte (bis Platz 15) gereicht. Selbst ein vom deutschen «Operettenrennfahrer» Stefan Bradl ausgelöster Gruppensturz (er riss auch Maverick Vinales und Bradley Smith ins Kiesbett) brachte Tom Lüthi nicht nach vorne. Am Ende brauste er auf Rang 16.

Die Aufregung hat sich längst von der Rennstrecke auf die Zukunftsplanung verschoben. Auf die Suche nach einer Antwort auf die Frage: Mit welchem Team wird Tom Lüthi 2019 die Moto2-WM bestreiten? In Brünn ist am Freitag der grosse Deal (ein Transfer ins Petronas-Team) geplatzt und sein bisheriger Arbeitgeber (Team Marc VDS) hat ihm am Samstag mitgeteilt, dass es nicht mehr weitergeht.

Interessant sind die gestern in Brünn durchgesickerten Details des lukrativsten Angebotes, das unterschriftsreif vorliegt. Vor einem Monat hatte der umtriebige Carlo Pernat Tom Lüthi und seinem Manager Daniel Epp Ende Juni zum ersten Mal eine Offerte von MV Agusta unterbreitet. Die Eckdaten: zwei Jahre, 300 000 Euro Jahressalär, weitgehend freie Hand bei den persönlichen Sponsoren.

Pernat bessert die Offerte nach

Die Antwort von Lüthis Manager Daniel Epp damals: «Wir sind nicht interessiert. Wir haben bessere Optionen.» Carlo Pernat war seinerzeit von der Absage ein wenig irritiert, aber keineswegs entmutigt und scherzte: «Carlo ist schon lange dabei. Nur keine Panik. Wir kommen wieder ins Gespräch. Lüthi und sein Manager überschätzen ihre Optionen.»

Und siehe da: Nun ist Carlo Pernat, Wohnsitz Monte Carlo, seit diesem Wochenende wieder im Geschäft. Er hat seine Offerte ein wenig nachgebessert. Die Eckdaten jetzt: Zwei Jahre, mit Prämien etwas mehr als 400 000 Euro Jahressalär. Daniel Epp bestätigt etwas zerknirscht: «Ja, wir sind wieder im Gespräch». Tom Lüthi bestätigt: «Es stimmt, wir führen wieder Gespräche.»

Und Carlo Pernat sagt: «Wir haben die Offerte nachgebessert. Mehr können wir nicht mehr tun.» Und schiebt eine väterliche Ermahnung nach: «Nun muss er sich entscheiden und er sollte unsere Geduld nicht zu stark strapazieren.» Wenn wir die offerierten zwei Jahreslöhne aufaddieren, dann können wir also behaupten: Es geht um eine Töff-Million. Und wir können salopp fragen: Verzichtet Tom Lüthi aus falschem Stolz auf eine Million Franken?

MV Agusta, einst die edelste Marke im Business (mit Giacomo Agostini!) kehrt nächste Saison in der Moto2-Weltmeisterschaft in den GP-Zirkus zurück. Das technische Risiko hält sich in Grenzen: auch 2019 wird mit Einheitsmotoren (neu Triumph statt Honda) und Einheitsreifen (Dunlop) gefahren – unterschiedlich ist nur das Fahrwerk.

Lüthis Marktwert ist intakt

Verzichten Tom Lüthi und sein Manager aus falschem Stolz auf die MV Agusta-Offerte? Dreht Daniel Epp weiterhin am grossen Rad, um anderswo einen noch besseren Deal herauszuholen? Die Gefahr, dass er sich verpokert ist nicht zu unterschätzten. Tom Lüthis Marktwert ist zwar nach wie vor intakt. Er gilt weiterhin als ein Pilot, der nächste Saison in der Moto2-WM wieder um Ruhm, Sieg und Titel fahren kann. Aber der sportliche Marktwert erodiert von Rennwochenende zu Rennwochenende und Zeitdruck ist beim Aushandeln guter Deals kein verlässlicher Freund.

Brünn. MotoGP (21 Runden à 5,403 km/113,463 km): 1. Dovizioso (ITA), Ducati, 41:07,728 (165,5 km/h). 2. Lorenzo (ESP), Ducati, 0,178 zurück. 3. Marc Marquez (ESP), Honda, 0,368. 4. Rossi (ITA), Yamaha, 2,902. – Ferner: 16. Lüthi (SUI), Honda, 27,673. – WM-Stand (10/19): 1. Marquez 181. 2. Rossi 132. 3. Dovizioso 113. – Ferner: 17. Morbidelli 22. 24. Lüthi 0.

Moto2 (20 Runden/102,657 km): 1. Oliveira (POR), KTM, 39:22,324 (156,4 km/h). 2. Marini (ITA), Kalex, 0,070. 3. Bagnaia (ITA), Kalex, 0,525. – Ferner: 17. Aegerter (SUI), KTM, 18,136. – WM-Stand (10/19): 1. Oliveira 166. 2. Bagnaia 164. 3. Alex Marquez (ESP), Kalex, 113. – Ferner: 17. Aegerter 24.

Moto3 (18 Runden/97,254 km): 1. Di Giannantonio (ITA), Honda, 39:09,124 (149,0 km/h). 2. Canet (ESP), Honda, 0,112. 3. Kornfeil (CZE), KTM, 0,339. – WM-Stand (10/19): 1. Bezzecchi (ITA), KTM, 133. 2. Martin (ESP), Honda, 130. 3. Di Giannantonio 116.

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