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EISHOCKEY: Alexei Dostoinow: «Die Liga ist intensiv, schnell und hart»

Die Kontinental Hockey League (KHL) gilt als die beste Liga ausserhalb der nordamerikanischen NHL. Das zeigten auch die Olympischen Spiele. Langnau-Stürmer Alexei Dostoinow kennt die Liga aus eigener Erfahrung.
Daniel Gerber
Langnaus Alexei Dostoinov (links), hier im Duell mit dem Davoser Sven Jung. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Langnau, 1. Februar 2018))

Langnaus Alexei Dostoinov (links), hier im Duell mit dem Davoser Sven Jung. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Langnau, 1. Februar 2018))

Weil die beste Liga der Welt, die amerikanisch-kanadische NHL, während der Olympischen Spiele nicht pausierte und entsprechend keine Spieler freigab, stammten in Südkorea auf dem Papier die stärksten Athleten aus der überwiegend russischen Kontinental Hockey League (KHL), in der je ein Team aus China, Finnland, Kasachstan, Lettland, der Slowakei und Weissrussland vertreten ist.

Mit Russland setzte sich in der Tat das einzige Team durch, das ausschliesslich mit Sportlern aus der KHL bestückt war; während der Überraschungsherausforderer Deutschland just eines der drei Teams war, die ohne einen Spieler aus der Liga auskommen mussten. Die beiden anderen Mannschaften waren die Schweiz und Südkorea. Insgesamt stellte die KHL 88 Spieler bei den Olympischen Spielen – so viele wie keine andere Eishockey-Liga. Die fünf Teams mit den meisten KHL-Spielern (Russland, Kanada, Tschechien, Schweden und Finnland) belegten fünf der Top-6-Ränge. Deutschland bildete die Ausnahme.

Der schweizerisch-russische SCL-Tigers-Stürmer Alexei Dostoinow (28) gehört zu den wenigen Schweizern, die bislang in der KHL angetreten sind; er schnürte seine Schlittschuhe während zwei Saisons für Avtomobilist Yekaterinburg, Metallurg Novokuznetsk und HK Witjas. «Auch andere Länder verfügen über starke Ligen, aber im Schnitt ist die KHL wohl die stärkste. Viele der Stars kommen von da, es sind zum Teil unglaubliche Spieler.»

Auf dem Papier sah Dostoinow die russische Auswahl von Beginn weg in der Favoritenrolle. Seine Prognose sollte sich erfüllen: Zwar drängte das deutsche Überraschungsteam die russische Auswahl in die Verlängerung hinein, letztlich durften sich aber die KHL-Athleten die Goldmedaille um den Hals hängen.

Ein Eishockeyspiel zum Frühstück

Alexei Dostoinow, der mit 17 von den GCK Lions in nordamerikanische Nachwuchsligen wechselte und später für Biel und Lausanne antrat, erlebte die KHL als «sehr gut. Alle Spieler sind technisch stark, manche sind unglaublich gut. Die Liga ist intensiv, schnell und hart. Jeder gibt immer Vollgas.» Für etliche gehe es um mehr als Hockey, es ist der Weg für die ganze Familie aus teilweise schwierigen Verhältnissen heraus. «Das gibt noch einmal einen Schub.» Hierbei geht es weniger um die Sportler, die an den Olympischen Spielen antreten und die den Sprung geschafft haben, sondern um jene, die aus der zweithöchsten Liga den Weg in die KHL gefunden haben.

Geografisch ist die Liga ebenfalls spannend, insbesondere für jene Teams, die an den Enden stationiert sind, wie etwa Amur Chabarowsk, Admiral Wladiwostok und der chinesische Vertreter Kunlun Red Star im Osten oder Jokerit Helsinik, Dinamo Riga und Slovan Bratislava im Westen.

Bei manchen Teams werden beispielsweise die Uhren und der Tagesablauf nicht umgestellt, um die Leistung nicht regelmässig durch Jetlags zu beeinträchtigen. So kann für ein Auswärtsteam ein Duell, das zur Ortszeit 20 Uhr beginnt, nach der eigenen Zeitzone mehr oder weniger zum Frühstück erfolgen.

Dostoinow spricht von interessanten und schönen Erlebnissen in der 2008 gegründeten KHL. Bei jungen Schweizern steht dennoch die NHL im Fokus. «Ich höre von jungen Spielern, die auch an die KHL denken, aber es getraut sich noch nicht wirklich jemand dahin.» Dazu komme, dass letztlich nur die Top-Spieler hingelangen, «und für solche gibt es in der Schweiz keinen Grund zu gehen, ausser wegen der Herausforderung. In der Schweiz ist man gut entschädigt, auch wenn die Löhne in Russland noch etwas höher sind.» Für einen Schweizer sei da aber alles anders. Dennoch, so Dostoinow, sei es ein gutes Erlebnis, das einen weiterbringe.

Daniel Gerber

sport@luzernerzeitung.ch

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