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EISHOCKEY: Ambri nimmt Fahrt auf

Start nach Mass für Ambri-Piotta: Die Tessiner bezwingen Kloten im ersten Playout-Spiel mit 4:0. Trainer Luca Cereda steht für die Aufbruchstimmung im Dorfklub.
Sven Aregger, Ambri
7. Minute: Ambris Cory Emmerton freut sich über sein Tor zum 1:0. (Bild: Alessandro Crinari/Keystone (Ambri, 27. März 2018))

7. Minute: Ambris Cory Emmerton freut sich über sein Tor zum 1:0. (Bild: Alessandro Crinari/Keystone (Ambri, 27. März 2018))

Sven Aregger, Ambri

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Vor dem Playout-Start war bei Ambri eine gewisse Anspannung spürbar, wie das so üblich ist vor wichtigen Partien. Die Nervosität wandelten die Leventiner auf dem Eis aber schnell in positive Energie um. Der 4:0-Sieg gegen Kloten war verdient, weil sie zwingender und leidenschaftlicher auftraten als der Gegner. Und da Ambri vor dem eigenen Tor konsequent aufräumte, kamen die Zürcher selten zu günstigen Abschlusspositionen. Das Team von Trainer Kevin Schläpfer steht am Donnerstag zu Hause bereits unter Druck.

Nach 34 Minuten und dem Treffer von Verteidiger Christian Pinana zum 3:0 war die Vorentscheidung gefallen. Bei den ersten beiden Toren hatte der Kanadier Cory Emmerton den Stock im Spiel. Zunächst traf er selber im Powerplay, dann legte er für Dominic Zwerger vor. Das bisweilen hart geführte Spiel war geprägt von vielen Strafen. Bei Vollbestand diktierte Ambri das Geschehen weitgehend. Und wenn es gefährlich wurde vor dem Tor der Leventiner, war der starke Goalie Benjamin Conz zur Stelle.

Teure Altstars sind Vergangenheit

Ambri kennt diese Situation wie kein anderes Team. Zum siebten Mal in den letzten elf Saisons müssen die Leventiner im Playout um den Ligaerhalt kämpfen. «Wir stehen da, wo wir es vor der Saison erwartet haben. Das ist für uns momentan die Realität», sagt Trainer Luca Cereda. Und doch stehen Cereda (36) und Sportchef Paolo Duca (36) für die Aufbruchstimmung im Dorfklub. Für ein neues Ambri, wenn man so will. Beide haben für den HCAP gespielt, beide kennen den Verein und die Verhältnisse in der Leventina. Sie leben Authentizität vor und pflegen einen mutigen, offensiven Spielstil. Kernpunkt ihrer Philosophie ist die Nachwuchsförderung. Das neue Ambri besinnt sich auf seine Identität und arbeitet mit Spielern aus der Region. Vorbei sind die Zeiten, als teure Altstars geholt wurden, die ihre Karriere gemächlich ausklingen liessen. Cereda, der zuvor das Farmteam Biasca Ticino Rockets trainierte, vertraut den jungen Spielern. Diesem Prinzip will er auch in der entscheidenden Phase der Saison treu bleiben. «Es ist der einzige Weg, um mittel- und langfristig überleben zu können», sagt er.

Cereda und Duca nehmen dabei in Kauf, dass junge Spieler den Klub verlassen, wenn sich ihnen eine Chance zur Weiterentwicklung bietet. Der 24-jährige Verteidiger Jesse Zgraggen etwa wechselt im Sommer zum EV Zug. «Dann erhält eben ein anderer Junger eine Chance», sagt Cereda. Ambri gelingt es aber auch, Führungsspieler zu binden. Captain Michael Fora, der Italo-Kanadier Nick Plastino und der kanadische Stürmer Matt D’Agostini haben ihre Verträge verlängert. Cereda sieht den Klub langfristig im Mittelfeld der National League. Mit einem Kern aus etablierten Leistungsträgern und jungen Talenten in der Breite soll das gelingen.

Baustart für neues Stadion ist noch immer offen

Cereda weiss aber auch: «Wenn Ambri mehr finanzielle Möglichkeiten hätte, wäre ich wohl gar nie als Trainer in Frage gekommen.» Der Klub schreibt seit Jahren ein Defizit zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken. Cereda sagt: «Wirtschaftlich müssten wir tot sein.» Hoffnung auf bessere Zeiten verspricht das neue Stadion. Im Herbst verkündete der umtriebige Präsident Filippo Lombardi, der Baustart solle im Frühjahr 2018 erfolgen. Doch sicher ist das nicht, der Klub sucht offenbar immer noch Investoren für das gut 40 Millionen Franken teure Projekt. Die Arena, die vom Stararchitekten Mario Botta konzipiert wurde und auf dem ehemaligen Militärflugplatz Quinto gebaut wird, sollte eigentlich 2019 bezugsbereit sein. Zuletzt hat die Liga die Lizenz für den Spielbetrieb in der Valascia nur noch unter Auflagen erteilt. Das 1959 erbaute Stadion geniesst Kultstatus, aber es liegt in einem Lawinenkegel und ist in einem abbruchreifen Zustand. Doch so lange die Feuerpolizei die Sicherheit der Zuschauer als gewährleistet einstuft, sind der Liga die Hände gebunden. Wie es in der Stadionfrage weitergeht, ist offen.

Erst einmal will Ambri nun möglichst schnell den Ligaerhalt sichern. Mit dem Szenario eines Abstiegs haben sich die Leventiner bislang nicht befasst. Cereda richtet den Fokus ganz aufs Playout. «In einem Wettkampf ist es wichtig, alles zu geben – ob man nun gewinnt oder verliert», sagt der Trainer. Den Einsatz hat seine Mannschaft gestern gezeigt. Und gewonnen hat sie auch noch.

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