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EISHOCKEY: «Arno glaubt, er sei ärmster Trainer der Liga»

Er stammt aus einem mächtigen Bündner Familienclan, studierte in Amerika, zieht in Zürich als Wirtschaftsanwalt weltweit die Fäden und präsidiert sei 2011 den HC Davos. Gaudenz F. Domenig (57) verrät vor dem Spengler Cup, warum Arno Del Curto den HCD nie mehr verlassen wird.
Interview Klaus Zaugg
Gaudenz F. Domenig, Verwaltungsratspräsident des HC Davos. (Bild: Keystone / Archiv / Alessandro Della Bella)

Gaudenz F. Domenig, Verwaltungsratspräsident des HC Davos. (Bild: Keystone / Archiv / Alessandro Della Bella)

Gaudenz F. Domenig, wir haben im Unterland den Eindruck, dass in Davos oben Arno Del Curto alle Macht besitzt. Ist es tatsächlich so?

Gaudenz F. Domenig: Das stimmt so nicht ganz. Er hat eine sehr gewichtige Stimme. Im Rahmen des Budgets, das wir ihm vorgeben, hat er sportlich das letzte Wort. Aber er hat keinen Einfluss darauf, was ausserhalb des Sportes passiert. In diesem Bereich wird er nur informiert.

Haben Sie Arno Del Curto eigentlich zum bestbezahlten Trainer der Liga gemacht?

Domenig: Arno glaubt, er sei der ärmste Trainer der Liga. Er ist zwar nicht der bestverdienende Trainer im Land. Aber er gehört zu den bestbezahlten. (Arno Del Curtos Salär beträgt 264 000 Franken netto pro Jahr, Anmerkung der Redaktion)

Aus den Zuschauereinnahmen (zur Zeit 4664 pro Spiel, die Red) und dem klassischen Marketing können Sie das 20-Millionen-Budget nicht finanzieren. Woher kommen die Einnahmen?

Domenig: Rund 40 Prozent des Geldes für die erste Mannschaft bringen der Kristallclub und der Spengler Cup. Die meisten Mitglieder des Kristallclubs kommen aus dem Unterland. So können wir den Standortnachteil ausgleichen.

Der Spengler Cup ist ein nationales Sportereignis und nützt dem gesamten Schweizer Eishockey. Trotzdem muss der HCD jetzt die Liga während den nächsten zehn Jahren pro Jahr mit 880 000 Franken entschädigen. Mussten Sie wirklich nachgeben?

Domenig: Wir hätten pokern und die Forderungen der Liga ignorieren können. Dann hätte es keine Meisterschaftspause mehr gegeben und das hätten wir verkraften können. Aber wir durften die TV-Übertragungen nicht riskieren. Deshalb haben wir eingelenkt.

Der Spengler Cup verurteilt Sie dazu, ein Spitzenteam zu unterhalten. Könnte der HCD auch als Lakers der Berge existieren?

Domenig: Nein. Bescheidener werden geht nicht. Entweder spielen wir in der oberen Tabellenhälfte der NLA oder dann in der 1. oder 2. Liga. Wir brauchen pro Spiel einen Schnitt von rund 5000 Zuschauern. Den erreichen wir nur mit attraktivem Spitzenhockey.

Sind Sie dazu in der Lage, die gleichen Löhne zu bezahlen wie die Titanen Bern, die ZSC Lions, Lugano oder Kloten im Unterland?

Domenig: Die Rahmenbedingungen ermöglichen es uns heute, Spitzenhockey zu spielen. Soweit wir das beurteilen können, bezahlen wir nicht die höchsten Löhne. Aber wir können uns eine Mannschaft leisten, die vorne mitspielt.

Und mit Arno Del Curto einen Spitzentrainer. Ist es nur eine Legende, dass Sie mit Ihrem wichtigsten Angestellten nur einen mündlichen Vertrag haben?

Domenig: Wir haben mit Arno Del Curto tatsächlich keinen schriftlichen Vertrag mehr.

Ist es nicht leichtsinnig, den wichtigsten Angestellten nicht mit einem schriftlichen Vertrag zu binden?

Domenig: Ein mündlicher Vertrag gilt auch. Unser Arbeitsrecht ist so ausgestaltet, dass Sie auch bei einem schriftlichen Vertrag nichts machen können, wenn ein Arbeitnehmer von einem Tag auf den anderen gehen will.

Sie gehen also davon aus, dass Arno Del Curto nie mehr eine andere Mannschaft als den HCD trainieren wird?

Domenig: Ja. Die grösste Gefahr war das Angebot von St. Petersburg. Aber das haben wir hinter uns. Obwohl Alexander Medwedew bereit war, alle, auch die verrücktesten Forderungen zu erfüllen, ist Arno bei uns geblieben.

Sie befürchten keinen Wechsel nach Bern, Zürich oder Lugano?

Domenig: Nein.

Was macht Sie so sicher?

Domenig: Nun, man sagt, in Zürich und in Bern rede das Management dem Trainer gerne drein und in Lugano mischt sich die Präsidentin in die sportlichen Belange ein. Solche Verhältnisse sind keine Optionen für Arno.

Wie lange steht Arno Del Curto mündlich noch beim HCD unter Vertrag?

Domenig: Da sind wir uns nicht ganz einig. So wie wir verblieben sind, muss er den HCD mindestens so lange trainieren, bis er einmal ohne Reto von Arx Meister geworden ist. Arno ist allerdings der Meinung, er könne seine Mission auch mit einem Titel in dieser Saison erfüllen, weil Reto von Arx nicht mehr der wichtigste Spieler sei. Wir werden sehen.

Warum spielen Sie eigentlich nicht in Chur? Ich stelle mir als Unterländer vor, dass es doch ideal wäre, in Chur einen Eispalast zu bauen. Dort gibt es genügend Platz plus einen Autobahn-Anschluss.

Domenig: Ich bin im Denken amerikanisch geprägt und wenn wir denn schon zügeln müssten, dann richtig. In Chur haben wir die meisten Probleme, die wir in Davos haben, immer noch. Wir sind dann zwar der EMS-Chemie ein bisschen näher. Aber die würde auch so nicht unser Sponsor werden. Wenn wir umziehen würden, dann gleich nach Zürich. Dort könnten wir einen Zuschauerschnitt von 12 000 pro Spiel erreichen und wären im stärksten Wirtschaftsraum der Schweiz. Wir müssten dann allerdings das Stadion in Davos oben trotzdem behalten. Denn der Spengler Cup ist nur in Davos denk- und machbar.

Die Vision Zürich lässt sich kaum verwirklichen. Gibt es realistischere Visionen?

Domenig: Es gibt da ein Projekt, das wir möglicherweise realisieren können: ein Meisterschaftsspiel auf dem See in St. Moritz. Wir haben das bereits angedacht. Das Problem ist allerdings, dass wir nur eine beschränkte Anzahl Zuschauer zulassen können. Sonst bricht das Eis.

Spengler Cup

Gruppe Torriani: Genf-Servette, Rochester Americans ZSKA Moskau.
Gruppe Cattini: Team Canada, Vitkovice Steel, HC Davos.
Gruppenphase
Do, 26. Dezember, 15.00, Spiel 1: Servette - Rochester. - 20.15, Spiel 2: Team Canada - Vitkovice.
Fr, 27. Dezember, 15.00: ZSKA Moskau - Verlierer Spiel 1. - 20.15: Davos - Verlierer Spiel 2.
Sa, 28. Dezember, 15.00: Sieger Spiel 1 - ZSKA Moskau. - 20.15: Sieger Spiel 2 - Davos.
Pre-Halbfinals
So, 29. Dezember, 15.00, Spiel 7: Zweiter Torriani - Dritter Cattini. - 20.15, Spiel 8: Zweiter Cattini - Dritter Torriani.
Halbfinals
Mo, 30. Dezember, 15.00: Erster Cattini - Sieger Spiel 7. - 20.15: Erster Torriani - Sieger Spiel 8.
Final
Di, 31. Dezember, 12.00.
TV: Alle Spiele live auf SRF zwei.

Gaudenz F. Domenig ist Präsident des HC Davos, dessen Spieler im Bild einen Treffer gegen die Kloten Flyers in der Partie vom 23. Dezember 2013 feiern. (Bild: Keystone / Patrick B. Kraemer)

Gaudenz F. Domenig ist Präsident des HC Davos, dessen Spieler im Bild einen Treffer gegen die Kloten Flyers in der Partie vom 23. Dezember 2013 feiern. (Bild: Keystone / Patrick B. Kraemer)

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