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Eine Mumie bringt den Dopingsünder an die WM

Perus Captain Paolo Guerrero war im Oktober 2017 positiv auf den Konsum von Kokain getestet und für 14 Monate gesperrt worden. Trotzdem wird er am Samstag in erstem WM-Spiel der Peruaner seit 1982 auf dem Platz stehen - auch dank einer 500 Jahre alten Mumie.
Sergio Dudli
Paolo Guerrero darf trotz einer positiven Dopingprobe an der WM auflaufen. (Bild: Ralph Ribi)

Paolo Guerrero darf trotz einer positiven Dopingprobe an der WM auflaufen. (Bild: Ralph Ribi)

Der Aufschrei in Peru war gross, als kurz nach dem 0:0 gegen Argentinien in der WM-Qualifikation vergangenen Oktober bekannt wurde, dass Nationalmannschaftscaptain Paolo Guerrero positiv auf Kokain getestet wurde. Im November verhängte die Fifa eine 12-monatige Sperre gegen Guerrero. Eine WM-Teilnahme für den ehemaligen Bayen-Spieler schien dahin.

Ein kontaminierter Tee als angebliche Ursache

Guerrero unternahm in der Folge rechtliche Schritte gegen den Entscheid des Weltverbands. Er habe nicht gedopt, sondern aufgrund von gesundheitlichen Problemen zwischen zwei Qualifikationsspielen mehrfach Tee konsumiert. «Ich habe in Peru einen Anistee getrunken, weil ich eine Magenverstimmung hatte. In Argentinien habe ich einen Schwarztee mit Zitrone und Honig getrunken, weil ich Grippe hatte", so Guerrero. Der 34-Jährige beharrte darauf, dass einer der Tees kontaminiert gewesen sei:

«Ich beschuldige niemanden, aber die Substanz könnte in einer Tasse oder einer Kanne gewesen sein.»

Guerrero zog den Fall weiter vor den Internationalen Sportgerichtshof. Während Peru im WM-Playoff gegen Neuseeland die Teilnahme an der Endrunde in Russland sicherstellten, kämpfte der Captain vor Gericht.

Ein Archäologe sagt aus

Um die Richter von seiner Unschuld zu überzeugen, heuerte Guerrero mehrere Experten an. Einer davon versicherte, dass das im Urin des Spielers gefundene Benzoylecgonin, ein Abbauprodukt des Kokains, auch in den harmlosen Kokablättern gefunden werden kann - und nicht nur in der chemisch hergestellten Droge. Diese Blätter werden in südamerikanischen Ländern auch in Tees konsumiert.

So wird das Kokablatt in den Anden verwendet

In den Andenländern hat der Konsum der Kokablättern, aus denen das Kokain gewonnen wird, eine lange Tradition. Es wird beispielsweise als Tee getrunken oder gekaut. Dann allerdings wird es mit Kalk versetzt, wodurch das Suchtpotenzial verloren geht, da dadurch der süchtig machende Stoff gelöst wird. Die Blätter helfen angeblich, Müdigkeit, Hunger und Kälte zu verdrängen.

In Guerreros Spezialistenteam fand sich auch ein Archäeloge. Charles Stanish von der Universität South Florida brachte einen ganz speziellen Punkt vor Gericht vor. Um zu demonstrieren, wie lange sich die Dopingspuren aufgrund des harmlosen Tees nachweisen lassen, griff er auf eine Haarprobe einer 500 Jahre alten Inka-Mumie zurück.

Eine Mumie als Beweismittel

Die Kindermumie wurde vor 18 Jahren auf dem 6800 Meter hohen Vulkan Llullaillaco an der Grenze zwischen Argentinien und Chile gefunden. Da der Konsum der Kokablätter schon damals verbreitet war, liessen sich auch in den Haarproben der Mumie Spuren von Kokain nachweisen. Mit anderen Worten: Eine 500-jährige Kindermumie war positiv auf Kokain getestet worden.

Hier wurde die Mumie gefunden

Warum die Sperre gegen Guerrero Ende Mai letztlich aufgehoben wurde, ist nicht bekannt. Scheinbar hat der Internationale Sportgerichthof dem Peruaner seine Geschichte mit dem verseuchten Tee abgenommen. Scheinbar hat auch die Mumie zur Glaubwürdigkeit Guerreros beigetragen. Der freigesprochene Fussballer meinte nach der Reduzierung seiner Sperre:

«Ich werde zu meiner Mannschaft stossen und zusammen mit meinen Teamkollegen verpflichte ich mich, alles zu geben, um meinem Land neue und größere Freuden zu bringen.»

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