Eine neue Meisterin und drei Titelverteidigungen

An den Schweizer Meisterschaften der Aktiven in Basel gewinnen die Innerschweizer Leichtathleten viermal Gold.

Stefanie Barmet
Drucken
Teilen
Géraldine Ruckstuhl sicherte sich den dritten Speerwurfel-Titel in Folge.

Géraldine Ruckstuhl sicherte sich den dritten Speerwurfel-Titel in Folge.

Bild: Hanspeter Roos (Basel, 12. September 2020)

Wenn die Hammerwerferin Nicole Zihlmann an Schweizer Meisterschaften antritt, ist sie meist nur schwer zu schlagen. Auch in Basel warf die Athletin des LC Luzern in einer anderen Kategorie als ihre Konkurrentinnen. Mit persönlicher Saisonbestweite von 65,61 Meter sicherte sich die 34-Jährige mit über acht Metern Vorsprung ihren insgesamt zwölften Schweizer-Meister-Titel und näherte sich ihrer persönlichen Bestweite von 67,42 Meter weiter an.

«Leider fand unser Wettkampf abseits von allen Zuschauern und Fotografen statt, was natürlich sehr schade ist. Ich konnte das umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte, der perfekte Wurf war aber noch nicht dabei», sagte Zihlmann. Weil sie sich gut in Form fühle, werde sie in den kommenden Wochen noch zwei, drei weitere Wettkämpfe bestreiten.

Auch eine Fussverletzung hält Ruckstuhl nicht auf

Über den dritten Speerwurf-Titel in Folge konnte sich derweil die Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl vom STV Altbüron freuen. Aufgrund einer Fussverletzung, welche sich die 22-Jährige im Hürdentraining zugezogen hatte, war in den vergangenen sechs Wochen weder an Sprints noch an reaktive oder explosive Übungen zu denken. Dennoch wurde sie ihrer Favoritenrolle einmal mehr gerecht und sicherte sich mit einer Weite von 47,83 Metern den SM-Titel. Im Kugelstossen gewann sie zudem mit einer Weite von 13,56 Metern die Bronzemedaille. Gold ging an die 20-jährige Miryam Mazenauer (TV Teufen), die mit 15,80 Metern eine persönliche Bestweite erzielte.

«An Schweizer Meisterschaften zählen nur Titel und Medaillen.»

«Dass ich trotz der Zerrung am Fuss, die mich in den vergangenen Wochen behinderte, zwei Medaillen gewinnen konnte, freut mich sehr», so Géraldine Ruckstuhl.

Auch der Sempacher Jonas Schöpfer weiss, wie sich der Gewinn eines Schweizer-Meister-Titels anfühlt. Bereits 2017 in Zürich sowie 2019 in Basel kürte er sich zum besten 800-Meter-Läufer des Landes. Nachdem er vor zwei Wochen in Lyon mit 1:47,63 Minuten persönliche Bestzeit gelaufen war, trat der Athlet des STV Sempach als Saisonbester zur Titelverteidigung an. In einem taktisch gelaufenen Rennen setzte er sich in einer Zeit von 1:52,55 Minuten durch. «Dass ich nun das Triple perfekt machen konnte, freut mich sehr. In diesem speziellen Jahr, in dem ich corona- und verletzungsbedingt nur drei Wettkämpfe bestreiten konnte, hat der Titel für mich eine hohe Bedeutung.»

Silke Lemmens stürmt zur nächsten Bestzeit

Den Gewinn des ersten Schweizer-Meister-Titels feierte hingegen die Zugerin Silke Lemmens. Die 20-Jährige trat in Basel als Saisonbeste über die Bahnrunde an und hielt dem Druck stand. «Ich wollte meine Bestzeit von 53,43 Sekunden, die ich anlässlich der U23-Schweizer-Meisterschaften aufgestellt hatte, bestätigen und Gold gewinnen.» Auf Bahn drei laufend hatte Lemmens im Final ihre direkten Konkurrentinnen vor sich. «Ich versuchte mich, auf den ersten 200 Meter auf mich zu konzentrieren. Ab der 300-Meter-Marke hiess es nur noch durchdrücken und ziehen.» Zu ihrer eigenen Überraschung waren ihre letzten 100 Meter sehr schnell. In persönlicher Bestzeit von 53,10 Sekunden erreichte sie das Ziel mit über einer Sekunde Vorsprung auf die zweitbeste Schweizerin.

Gewonnen wurde das Rennen von ihrer Trainingskollegin Agne Serksniené, welche sich nach einem verletzungsbedingt schwierigen Jahr mit einer Zeit von 51.84 Sekunden zurückmeldete. «Mit Agne zu laufen, hat mir definitiv geholfen. Sie beruhigt mich vor wichtigen Rennen und auch wenn ich mich in Basel auf meinen eigenen Lauf konzentriert habe, konnte sie mich auf den letzten 100 Metern zur Bestzeit ziehen.» Der Erfolg ist umso erstaunlicher, da die Wirtschaftsstudentin erst seit diesem Winter auf die 400-Meter-Distanz setzt. «Meine Fortschritte haben mich verblüfft. Dass ich in meinem ersten Jahr auf der neuen Distanz gleich so nahe an die 52-Sekunden-Grenze heranlaufen würde, habe ich nicht zu träumen gewagt.» Zum Saisonabschluss wird Silke Lemmens an den Staffel-Schweizer-Meisterschaften in Zug über 4x100 sowie über 4x400 Meter antreten.

Daniela Kyburz stürzt im Final

Über den Gewinn der Bronzemedaille in persönlicher Bestzeit von 13,56 Sekunden durfte sich die in Sursee wohnhafte Daniela Kyburz (LAC TV Unterstrass) über 100 Meter Hürden freuen. Die Schwyzerin Kim Flattich (Leichtathletik Club Zürich) stellte im Halbfinal mit 13,35 Sekunden eine persönliche Bestzeit auf. Im Final stürzte sie bei der siebten Hürde unglücklich und konnte das Rennen nicht beenden. Ebenfalls Bronze sicherte sich der 21-jährige Noah Fleischmann vom STV Lachen im Hammerwerfen der Männer. Er erzielte eine Weite von 51,58 Meter.

Leichtathletik-Resultate

SM in Basel. Männer. 100 m: 1. Silvan Wicki (Aarau) 10,18. Eric de Groot (Luzern) 10,79. Nino Portmann (Nidwalden) 10,95. Yves Inglin (Steinen) 11,36. – 200 m: 1. William Jeff Reais (Zürich) 20,24. 7. Eric de Groot 21,78. Nino Portmann 22,02. Noah Attalla (Rothenburg) 22,35. – 800 m: 1. Jonas Schöpfer (Sempach) 1:52,55 (VL 1:52,00). Dominik Ummel (Luzern) 1:54,08. – 1500 m: 1. Tom Elmer (Zürich) 3:54,56. 4. Angus Fölmli (Rotkreuz) 3:57,20. 8. Simon Schüpbach (Gettnau) 4:01,03 (VL 3:58,49). – 5000 m: 1. Jonas Raess (Regensdorf) 14:02,09. 17. Florian Lussy (Nidwalden) 14:46,84. – 110m Hürden (1,067m): 1. Jason Joseph (Therwil) 13,31 (HF 13,29). Nino Portmann 15,84. – Stabhochsprung: 1. Dominik Alberto (Zürich) 5,45. 5. Marco Jost (Emmenstrand) 4,90. – Weitsprung: 1. Simon Ehammer (Teufen) 7,99. 12. Raphael Huber (Willisau) 6,81. – Diskuswurf(2kg): 1. Gregori Ott (Basel) 54,33. 10. Jon Paul de Vera (Zug) 41,00.– Hammerwurf (7,26kg): 1. Martin Bingisser (Zürich) 57,65. 9. Lars Wolfisberg (Sarnen) 46,16.

Frauen. 100 m: 1. Ajla Del Ponte (Ascona) 11,27. Anja Ming (Inwil) 12,21. – 400 m: 1. Agne Serksniené (Zürich) 51,84. 2. Silke Lemmens (Zürich) 53,10. – 800 m: 1. Lore Hoffmann (SUI) 2:08,73 (VL 2:07,22). 5. Lieke Wehrung(Cham) 2:12,39 (VL 2:09,36). Noémie Anderhub (Rothenburg) 2:19,99. Daniela Camenzind (Rotkreuz) 2:21,65. – 1500 m: 1. Fabienne Schlumpf (Hütten) 4:14,29. Seline Scherrer (Willisau) 4:35,94. Anna Jurt (Nidwalden) 4:51,87. Amy Leibundgut (Alpnach) 4:55,99. Michelle Scherrer (Willisau) 4:58,13. – 5000 m: 1. Fabienne Schlumpf 16:30,18. 8. Priska Auf der Maur (Basel) 17:02,16. 15. Myriam Keiser (Rotkreuz) 18:10,22. – 100 m Hürden (0,84m): 1. Ditaji Kambundji (Bern) 13,07. Sandra Röthlin (Nidwalden) 14,15. Salome Hüsler (Rothenburg) 14,42. Eveline Rebsamen (Ballwil) 14,45. – 400 m Hürden (0,762m): 1. Yasmin Giger (Zürich) 56,78. Vera Stocker (Rothenburg) 66,59. – Hochsprung: 1. Salome Lang (Basel) 1,88. 6. Anja Ming 1,65. – Stabhochsprung: 1. Angelica Moser (Zürich) 4,66. 8. Ronja Wengi (Zug) 3,65. – Weitsprung: 1. Annik Kälin (Landquart) 6,49. 10. Lynn Helfenstein (Rothenburg) 5,55. 11. Sandra Röthlin 5,36. – Dreisprung: 1. Alina Tobler (Brühl) 13,01. 4. Barbara Leuthard (Zürich) 12,49.

Kugelstoss (4kg): 1. Miryam Mazenauer (Teufen) 15,80. 3. Géraldine Ruckstuhl (Altbüron) 13,56. – Diskuswurf (1kg): 1. Chantal Tanner (Zürich) 48,85. 11. Sandra Röthlin 37,66. – Hammerwurf (4kg): 1. Nicole Zihlmann (Luzern) 65,61. 8. Kathrin Budmiger (Sarnen) 43,03. 14. Jasmin Schorno (Luzern) 38,56. 15. Alina Wolfisberg (Sarnen) 38,38. – Speerwurf (600g): 1. Géraldine Ruckstuhl (Altbüron) 47,83. 12. Fabienne Tiefenauer (Zug) 36,89.

Mehr zum Thema